Nicht schon wieder ein Abenteuer! In den Altiplanos La Peña Argentiniens

Fiambala – Chuquisaca – Fiambala – Timogasta – Cumbres del Medano – Belen – Termas de la Quebrada – NP Laguna Blanca – El Penon – Piedras Pomez – Laguna Carachi Pampas – Antofagasta de la Sierra – Paycuqui – Antofalla -Salar de Antofalla – Antofallita – Salar de Arizora – Tolar Grande – Las Siete Curvas – Salar de Pocitos – San Antonio de los CubresQuebrada de Tastil – Quebrada del ToroSalta

Wir planen unsere Reise hinauf zur Laguna Carachi Pampa über eien Track, den Susi & Ruedi vor ein paar Jahren genommen haben. Wenn die mit ihrem OKA durchkommen, sollte das für uns auch reichen. Der Track scheint wenig begangen zu sein, eine einzige Spur ist frisch. Bei der dritten Flussquerung kommen uns Zweifel und Erinnerungen an Altautina. Wir kehren um und folgen der RP34 in die Höhe. Sie sieht nicht gerade einladend aus. Eine Indio-Familie mit ihren Eseln meint: ja das geht schon.

 

Weiter oben ist der Weg so stark ausgewaschen, dass wir uns entschliessen, nicht wieder unter die Strassenbauer zu gehen. Wir kehren um und nehmen einen Umweg über 350km in Kauf.

 

    

Termas de la Quebrada

 

 

 

Bei der Laguna Blanca geniessen wir die weite Lagune mit den Flamingos, Vikunias und einem waschechten Hasen.

 

 

 

Mitten in der Wiese liegt eine ergiebige Wasserquelle, leider nicht temperiert.

Der Duft der Sträucher ist penetrant Grapefruit, floral, safran-würzig, herb, eigentlich ein angenehmes Herrenparfüm.

 

Michael, Anna und Stephanie besuchen die Laguna Blanca mit einem gemieteten Hylux. Wir werden ihnen noch ein paarmal begegnen.

Wir umrunden den schneeweiss leuchtenden Cerro Laguna Blanca auf der 4000m hohen Hochebene über den Portezuelo de Pasto Ventura nach El Peñon.

 

Difunta Correa überall

Überall weiden Wilde Vicunias. Bei den Oasen eher Alpaccas, Lamas und Esel.

 

Der Vulkan Carachi Pampa liegt einsam mitten in der Ebene, völlig schwarz von einem nicht allzu alten Ausbruch.

Auf einem einfachen Track erreichen wir die Piedras de Pomez, ein etwa 75km2 grosses Bimssteinfeld, von einem alten Vulkanausbruch herrührend.

Die leuchtend weissen, bizarr ausgeblasenen Formationen sind einzigartig auf der Erde.

 

 

Den Track zurück zur Lagune Carachi Pampa wählen wir über das Sanddünenfeld und den Salzsee.

 

Zuerst ein Vergnügen mit sanften Sandwellen bis zum Ausguck! Ein abrupter Stopp nach einem Aufschrei der Beifahrerin! Das geht ja steil herunter und keine Spur führt weiter! Umkehren und 40km Umweg oder 12km riskieren? Mit dem Feldstecher lassen sich Spuren erkennen: doch der Weg führt weiter, über den Salzsee und die Lavafelder des Vulkans. Wir wagen es. Die Sanddünen sind leicht zu queren und der Salzsee ist steinhart, aber auch mit tiefen Löchern versehen. Langsam im kleinen Schritttempo, zotteln wir über diese Buckelpiste. Die Lavafelder sind anspruchsvoll, steil, rauf und runter. Erleichtert und zufrieden erreichen wir bei der Laguna Carachi Pampa einen sehr luftigen Standplatz.

 

Von Carachi Pampa führt uns die RP34 über eine weite Hochebene vorbei an vielen kleinen Vulkanen, nach Antofagasta de la Sierra, einer alten Minenstadt. Hier können wir wieder mal Diesel und Wasser nachtanken.

 

Weiter geht’s am weiss leuchtenden Cerro Mojones vorbei über enge und breite Hochtäler auf 4000m hinauf.

 

Von dort haben wir einen wunderbaren Blick auf den Salar de Antofalla und die umliegenden, sehr farbigen Berge.

Wir suchen im Salar die farbigen Lagunen, die Christian in seinem Kochbuch beschreibt, verfehlen aber die richtigen. Unsere Lagunen sind aber auch schön farbig.

Wir folgen einer Piste entlang des Salars de Antofalla, vorbei an grossen Glimmerbergen. So riesige Glimmerkristalle haben wir noch nie gesehen.

 

Auf der 4000m hohen Passhöhe nach der Oase Antofallita weitet sich der Blick in eine ganz andere Landschaft: in der Ferne grüssen die schneebedeckten Vulkane Llullaillaco, Socomba, Tanque, Aracar und Rincon, unten liegt der Salar de Arizora, der grösste Salar Argentiniens.

Mit dem schön geformten Vulkan El Cono de Aríta und einem grossen viereckigen Haufen Schwarzer Lava.

Wir fahren auf der, für eine Goldmine „gepflegten“ Salzstrasse mitten in den Salar und geniessen die Einsamkeit in der Nacht.

Die 50km lange Salzstrasse ist eigenartig: mörderische Wellen wechseln ab mit fürchterlichen Salzsteinpflaster und feinen, glatten „Schnee“-Pisten aus reinem Salz.

Ein ungewöhnliches Erlebnis, das uns den Gummi eines Stossdämpfers kostet. Mangels Ersatz basteln wir einen Notbehelf mit Nylon-Gürteln.

 

 

Vor hundert jahren wurde eine Bahnlinie über den Socombapass zwischen Antofagasta an der chilenischen Küste und Salta, am Rand der argentinischen Pampa gebaut. Die Bahn quert die Hochanden auf 4000müM und diente den Minen zum Abtransport der Erze und der Versorgung des argentinischen Hinterlandes. Sie ist noch heute funktionstüchtig, fährt aber selten.

 

In Tolar Grande beim Salar de Arizora steht ein sterbender Bahnhof. Nahe dabei liegen in einem Salzsee die wunderschönen „Ojos del Mar“, runde Wasserlöcher, die wie Augen wirken. In Ihnen wachsen noch prähistorische Blaualgen (diejenigen, die den Sauerstoff auf der Erde entwickelten).

Über eine Bergkette erreichen wir die „Siete Curvas“, eine steile Strassenstrecke, die über sieben Spitzkehren in eine neue Wunderwelt hinabführen: eine wilde runde Wüstenlandschaft aus versteinertem, rotem Lehm.

Im untergehenden Sonnenlicht brennen die Berge förmlich. Wir treffen dort Beat und Betty aus dem Baselbiet.

Sie sind mit ihrem Landcruiser mit Wohnkabine seit 4 Jahren auf der Panamericana von Alaska nach Südamerika unterwegs und nehmen eindrückliche Aufnahmen mit ihrer Phantom-Drohne auf.

Auf dem Salar de Pocitos fahren wir wieder auf feinem „Schnee“: die Strasse ist aus Salz gebaut, neben der Strasse leuchtet das Salzwasser türkis-blau.

Auf 3500 – 4500müM folgen wir der grösstenteils asphaltierten RN51 durch das eindrückliche Hochland nach San Antonio de la Cubres.

Wir verpassen zwar den berühmten Bahnviadukt mit dem darüber rollenden Zug des Tren a las Nubes, aber im Internet finden sich schon genügend Fotos davon.

 

Weiter geht’s durch die nicht zu verpassenden Quebrada de Tastil und Quebrada del Toro.

  

 

Über hundert Kilometer einmalige Schluchten mit sehr unterschiedlichen, farbigen Felsformationen: mal stark ausgewaschener Sandstein oder Nagelfluh, mal verwitterter Granit oder Basalt von vulkanischen Aktivitäten. Die Vegetation ist karg, sehr viele Kakteen und in der Nähe des Flusses grüne Oasen mit kleinen Siedlungen. Bahn und Strasse teilen sich den engen Platz.

Gegen Salta quillt die grüne Vegetation aus allen Fugen. Regen hat in den letzten Tagen viel Schutt auf die Strassen gebracht. Nach sooviel Gebirge können wir uns fast nicht sattsehen ob der Üppigkeit der Vegetation.

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2 Gedanken zu „Nicht schon wieder ein Abenteuer! In den Altiplanos La Peña Argentiniens“

  1. Hallo Heidi & Willi, ha Euri Brichte mit viu Freud gläse u di tolle Bilder aaglueget. Dir zwöi heit wiederum ganz tolli Sache erläbt u neui Frundschafte dörfe mache. Ig freue mi uf die nöchschte Erzählige vo nech. Alles gueti, liebe Gruess us Orpund.

  2. Sali Heidi und Willi

    Wau, eine tolle Route, durch fantastische Landschaften. Wunderschöne Bilder !! Teils erkennen wir den Weg wieder den wir auch gefahren sind.
    Zur Zeit sind wir in Kolumbien in Medellin, es regnet und hagelt mal wieder. In vier Wochen verschiffen wir unseren Wurzel ab Cartagene zurück nach Europa.
    Wir wünschen Euch weiterhin eine erlebnissereiche Zeit in Südamerika.
    Liebe Grüsse
    Gabi und Marco (www.travelers.ch)

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