Chiloé Mitte

Die Überfahrt mit der Fähre von der Isla Quinchao nach Dalcahue geht schnell. Auf der W55 fahren wir nach Putemin und suchen das bekannte Restaurant Rucalaf.

Es ist berühmt für seine extravagante Küche mit normalen Menüs: sehr gut und sorgfältig zubereitet, schön serviert, angenehme Atmosphäre.

Wir geniessen den Merluzo mir Rotwein-Risotto oder Papas nativas, Salat und ein Tiramisu.

Der Besuch hat sich absolut gelohnt. In Castro ist der anvisierte CP der Schule geschlossen, etwas weiter draussen ist im CP Santa Elba noch ein Plätzchen frei. Er ist mit Zelten überfüllt.

Wir suchen noch eine Lösung für den Fährentransport aufs Festland, nachdem die Zahlung nicht funktioniert hat. Wir bekommen eine Offerte für den 17.2. Noch eine ganze Woche! Die Fähre über Hornopirén ist ebenfalls besetzt. Wollen wir überhaupt in den Süden auf die Carretera Austral? Chris und Angie melden sich mit schönen Fotos. Wir gehen, buchen für den 17.2. !

In Castro finden wir einen Parkplatz direkt bei der Iglesia San Francisco am Plaza de Armas.

 

Die Holzkirche ist um 1905 abgebrannt und neu aufgebaut worden. Innen sehr schön mit Holz ausgebaut, schöne Figuren, so richtig „Religion“.

Im Casa Parroquial daneben verkaufen die Frauen ihr Handwerk in kleinen Verkaufskojen.

Im Unimarc füllen wir unsere Vorräte und bei Petrobras unsere Dieseltanks wieder auf. Auf dem Weg nach Süden wieder das steile Strassenstück. Die Inseln Chiloe sind hohe Felsplattformen mit steilen Küsten. Die einfachen Holz-Häuser sehr farbig, auf Stelzen.

Mapsme führt uns durch einen engen, kurvigen Feldweg direkt zum CP in Quinched. Wir sind allein auf dem Platz, schöne Aussicht auf die Meeresbucht. Ein stinkendes, rauchendes Plastikfeuer und ein beissender Wind verderben die Atmosphäre etwas. Wir vertilgen das frische Poulet vom Unimarc. In der Nacht fällt leichter Regen.

Das trübe, leicht regnerische Wetter mit kühlem Wind löst keine Anreize aus, weder zum Gehen, noch zum Bleiben. Nach Mittag fahren wir doch los, die ersten Sonnenstrahlen drücken durch die Wolken. Wir fahren entlang den Lagos Huillinco und Cucao zur Pazifik Küste, bleiben auf dem CP Cucao. Hohe Eukalyptus Bäume bieten einen guten Schutz gegen den starken Wind. Nach einem Apéro laufen wir zur Küste.

Feine chilenische Wilderdbeeren wachsen im niederen Gras. Die Wellen branden ungehemmt an den Strand, der Wind bläst den Sand vor sich hin.

Auf dem Rückweg folgen wir den Sendero de Dunas des NP Chiloé. In 3 Etappen wird die Entstehung eines Dünen-Waldes demonstriert und unheimliche Geschichten erzählt von Fabelwesen und Geisterschiffen.

Der Weg durch den Wald ist „unheimlich“ schön. Bei einem Glas Sauvignon Blanc geniessen wir die warme Sonne.

Wir besuchen den NP Chiloé, laufen die Tracks durch den Sekundärurwald ab.

Sie führen durch einen sehr dichten, undurchdringlichen, aber schönen Wald mit einem Mirador.

Riesige Nalcas

Fuchsia-Bäume, nicht nur Stöckli!

Der Track ist meistens auf guten Plankenwegen, zum Teil aber in saftigen Schlammstrecken angelegt.. Im Restaurant gönnen wir uns einen Pisco Sour, eine süsse Apfeltorte, Ceviche mit Lachs und einen Braten mit Reis. Das reicht für‘s z‘Nacht. Der CP-Wart lädt uns in der Nacht zur Besichtigung des Mondes ein, durch sein Teleskop. Auf dem Halbmond sind die Krater sehr schön zu sehen.

Bei schönstem Sonnenschein geniessen wir das z‘Mörgele. Heute fahren wir die kurze Strecke zur Muelle de las Almas am Pazifikstrand vorbei über eine fürchterliche Ripio-Strecke steil hinauf und hinunter. Wie kommen da nur die PWs durch? Die graben sich mit den Vorderrädern richtig ein. Die Landschaft ist ein typisches Hochplateau mit tiefen Einschnitten bis auf Meereshöhe.

Oben (Bauern-) Häuser, unten schöne Moorlandschaften. Beim Parkplatz sind wir nicht die Einzigen. Der Wanderweg ist zur Moelle ist „nur“ 2km, aber die steilen Höhenunterschiede haben es in sich!

Ich glaube, die meisten Wanderer haben die Strecke unterschätzt, besonders die nicht gerade geländegängigen Grossmütter. Vorne bei der Muelle, einem Holzsteg die Überraschung: da stehen hunderte Leute in einer Warteschlange.

Sie möchten alle die ultimativen Fotos mit sich, fröhlich grinsend und händeschwingend, und dem Pazifik im Hintergrund, machen.

Was für eine Marketing-Strategie haben die Betreiber sich da ausgedacht, dass so viele Leute sich an diesem Steg anstellen. Die Geschichte mit den sehnsüchtigen Seelen ist ja sowas von an den Haaren herbeigezogen. Vielleicht erhofft sich die Grossmutter doch noch einen Seelensprung!

Klar, die Landschaft ist wunderbar, die Felsen, das Meer und, fast unbemerkt, die Seelöwen in der Loberia auf den Felsen, tief unten.

Der Rückweg ist wieder sehr ruppig, im 4WD Modus jedoch leicht zu bewältigen, wenn auch sehr langsam. Zurück auf dem CP gibt es einen Apéro und zum z‘Nacht Poulet-Reissalat. Mmmmhh, fein.

Es hatte viel Besuch auf dem CP. Die Jungen Backpacker hatten es richtig lustig, mit Lachen, Musik, Gesang bis in die frühen Morgenstunden. Wir fahren weiter, auf die Ruta 5 Sur, vorbei an langen Baustellen Richtung Quellón.

Wir müssen noch die Fähre bezahlen, sonst geht die noch ohne uns! In einer Ferreteria suchen wir vergeblich einen Gasanschluss. Vielleicht in Santiago!. In der Lavanderia werden wir unsere Wäsche los, wir holen sie erst am Sonntag ab, wenn wir auf die Fähre gehen. Bei Entel möchten wir unsere Internetverbindung verbessern: der iPad läuft jetzt wenigstens auf 3G. Für ein Abo auf 4G müssten wir Chilenos sein. Im übrigen, hat es südlich von Puerto Montt sowieso kein 4G-Netz! Dafür essen wir im Tierra del Fuego eine Tabla Tierra del Fuego, eine Platte mit Poulet, Rind, Schweinefleich, Crevetten, einen feinen Kartoffel-Käse-Auflauf und Risotto Camarones. Etwas viel auf einmal, es gibt keinen z‘Nacht mehr!

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