Salta

Salta liegt eingebettet in einem breiten Tal zwischen hohen 5000-ern der Kordillieren und den 2000-ern der Sierra La Ramada. Eine typische argentinische Stadt mit dem quadratischen Einbahn-Strassenmuster. Wir bleiben eine Woche im Camping Municipal Balneario Xamena.

Das Schwimmbecken übertrifft alles, was wir bisher gesehen haben: ein 80 m breites und 250m langes, bis 5m tiefes, ovales Schwimmbecken wäre bei Sonnenschein genau das, was wir suchen. Nur ist seit Ferienende das Schwimmbecken ohne Wasser. Die brauchen ja Wochen, um das Becken wieder zu füllen.

Beim Toyota Service von Miguel lassen wir den Landcruiser auf Vordermann bringen, den Stossdämpfer flicken, die kritischen Stellen schmieren und das Seitenblech ausbeulen. Miguel ist ein passionierter Mechaniker.

Dank seines guten Namens steckt seine Werkstatt voller reparaturbedürftiger Fahrzeuge und auf der Strasse warten immer ein halbes Dutzend auf ihren Termin. Er kann nicht nein sagen und verlangt auch von den Touristen nur den Einheimischen-Preis.  Miguel ist ein vergifteter Toyota Fan, ein Super-Mechaniker und erst noch sehr ehrlich mit seinen Preisen. Sein guter Name auf iOverlander ist berechtigt, sein Service und die Arbeitsqualität sind einfach perfekt. Zudem begleitet er uns selber zum Spengler.

Dieser hat den eingeschossenen Kotflügel und die verbogene Stossstange von unseren Campingnachbarn Carla und Boris aus Luzern neuwertig repariert zu einem sehr fairen Preis. Von einem solchen Service können wir in Europa nur träumen.

Wir erwarten aus der Schweiz Post. Beim Correo Argentina warten wir stundenlang, nur um zu vernehmen, der Brief sei noch nicht angekommen. Ja, und die Wäsche muss auch wieder einmal gewaschen werden.

Der Xamena CP in Salta ist ein Treffpunkt für Weltenbummler.

Hier treffen wir bekannte und noch unbekannte Gesichter, die auf ihren Reisen durch Südamerika hier Halt machen, sich neu alimentieren, einmal kurz ausspannen vom Reisen. Eine Gelegenheit, ausgiebig Reiseerfahrungen auszutauschen. Beat und Betty sind seit 4 Jahren unterwegs von Halifax via Alaska, USA, Mittelamerika und Südamerika.

Sie sind mit einer Phantom-4-Pro Drohne unterwegs und zeigen uns sensationelle Bilder und Filme.

Ein weiterer Landcruiser gehört Carla und Boris aus Luzern.

Boris hat eine klappbare Mavica-Drohne.

Lothar und Petra, ex-Lehrer aus der Gegend von Münster, D mit ihrem Bremach.

Mathias und Stephanie aus Landshut planen ihre Reise mit dem Mercedes Bus über die Lagunen Route.

Beat nimmt einen kleinen, multifunktionellen Holzofen hervor. Es gibt ein Grillfest. Mithilfe von Plastikplanen und gekonnter Wagenburg vergessen wir glatt, dass es regnet und plaudern bis in die frühen Morgenstunden.

Kookaburra hat wieder einmal ein Bad verdient, zwar taucht er nicht in Himbeerschaum, wie in Australien, hier muss Wasser genügen.

Wir besuchen die Stadt, Salta la Linda, wie sie sich nennt.

Auf der Post wird uns die Warterei zu dumm, wir werden in ein paar Wochen nochmals vorbei kommen.

Die Cathedral de la Virgen del Milagro ist schön und imposant und wird von vielen Gläubigen inbrünstig und andächtig besucht.

 

Am Abend sind die Strassen voll von Müssiggängern, Einkaufenden, Autos und Bussen. Diese fahren im Höllentempo durch die Strassen um ihre verlorene Zeit einzuholen. Die Stadt lebt! Mit dem vollgestopften Bus fahren wir nachts zum CP zurück.

Neulich im Supermercado

Im Laden gleich neben dem Campingplatz haben wir uns eingedeckt mit ein paar Kleinigkeiten und stehen jetzt in der Warteschlange vor der einzigen Kasse. Der Kassierer nimmts gemütlich, hält hier und dort ein Schwätzchen mit den Kunden. Vor mir bezahlt eine Frau ihre Einkäufe und wartet auf das Rückgeld. „De donde son?“ (von wo seid ihr) fragt sie mich, ich erwidere „de Suiza“.  Die Dame stellt ihre Einkaufstasche auf den Boden, reisst die Arme hoch und ruft laut in die Runde: „que hermoso, bienvenido en Argentina“ (wie schön, willkommen in Argentinien)! Bevor ich weiss, wie mir geschieht, werde ich umarmt und geküsst, auch Gringo hinter mir erhält dieselbe Abreibung. Der Kassierer wartet indess mit dem Geld in der Hand und freut sich mit. Die Frau nimmt Tasche und Geld, geht zum Ausgang, dreht sich nochmals um, winkt und ruft.. „suerte“ (viel Glück) und verschwindet. Man stelle sich solch ein Szenario in der Schweiz an der Migroskasse vor!!

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