Die Fjorde Patagoniens

In Puerto Natales suchen zuerst die Fähre nach Galeta Tortel.

Die ist, wie uns bekannt und befürchtet, bis Ende Februar ausgebucht. Die Fähre nach Puerto Montt hat noch freie Plätze. Nach langem Überlegen buchen wir bei NAVIMAG die Fähre durch die Fjorde, trotz recht hohem Preis. Wir müssen dann halt die Carretera Austral von Norden nach Süden fahren und nachher wieder gegen Norden im Zick-Zack ARG-CHI. Chris & Angie lehnen ab. Ein vorläufig letztes gemeinsames Nachtessen im „La Mesita Grande“ mit Pizza und Ossobucco. Die Fähre hat wegen dem starken Wind Verspätung. Letzte Info: Boarding statt heute Abend erst um 8-9 Uhr morgens. Ausfahrt, statt um 6 Uhr morgens, erst um 8 Uhr abends. Die Realität werden wir morgen sehen. Die Wind-Prognose ist jedenfalls alles andere als gut! Viel Papierkram mit Zoll und Fähre. Wir übernachten auf dem geschlossenen Cargo-Gelände. Ein paar Kühlwagen begleiten unseren Schlaf. Wir haben einen guten Windschutz hinter den Sattelschleppern.

De Nacht ist unruhig, viel Motorenlärm der Laster, die ihre Kühlaggregate und Batterien am Leben erhalten. Gegen Morgen viel Betrieb, ein Kommen und Gehen. Um 7 Uhr machen wir uns bereit, aber nichts ist klar: die herumstehenden Orangejacken wissen nichts, die Büros sind geschlossen. Nach 8 Uhr wissen wir: Boarding um 8.30. wir sollen einfach rauffahren. Wir werden eingewiesen, kommen in den grossen Essraum, können frühstücken und bald unsere Kabine beziehen. Abfahren? Abwarten!

Niemand weiss konkretes, die Windprognosen sind für den ganzen Tag schlecht. Am späten Abend geht‘s endlich los.

Die Nacht ist sehr ruhig. Morgen früh Nebel-Regen. Also weiterschlafen, bis das Morgenesssen vorbei ist. Die verhangenen Fjorde sind trotz Nebel-Regen eine Augenweide, leider fehlt das richtige Licht.

 

An einer Engstelle „schrammt“ das grosseSchiff knapp an den Felsen links und rechts vorbei.

Der Wind nimmt zu, erreicht über 100km/h.

Beim kleinen Ort Puerto Edén stoppen wir.

Drei Kleinboote bringen Material und Leute.

Nach kurzer Zeit wenden wir wieder in den starken Wind.

 

Foto Motiv eines Foto Motivs eines Foto Motivs

Das Schiff gerät in unangenehme Schräglage. Beim Vortrag über die Fauna Patagoniens sieht man auf der linken Seite nur Wellen, auf der rechten muss man aufstehen, um die Wasseroberfläche zu sehen.

Durch die „englische Enge“ muss der Kapitän den Kurs genau einhalten.

Ein entgegenkommendes Schiff muss warten, bis der Weg frei ist.

Beim Schiffswrack über dem Cotopaxi dürfen wir wegen zu starkem Wind nicht mehr aufs Oberdeck.

Am Abend eine Präsentation „Winter in der Antarktis“ und ein chilenisches Drama „Violeta“. Die Chotztabletten für die Nacht sind verteilt, sollen vor dem Einschlafen genommen werden, in 2 Std erreichen wir denn “Golfo de Penas“ (Golf der Leiden) am Pazific. Die kleinen Wellen sollen nur 6m erreichen, die grossen wesentlich mehr!

Die Bucht „Golfo de Penas“ kündigt sich in der Nacht mit einem Knall an. Aha, die Wellen!

Draussen tiefe Nacht, Nebel, Regen und vor allem starker Wind. Weiterschlafen. Die Gravitation spielt verrückt: mal zieht sie nach rechts, mal nach links, oben oder unten. Mal ist sie stärker, mal schwächer. Alles ist relativ, nur unsere Kajüte ist fix. Den ganzen Tag fahren wir durch hohe Wellen (5-10m?) Die Fähre schwankt dramatisch hin und her. Beim Mittagessen rutschen die Tablets nur so herum, alle haben den Besoffenen-Schritt. Draussen schwimmen Delfin-Rudel mit Luftsprüngen hin und her.

Albatrosse nutzen die Luftwelle, ziehen schwebend über dem Schiff vorbei.

Wir sitzen herum, diskutieren die möglichen Weg-Varianten. Am Abend ein Film: „La mejor Mujer“. Ein nichtaufgelöstes Transvestiten-Problem.

In der Nacht fahren wir wieder in die Fjorde rein, der Wellengang beruhigt sich, doch der Regen bleibt noch bis am Morgen. Eine Yoga-Session für Interessierte wird angeboten.

Langsam bessert das Wetter, die Sonne drückt hervor.

Wir dürfen die Brücke besuchen und erfahren viel wissenswertes zur Seefahrt mit einer solchen Fähre.

Übrigens, das angsteinflössende Wetter war zwar nicht ganz harmlos, aber noch lange nicht grenzwertig. Die Wellen nur etwa 4m hoch und die Neigung kaum über 6 Grad. Bei 25 Grad kann’s kritisch werden besonders wenn die Fracht verrutscht.

Auf dem Schiff viele Gespräche mit Mitreisenden aus der Schweiz, Australien, Irland, Brasilien uva.

Am Nachmittag sonnt sich die gesamte Reisegesellschaft auf dem Oberdeck. Einmal sehen wir den Dampfstoss eines Wales (Blauwal?)

Gegen Abend kommen wir in Puerto Montt an.

Möwen umkreisen einen Fischkutter.

 

Auf den Bojen sonnen sich Seelöwen,

Nach dem Festmachen dürfen wir warten. Die Passagiere fast eine Stunde, die Fahrzeuge nochmals fast eine Stunde. Zuerst muss die Fracht von den Decks entfernt werden. Endlich kommen wir raus, ohne Probleme. Die CP sind in Puerto Montt dünn gesät. Wir fahren, gemäss iOverlander, zur COPEC Station an der Av. Salvador Allende. Die PP hinter der Station sind voll Lastwagen, wir parken neben dem Restaurant. René und Brigitte (AG) sind da, sowie 2 Aussi aus Sydney, Franzosen Argentinier und Chilenen. iOverlander hat gute Reklame gemacht für diesen Platz. Wir essen Fastfood und legen uns bald schlafen. Recht starker Freitagabendlärm mit Verkehr, Tanken, röhrenden Motoren bis weit in die Nacht hinein. Die Nacht ist recht laut aber doch „schlafbar“. Am Morgen verabschieden sich René & Brigitte.

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