Süd-Chile

Wir wollen am Morgen früh wegfahren aber von wegen früh aufstehen! Um elf sind wir endlich fahrbereit. Zügig geht’s Richtung Fähre in Punta Espora auf der asphaltierten 257CH, Chris ist schon mal vorausgefahren. Die Landschaft ist flach-hügelig, leer gefressen von den Schafen. Dazwischen stehen vermehrt Gewerbebauten. Chris steht in einer Warteschlange von Lastwagen, wir mussten / durften vorne warten und konnten auf die nächste Fähre fahren, Chris kommt mit der übernächsten an.

Nach einem Kaffee mit Sandwich fahren wir auf der Y535 der Küste entlang an die Spitze der südamerikanischen Kontinents, zum Punta Dungeness. Die Strasse ist erstaunlich gut ausgebaut. Sie führt an vielen Erdöl / Erdgas Feldern und Kleinraffinerien vorbei. Im Magallan-Kanal stehen viel Förder-Plattformen.

Die Landschaft ist bedeckt mit prähistorische Sanddünen. Unterwegs begegnen wir einer riesigen Schafherde mit einigen tausend Schafen.

Die argentinische Grenze verläuft teilweise sehr nahe an der Strasse. Bei der Halbinsel Dungeness bleiben wir in der Nähe des Abhangs. Die Temperatur ist hoch, zum ersten mal seit langem sitzen wir in T-Shirts beim Apéro.

Der Morgen ist bedeckt, kühl, nichts mehr von der gestrigen Wärme. Wir fahren zum Faro Punta Dungeness, machen einen Spaziergang der Beach entlang.

Ein paar Magallan-Pinguine haben ihre Fresspause und fischen vergnügt im Meer. Wir besuchen eine der grössten Pinguin-Kolonien auf der argentinischen Seite nicht. Die Punta Dungeness ist ein riesiger Kieshaufen, auf der chilenischen Seite das Leuchtfeuer mit alten Repliken, auf der argentinischen Seite, bis zur Grenze eine Petrol-Aufbereitungsanlage für das Erdöl, Erdgas, das hier in der Magallan-Strasse aus dem Boden geholt wird. Viele verrostete Förderlöcher und Leitungen liegen herum.

Dieses Oelfeld hat wahrscheinlich seinen Zenit überschritten. Der Weg auf der Y535 zurück zur 255CH erscheint uns heute recht ruppig.

Bei Punta Delgada zweigen wir auf die Y255 zum NP Pali Aike. Das Vulkangebiet erstreckt sich über 5000 km2 in Chile / Argentinien. Die Laguna Azul ist nur über Argentinien zu erreichen, im NP besuchen wir die Cueva Pali Aike (Höhle Böser Geist).

Dieser Unterschlupf im Lavahang wurde von den Ureinwohnern benutzt. Wir bleiben auf dem CP. Schutzhütten bieten einen Windschutz, v.a. für Zeltler.

Bei einem Glas Wein geniessen wir die Wärme des Sonnenuntergangs. In der blauen Stunde feuert der Himmel nochmals so richtig ein.

Wir bleiben noch einen Tag im Pali Aike NP, wandern über die Lavafelder zu den Vulkankratern Morada del Diablo und Pozos del Diablo.

Das sind eindrückliche, tiefe Löcher und bizarr verzworglete Lavafelsen.

Beim Pozos ist das grosse Maar mit 2km Durchmesser vor 1 mio Jahren entstanden und der 2. Krater drin vor 15’000 Jahren. Im grossen Krater weidet eine Guanaco-Herde..

Nach der Rückkehr geniessen wir den Apéro bei bedecktem Himmel und leichtem Wind unter Schutzdecken.

In der Nacht leuchtet der Blutmond: eine totale Mondfinsternis zwischen 1.45 und 2.45 Uhr. Das verschlafen wir fast.

Er leuchtet noch etwas, dann wird er heller, und.. und am Morgen verpassen wir knapp den farbigen Sonnenaufgang.

Wir fahren durch den NP zur Laguna Ana, ein grösserer Salzsee in einem alten Vulkankrater. Der Wind bläst sehr heftig.

Wir laufen nur kurz runter, machen das obligate Foto der Flamingos in der Ferne. Wir hauen ab, Richtung Westen über die Y405 durch Estanzia-Land.

Bei einem Wasserloch fliegt ein Schwarm Flamingos und Graugänse weg. Am Boden liegt ein frisch geschlagenes Guanaco. Günstiges Jagdgebiet eines Pumas? Eine Pferdeherde flieht mit wehenden Mähnen, ein richtig schönes, wildes Bild (im Kopf). Guanacos, Nandus, Graugänse, Zugvögel, Pferde und viele Schafe wechseln sich ab. Zuerst einfach Weite, Leere, flach, bis zum Horizont, dann tiefe, alte vertrocknete Flusstäler. Bewölkt, gelegentlich etwas Regen. Die letzten 100km bis Puerto Natales sind asphaltiert, vorbei am Morro Chico, einem vulkanischen Felsklotz.

Am Horizont tauchen die Südanden auf.

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