Warburton – Red Center – Alice Springs

10.2.2015 Warburton – Great Central Road – Warakurna

Am Morgen wecken uns Dutzende Galas, Spitzhauben-Tauben und Pfaue. Die Nacht war recht lärmig von den alten Klimaanlagen und Generatoren, nicht mehr die Stille der Einsamkeit. Wir füllen Wasser und Diesel nach. Der Shop ist erstaunlich gut bestückt mit frischem Obst und Gemüse.

Truckfahrer lassen ihre Anhänger draussen auf dem Parkplatz und kommen mit dem Zugfahrzeug auf den CP.

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Ein Mietfahrzeug wird für den neuen Mieter bereitgestellt!

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Die Fahrt auf der Great Central Road verläuft ereignislos, rasch.

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2 Fahrzeuge überholen uns und etwa 10 kommen uns aus dem Osten entgegen. Verkehr! Staub! Wasser auf der Strasse entpuppt sich als Haluzination

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Unterwegs kurzer Halt bei einem Campground mit Weitsicht vom Hügel.

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Ein Picnic im Auto: Du hast nur die Wahl zwischen Kühlschrank oder Backofen: draussen herrschen 46°C im Schatten, an der Sonne einiges mehr, im gekühlten Auto sind es nur 38°C.

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Einer umgestürzten Toyota-Landcruiser-Leiche wird die Schraube für die Befestigung unserer Handbremse herausopperiert. Wir bleiben beim Roadhouse Warakurna. Die Anlagen sind gut, der BBQ-Grill funktioniert. Beim Nachtessen fällt Regen, ganze 27 Tropfen. Hier gilt totales Alkoholverbot. 2 deutsche Touristen kommen freudestrahlend in die Camper-Küche mit einem grossen Karton Bierdosen zum Kühlen im Kühlschrank. Kleinlaut verlassen sie den Raum wieder, nachdem der Koch vom Roadhouse auf das Türplakat hingewiesen hat. Das haben wir schlauer angestellt: die Dose war gut in der Einkaufstasche versteckt und hat gut gemundet.

12.2.2015 Warakurna – Great Central Road – Yulara

Wegen der Hitze nehmen wir das Z’Morge in der Camperküche ein, da bläst wenigstens ein Ventilator die heisse Luft herum. Jens und Thomas braten Spiegeleier, das duftet fein. Der Koch sitzt schon wieder am Compi, er hat heute seinen freien Tag. Sein „Girlfriend“ kommt kurz mit ihrem Kaffee vorbei. Aha, ein späterleuchtetes Paar! Wir kleben uns an einen Tisch mit unserem Müesli. Vor der Abfahrt wird noch die Handbremse mit der herausoperierten Schraube fixiert.

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Die heutige Fahrt ist einfach: auf der Western Australien-Seite ist die Great Central Road gut ausgebaut, glatt gestrichen, aber auf der Northern Territory-Seite ist sie ruppig, mit Wellblech, dem man möglichst ausweicht.

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Zwischenhalt bei der Lasseter-Höhle: hier suchte Lewis Lasseter im Januar 1931 fast 4 Wochen Schutz nachdem seine Kamele ausrissen und ihn ohne Nahrung zurück liessen. Wir können uns die Hitze gut vorstellen. Er versuchte dann zu Fuss zum Ayers Rock zu gelangen. Mit Hilfe von Aboriginals schafft er noch 55 der 140 km. Er überlebte die Strapazen nicht.

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Unterwegs ein kleiner Sandsturm.Bei einem weiteren Zwischenhalt wollten wir die montierte Schraube prüfen und bemerkten einen wollfadendicken Dieselstrahl aus dem Tank rinnen. Hastig verklebten wir das Leck mit Kaugummi, in der Hoffnung, das reiche bis Yulara. In rascher Fahrt auf der nun guten Strasse versuchten wir ein Optimum zwischen Verbrauch und Verlust zu finden. In Yulara war die Touring-Hilfe rasch an Ort und konnte den Fluss vorerst stoppen. Morgen gehen wir nochmals in die Garage.

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Die Rückwand ist voll verklebt mit Diesel-Staub-Gemisch. Solche Ereignisse zehren stark an den Nerven.

13.2.2015 Yulara – Uluru – Yulara

Heute ist „Unruhetag“. Der Gang zum Garagisten ist noch mit unguten Gefühlen verbunden: die blanken Nerven sind noch nicht verheilt. Bringt er den Tank dicht?

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Tony strömt Zuversicht aus. „In 2-3 Stunden wissen wir mehr“. Wir können im Kantinenraum lesen, mailen, Kaffee trinken etc. Nach 2 Stunden zeigt er das Resultat: eine Dichtschraube macht alles dicht!.

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Erleichtert fahren wir ins Resort-Zentrum. Wir gönnen uns einen feinen Salat mit Pizza, dann geht’s ab ins Aboriginal Zentrum. Wir wollen doch etwas mehr wissen über die Aboriginals, ihre reiche Kultur, ihr mühseliges Leben. Ihre Gesetze, Vorschriften, Regeln und Erkenntnisse sind mündlich überliefert. Dazu gehören speziell die Kenntniss der Natur und ihrer Produkte als Nahrung und Medizin. Es ist erstaunlich, was der karge Wüstenboden alles hergibt. Der Ayers Rock oder Uluru gehört ihnen seit den 70-Jahren wieder wie vor der Kolonisation seit Jahrtausenden. Sie haben wieder eine gewisse Autonomie erlangt, was aber ihr Los als Ureinwohner nicht viel verbessert. Entweder arbeiten sie kreativ an Kunstgegenständen oder sie versinken im Alkohol oder schnüffeln Benzin, wenn sie dazu kommen. In den Aboriginal Gebieten gilt striktes Alkoholverbot und Benzin ist ersetzt durch „Opal“ ein vergälltes Benzin, das sich kaum zum schnüffeln eignet. Ihre „Ferien“ verbringen sie oft monatelang im Gefängnis in Alice Springs, nachdem sie betrunken aufgefischt wurden. Natürlich gehört das Aufreihen am Sunset-Point zum obligaten Touristenvergnügen um die magischen Lichtveränderungen zu beobachten.

Gut Ding will Weile haben

Es ist 17.30 Uhr, wir fahren auf dem Sunset-Parkplatz ein um wie viele andere das ultimative Sonnenuntergang-Bild des Uluru zu schiessen. Bereits sind ein paar Unentwegte in Position, stellen Stative auf, rennen auf dem Weg vor der Absperrung zum Berg hin und her, um den besten Standort zu ergattern. Andere machen es sich gemütlich bei einem Picnic, Kinder flennen wegen den abertausenden Fliegen und wollen wieder gehen. Die ganz Cleveren bleiben im Auto, mit angelassenem Motor versteht sich, und warten, bis es soweit ist. Schon das Zuschauen ist amüsant.
Auch der Hof-Fotograf muss sich etwas einfallen lassen, schliesslich wartet die whot-Fan-Gemeinde auf Schnappschüsse der besonderen Art. Wir sind früh dran, die Sonne geht 18.30 Uhr unter.
Die Dachluke wird geöffnet, Campingstuhl emporgehievt, Stativ aufgestellt.
GoPro und Nikon eingestellt, ein paar Probeaufnahmen werden schon mal geschossen.
Der grosse Parkplatz füllt sich, ein emsiges Treiben beginnt. Die Zeit drängt, die Kameras sind auf den Berg gerichtet.
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Unser Buschmann gönnt sich eine Pause im gepolsterten Stuhl. Es ist zu hoffen, dass er den Sunset nicht verschläft!

14.2.2015 Yulara – Uluru – Yulara

Das Gehetze fängt schon früh an. Um viertel vor fünf fahren die ersten Nachbarn weg und wecken uns. Wir wollten eigentlich auch zum Sunrise Viewpoint fahren, aber gestern wurde es sehr spät (deshalb ist die Webseite fast aktuell!). Endlich kommt doch noch Bewegung auf. Der Muni fährt wie vom Aff bisse. „ He, es isch 40“ „Do nümme!“ „Wo geit’s düre?, D’s GPS zeigt Seich: 192km!“ „Lue emol, dä Tubu überhout üs uf dr 80-er Strecki! Dä verpasst dr Sunneufdang nid“ „Do vorne rächst!“ „Bisch sicher?“ „Chasch jo umchere!“ „Jez simer im Seich“ „Lue, d’Sunne chunnt“ „Dört vorne isch es!“ „Di erschte gö scho wieder“ Ischmer gliich, dr Feus-chlotz isch immer no magisch schön“.

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Wir warten noch bis der Uluru voll beleuchtet ist. Die Farben wechseln in umgekehrter Reihenfolge gegenüber gestern von grau-violet über dunkelbraun, hellbraun bis goldbraun-rot. Nach dem Feld-z’Morge umfahren wir den ganzen Berg und besuchen ein paar der interessanten Stellen.

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Wenn Du das Bild genau betrachtest, zeigt auch der Ayers Rock Herz. HAPPY VALENTINE!

Für die Aboriginals ist der ganze Berg das Geschichts- und Gesetzesbuch. Sie lesen aus jeder Felsveränderung die Geschichten und Lebensweisheiten ihrer Vorfahren.

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Hier ist die reiche Kultur sicht- und greifbar. Vor Mittag müssen wir noch den Rest-Diesel bei der Garage abholen. Wir gönnen uns „z’gliiche wie immer“ und der Nachmittag ist mit Laundry und Schwimmbad ausgefüllt und gegen Abend nutzen wir den Backofen (das Autothermometer zeigt 50°C) und Valentina knetet Teig, formt einen Ring, füllt ihn in den Omnia und Valentin soll für’s Feuer sorgen. Das klappt zwar nicht ganz, aber das Resultat wurde „nume es Bitzeli zum probiere“, zur Hälfte aufgegessen: sooooooooooo guet!!!!!!!!!!!!!

15.2.2015 Yulara – Curtin Springs

Nach dem Zivilisations- und Touristenhalt in Yulara solls heute weitergehen. Wir füllen nochmals Tank, Kühlschrank und Lebensmittelreservoir (eigentlich haben wir genug zum Essen und Trinken, aber, wer weiss was wir beim nächsten Stop bekommen. Die Fahrt über den Lasseter Highway führt langsam weg vom Uluru durch eine Landschaft mit roten Sanddünen und einer erstaunlich grünen Pflanzenbedeckung. Oft erinnern die roten, mit grünen Wüsteneichen und Spinifex-Büschen bewachsenen Sandfelder an die naive Malerei der Aboriginals.

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Das ist das Red Center Australiens, das wir so sehr bewundern. Beim Roadhouse Curtin Springs gönnen wir uns ein dickes Sandwich. Die Farm ist für unsere Verhältnisse sehr gross: 4000 Quadratkilometer oder 40 x 100 km oder von Solothurn bis Yverdon, vom Jura bis in die Voralpen. Die jetzige Familie ist seit 1956 auf dieser Farm, Fotoalben in der Bar zeigen ein eindrückliches Bild des Farmerlebens. Zur Farm gehört auch der Mt.Connor, ein flacher, 300 m hoher Tafelberg, der, wie der Ayers Rock, mächtig aus der flachen Landschaft heraussticht.

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Er ist, als privates Gebiet, für Besucher nur limitiert zugänglich. Wir können ihn nur aus der Ferne beobachten. Nicht mal so schlimm, bei der Hitze liegen wir untätig flach!

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Wir suchen einen Ausweg aus dem Backofen, aber das Meer ist weit weg. Von hier via Cairns nach Darwin sind es 4500km, via Adelaide je nach „Grab’scher Abkürzung“ auch 4-6000km. Keine Alternative! Weiter rösten!

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Abwechslung bringen ein Waran, Fledermäuse und Dingo-Geheul in der Ferne. Für einmal verschwinden die Fliegen mit dem Sonnenuntergang.

16.2.2015 Curtin Springs – Kings Canyon

Wir brechen gemächlich auf. Wir haben zwar eine lange, aber ereignislose Strecke vor uns: Asphaltstrasse bis zum Ziel. Erster Halt: Mt.Connor Lookout auf dem Lasseter Hwy. Nach Süden der entfernte Mt. Connor. Die Touri-Busse laden hier ihre Gäste aus, nach 5 Minuten wird das Horn eingeschaltet. Nach Norden zeigt sich ein schöner Salzsee. Wir laufen die 3-400m. Die oberste Kruste ist fest, aber darunter kommt Schlamm zum Vorschein. Die Strecke zum Kings Canyon ist wie gehabt, abwechslungsreich, mal hohe Wüsteneichen, mal dichter Mulga-Busch, mal abgebrannt. Das Kings Creek Resort hat Kamele in seiner Sammlung, eigentlich eine Pest für das Land, sie fressen alle Büsche auf ihre Komforthöhe herunter, zerreissen die Viehzäune. Sie werden zu hunderten abgeschlachtet, zur Kontrolle des Bestandes. Die Kathleen Spring ist ein magischer Ort, für die Aboriginals wie auch für uns. Mitten in der trockenen Wüste ein kleiner, permanenter Wassertümpel, sorgt für eine reiche Flora und Fauna. Die Aboriginals haben solche Plätze mit grossem Respekt gepflegt, damit ihre Nahrungsgrundlage nicht zerstört wird. Da haben die Viehzüchter aber anders gehandelt!. Nach einem Abstecher zum Kings Canyon und Walk durch Flussbett fahren wir zum Resort und setzen uns bei einem Apero auf die faule Haut.

17.2.2015 Kings Canyon

Heute wollten wir eigentlich früh aufstehen um den Rim-Walk um den Kings Canyon bei angenehm kühlen Temperaturen anzugehen. Die letzte Nacht war aber mit vielen Wachzuständen verbunden, ein Nachbrenner der Wein-Kaffee-Kombination. Wir kommen aber doch noch auf Touren, bevor der Zugang „wegen hohen Temperaturen“ geschlossen wird, was übrigens nicht nur hier, sondern im ganzen Northern Territory gilt: bei Temperaturen über 36°C werden die schwierigeren Touren je nach Länge, ab 9 Uhr geschlossen (zB. Valley of the Wind in den Olgas, Rundweg oder Aufstieg beim Uluru). Wir haben einen günstigen Tag erwischt: bald ist der ganze Himmel von Wolken bedeckt, ein „kühler“ Wind weht. Der Aufstieg ist hart. Wir werden vom Wüstengekko empfangen. Der Blick von oben ist überwältigend. Der Track sehr gut angelegt, mit Informationen über die Entstehung der Region. Vor 350 – 400 Millionen Jahren war hier eine Sandwüste. Sandschichten wurden übereinander gelagert und immer wieder verschoben. Später hat Wasser Silikate gelöst und damit den Sand zu hartem Sandstein verklebt. Mit der Zeit entstanden Risse, die mehr oder weniger stark ausgewaschen wurden. Überall sieht man die Spuren dieser Geschichte. Die Aboriginals haben ihre eigene Geschichte der Entstehung; die runden bienenkorb-ähnlichen Felshügel sind junge Kuninga-Männer, die hierher wanderten während der Traum-Zeit. Kuninga sind Western Quolls, eine endemische rattenähnlich Katzen-Art („All those native cats, sitting there. They were there before. They’re still there. That one is really important. That dreaming is still there.” Clive Impu, Traditional Custodian of this land) Zuhinterst in der Schlucht kommt der Garten Eden: ein kleines, enges Paradies. Sauberes Quellwasser bleibt hier immer liegen. Die Tier- und Pflanzenwelt ist einmalig. Die Aboriginals sind solchen Wasserstellen immer mit grossem Respekt und Sorgfalt begegnet, denn sie garantierten ihnen das Ueberleben mit Wasser und Nahrung. Auf dem Plateau öffnet sich der Blick auf die grosse, glatte Abbruch-Wand. Bei unserem letzten Besuch hat es hier leicht geregnet. Die Landschaft und vor allen der Duft verändern sich sofort. Duft in Australien ist sowieso ein eigenes Thema: jeder Nationalpark hat seinen eigenen Duft, mal simpel Eukalyptus, dann würzig-teeartig, eine Apotheke für Schnupfenmittel, würzig-harzig (Labdanum) mit trockenem Heu, würzig-aromatisch (trockene Vanilleschoten), nach Räucherstäbchen (Sandelholz), grobe, würzige Räucherküche, einfach nur staubig-trocken, süsser Blütenhonig, am Meer algenartig-salzig, schweflig-faulige Eier, in Fledermaushöhlen Ammoniak – faulig, oder die Biotoiletten: Fäkalgeruch, faulig, kombiniert mit einem parfümistischen ätherischen-Oel-Geruch. Wir sind früh wieder zurück auf dem CP und geniessen den Nachmittag mit einem kühlenden Bad im Swimming Pool.

18.2.2015 Kings Canyon – Running Waters (Finke River)

In der Nacht fällt wenig Regen und am Morgen bauen sich dunkle Regenwolken auf. Hoffentlich keine Sturmflut über dem Finke River. Ein komplett abgemagerter, schwarz verbrannter Dingo schleicht durch das Gelände, bleibt kurz bei uns stehen bettelt mit seinen Augen und trottet weiter. Die Versuchung, ihm unseren Schinken hinzuwerfen ist gross, aber wir haben gelernt: „A fed Dingo is a dead Dingo“. In der Nacht wird die WC-Tour mit einer Foto-Tour verbunden: hunderte Insekten kleben an der Aussenwand der Toilette, angelockt vom brennenden Licht. Beim Abschied hinterlassen wir dem Management eine Rüge:

A serious word to the maintenance manager of Kings Canyon Resort: we have visited many campgrounds in Australia. Some of them were in remote areas, where the responsible ranger had to travel 40km for cleaning. None of them was as badly maintained as this one! Toilets over flushed, full of faeces, water basins over flushing, BBQ stands not working and very dirty. Fat containers below BBQ’s are overflowing to the ground. We had to pay 45$, the upper limit of what we normally pay. The premises you have are very nicely designed and very well built. The natural environment is fantastic. Your ancestors have made a very good job. It’s now your duty to follow them, otherwise you should be fired immediately! Kings Canyon Resort is a nice place to stay, too good to let it run down.

Die Fahrt über die Luritja Road geht rassig vorbei. Ein paar kleine Pfützen erinnern an den nicht eingetroffenen Wolkenbruch. Die Ernest Giles Road ist eine fein planierte „Rough Road“ mit Warnung für normale 2WD Fahrzeuge. Bei der Abzweigung zum Bogy Hole Track ist die Warnung aber noch viel dicker: nur „well experienced 4WD-drivers, well equipped vehicles (2 Reserve Räder, Radio Funk, Satelliten Telephon) in Gruppen fahren, Information bei Freunden oder der Polizei hinterlassen“. Wir sind vorwitzig, sind allein und denken positiv. Solange kein Wasser fliesst sollte die Strecke zu managen sein. Wir lassen uns Zeit. Die Landschaft ist herrlich grün und ein lila Blumenmeer. Wir fahren durch Farmland mit Vieh, über Dünen an den Finke River. Ein kritische Stelle meistert die Fachfrau mit Bravour: tiefes Loch, hoher Buckel. Kookaburra tänzelt auf 2 Rädern darüber. Der Hof-Fotograph erschrickt, drückt irgendwie auf die Kamera. Für gelungene Fotos verzichten wir auf eine Wiederholung zu Gunsten der Sicherheit. Die Running Waters sind wassergefüllte Flussstrecken mit tiefem Wasser, Fischen, Fröschen und vielen Wasserinsekten. Unser Nachtplatz ist wie ein Traum: mit Palmenbestand, weissen Eukalyptusbäumen mit grünen Blättern, der Boden bedeckt mit dichtem grünen Gras und davor ein Weiher. Wir geniessen den Sonnenuntergang und hören den Zikaden zu.

19.2.2015 Running Waters – Boggy Hole (Finke River)

Die Nacht wird spürbar kalt, nur noch 20°C am Morgen. Noch vor dem Morgenessen machen wir uns auf eine Runde um das „Running Waters“, das kann ja nicht sehr weit sein, in dieser trockenen Wüste! Denkste! Nach kurzer Zeit kommt ein Seitenbach mit tiefem Wasser, der umrundet werden muss, dann eine steile Felswand, endlich finden wir eine Stelle, die wir überpringen können. Das Wasser fliesst tatsächlich, wenn auch gering. Darin tummeln sich kleine Fische. Ob die von der letzen Eiszeit stammen, oder von Menschen oder Vögeln ausgesetzt wurden, entzieht sich unserer Kenntnis. Der Fluss muss zeitweise sehr viel Hochwasser bringen, wenn wir den Schwemmschutt in den Bäumen sehen. Die ganze Tour dauert über eine Stunde, bis wir hungrig und durstig beim Camp ankommen. Die Fahrt durch das Finke River Tal ist, wie versprochen bei den Mahnungen, recht anspruchsvoll. Mal ein Strecke mit querliegenden Felsformationen, mal dicker, weicher Sand, dann ein Geröllbett, tiefe Löcher mit steilen Anstiegen. Es ist wirklich nichts für den unbedarften Touristen, und dazu zählen wir uns natürlich nicht! Das Tal zeigt sich von seiner schönsten Seite; dichter Wald, grüne Matten, Flussauen mit Geröll, immer wieder Wasserstellen. Schliesslich kommen wir beim Boggy Hole an. Von „einboggen, einsanden“ haben wir noch nichts gemerkt (oder einfach verpasst). Der Platz ist traumhaft: eine rote Felswand hinter einem Weiher mit grünem Schilf und Gras, die Pelikane fliehen weiter weg, zu den schwarzen Schwänen mit ihren Jungen. Ein hoher Baumbestand gibt perfekten Schatten. Wir haben viel Zeit für einen Apéro. Die Buschfrau nimmt Brotteig in die Mangel, knetet ihn durch und durch. Hoffentlich nicht ein Ersatz für den Frust am Buschmann. Der Cobb Grill wird angefeuert, mit Kabisgemüse angewärmt, mit Känguru-Steaks richtig erhitzt und darf dann das Brot mit der Resthitze ausbacken. Mmhh, das wird fein. Am Abend rauscht noch ein Pärchen mit seinem Toyota Kleinlaster vorbei.

20.2.2015 Boggy Hole – Hermannsburg – Palm Valley

Am Morgen kommt Wind auf – von Osten. Wir nehmen’s zur Kenntnis, bis es knallt: Die Caravanstore fliegt über den Camper, dabei brechen 2 Stangen. Ist doch eigentlich klar: bei Wind muss die Store eingerollt oder gut gesichert werden! Wir sind gespannt auf den weiteren Weg. Bisher war alles noch ziemlich „normal“, der Track „managable“. Kurz nach dem CP eine erste Wasserpfütze, dahinter ein steiles Bord. Kein Problem – denkt man, bis das rechte Vorderrad tief im Wasser versinkt. Hoppla, das wurde übersehen, aber nicht halten, das Bord kommt ja noch, diesmal mit dem linken Vorderrad. Dann kommen die beiden andern Räder dran. Die Grenzen der Verschränkung werden ausgetestet ein grosser Ruck und wir sind oben. Huch, das ging nochmal gut. Die nächsten kritischen Stellen werden genau angeschaut, bevor wir ins Unheil rennen. Wenn Du zwei Alternativen hast, wähle die Bessere oder die weniger Schlimme!. Tiefer Sand, der fliesst wie Wasser: wir müssen den Pneudruck senken. Bei der steilsten Stelle wird viel Wasser vom Fluss hingeschüttet. So kommen wir problemlos durch. Der nasse Sand fühlt sich an wie ein Felsband. Bis Hermannsburg kommen noch viele weiche Sand-, steinige Kies-, spitze Fels-strecken. Dieser 2.Teil des Finke-Tracks hat es in sich. Die Warnungen sind berechtigt: wer unerfahren, schlecht ausgerüstet und psychisch labil hier fährt, wird unweigerlich tief stecken bleiben. Kein iPhone hilft hier raus und der Verkehr ist sehr beschränkt. Vom Boggy Hole nach Herrmannsburg sind’s immer noch etwa 30km, die man zu Fuss bei dieser Hitze kaum schafft. Hilfe aus dem Süden kannst Du vergessen: Yulara und Kings Canyon sind hunderte Kilometer entfernt. Herrmannsburg ist ein alte, renovierte Missions-Station: Museum und Versorgungs-Zentrum und eine Aboriginal Community, abgeschlossen hinter Zugangsverboten und hohen Zäunen. Wir fahren noch ins schöne Palm Valley. Der Weg dahin: ruppig, sandig, aber der Weg ist scheinbar neu angelegt: wir fahren nicht mehr im Finke-River-Flussbett.

21.2.2015 Palm Valley

Früh am Morgen ein kleines Frühstück, dann fahren wir zuhinterst ins Valley zum Parkplatz für die Fusstour. Die Strecke ist nichts für schwache Nerven: sie sieht zwar einfach aus, aber Felsen von 50cm sind halt 50cm hoch, und darüber fahren bringt den Kookaburra heftig ins schaukeln. Der Tripp bringt uns über das Tal mit guter Sicht hinunter und in die Ferne. Im Tal wachsen die endemischen Palmen (Red Cabbage Palms Livistonia mariae) in einer Oase mitten in der Trockenheit. Im Wasser tummeln sich kleine Fische. An einer Stelle ist der Weg an einer Felswand entlang mit sehr wenigen Griffen. Flutsch! Das Wasser ist nicht sehr tief, reicht nur bis zum Knie!. Den Nachmittag geniessen wir mit faulenzen und lesen. In der Nacht läuft das Experiment „Lichtfalle für Insekten“: ein weisses Moskitonetz wird zwischen zwei Bäumen aufgehängt und von unten mit einer Lampe beleuchtet. Gegen Morgen lohnt sich der Foto-Tripp: viele Frösche stellen sich neben die Lampe und strecken von Zeit zu Zeit die Zunge heraus und fangen damit kleine Insekten die grossen klettern auf dem Netz herum: 20cm grosse Stabheuschrecken, Gottesanbeterinnen, Zikkaden, viele kleinere und grosse Heuschrecken, Käfer, Nachtfalter etc. Die Ausbeute ist wirklich gross.

22.2.2015 Palm Valley – Gosses Bluff – Glen Helen

Am Morgen erster Regen seit langer Zeit, die Kühle tut wohl. Nach „Bacon & Egg vom BBQ“ fahren wir Richtung Hermannsburg aus dem Tal. Der Sand-Weg ist heute viel fester, dank Regen. Auf dem Larapinta Drive kommen wir zügig voran.. Schon von weitem fällt der mächtige Gosses Bluff auf: der Einschlags-Krater eines Kometen vor 140 millionen Jahren. Die Felsen sind komplett zertrümmert. Die Aboriginals haben eine viel einfachere Erklärung:

In der Milchstrasse treffen sich die Sterne-Frauen zum allabendlichen Tanz. Eine Mutter legt ihr Baby, das in einer Turna, einer Art Holzwiege, liegt, an den Rand der Tanzfläche. Die Wiege kippt und fällt samt Kind auf die Erde. Durch den Aufprall erheben sich die Felsen zum Krater. Das Baby und die Wiege liegen tief unten begraben.Die Mutter als Abendstern und der Vater als Morgenstern schauen jeden Tag hinab zu ihrem verlorenen Kind.

Das ist die Tnorala-Geschichte vom Gosses Bluff, frei erzählt von der Buschfrau.

Der Tylers-Pass bietet einen wunderschönen Überblick über die nahen MacDonnells Gebirgszüge. Die wellige Hügellandschaft 1fordert die Alphawellen des Hirns geradezu zur Synchronisation auf, ein meditativer Moment, unterstützt vom wechselnden Sonnenlicht des bedeckten Himmels. Wir fahren weiter bis zum Glen Helen Resort und gönnen uns ein feines Znacht im eleganten Restaurant. Während dem Nachtessen und später regnet es wieder recht stark. Gemäss Wetterprognose sollen in der Nacht 18mm fallen. Ausläufer des Zyklons im Northern Territory?

23.2.2015 Glen Helen – Redbank Gorge – Ormiston Gorge

Das Wasser von Glen Helen schmeckt süss, sauber. Wir füllen den Tank auf. Im Resort können wir noch Cola und Wasser kaufen, den Rest können wir vergessen. Dann geht’s auf die Hauptstrasse Richtung Redbank Gorge. Die MacDonnells Gebirgszüge wellen sanft vor sich hin. Nach dem Mt. Sonders biegen wir zur Gorge ab. Der Weg geniesst Höhen und Tiefen der Hügel: steil rauf und runter, durch einige Bachbette mit schönen Red Gums. Vom Parkplatz laufen wir dem Flussbett entlang zum Pool. Äste und Gras an den Bäumen deuten darauf hin, dass der Fluss vor nicht allzu langer Zeit Hochwasser geführt haben muss, mindestens 3-4m über dem Grund. Der Pool ist nicht so eisig, wie es an der Information geheissen hat. Wir überlassen das Baden den Andern und verzichten auf den engen Schluchtdurchgang, der nur schwimmend erreicht werden kann. Wir fahren weiter zu unserem Tagesziel: die Ormiston Gorge. Wir machen den „Ghost Gum Walk“: auf der linken Schluchtseite geht es steil hinauf auf eine Aussichsplatform, von der wir eine prächtige Sicht in die Schlucht und die Berge dahinter haben. Beim Abstieg beginnt ein kräftiger Regen mit Gewitter. In kurzer Zeit sind wir pflotschnass. Der Rückweg führt über schöne Felsformationen und durch 60cm tiefes Wasser, geht also ohne schwimmen. Der CP ist recht gut eingerichtet mit Dusche (aber nur für die Herren der Schöpfung, bei den Ladies kommt kein Wasser, was man erst merkt, wenn die Kleider schon weg sind, grrrrr!) und BBQ. Darauf wird Gemüse-Schinken-Reis gargegrillt.

24.2.2015 Ormiston Gorge – Ochre Pits – Serpentine Gorge – Ellery Creek – Reedy Waterhole

Wir haben keine Lust auf die lange 6-stündige Tour zum Ormiston-Pool und fahren deshalb Richtung Alice. Erster Stopp: Ochre Pits. Altes Flussufer, das von den Aborigials immer als Ocker-Grube ausgebeutet wurde. Die verschiendenen Erdfarben wurden in Zeremonien zum Färben und als Medizin benutzt und in ganz Australien gehandelt.

Ochre Pits

Ochre Pits  Ochre Pits

   Ochre Pits  Ochre Pits

Ochre Pits   Ochre Pits

Bei der Serpentine Gorge steigen wir auf den hohen, „most impressive, outstanding“ Aussichtspunkt hinauf. Man hat wirklich eine wunderbare Aussicht auf die schlangenförmige Schlucht und die MacDonnell-Gebirge.

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Serpentine Gorge

Serpentine Gorge  Serpentine Gorge

Unten befindet sich ein kleiner Pool. Next Stop: Ellery Creek, das grösste Wasserloch in Zentral-Australien. Das Wasser ist an der Oberfläche angenehm warm und in der Tiefe angenehm kühl. Die Schwimmbewegungen tun dem, vom vielen fahren eingerosteten Körper gut.

Ellery Creek  Ellery Creek

Ellery Creek  Ellery Creek

Ellery Creek

Die divesen Schluchten zerschneiden alle ein uraltes Gebirge, das vor 800 Millionen Jahren gebildet und vor 400 Millionen Jahren bis auf Everest-Höhe aufgefaltet wurde. Die unterste Quarzitschicht ist extrem hart und zeigt schöne Farbmuster. Unser Tagesziel müssen wir per Koordinaten suchen: Vor 20 Jahren haben wir das Reedy Wasserloch zum ersten mal gefunden, aber erst, nachdem in der Nacht Pfede eine Spur hinterlassen haben. Damals war das Loch gerade mal ein Pferdefuss gross. Heute haben wir zwar Wasserpflanzen gesehen, aber noch kein Wasser. Wir werden morgen mehr wissen.

25.2.2015 Reedy Waterhole – Standley Chasm – Simpson Gap – Alice Springs

Sofort nach dem Morgenessen machen wir uns auf die Suche nach dem Reedy Water Hole. Nach kurzer Zeit finden wir ein kleines Wasserloch, fast so wie vor 20 Jahren.

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Aber der Fluss macht noch eine Kurve und „fliesst“ in eine anderes trockenes Bachbett. Und hier, bei den Felsen liegt das richtige Wasserloch: fast 50 m lang, 10 m breit, ein richtiges permanentes Wasserloch, im Moment mit frischem Regenwasser gefüllt. Wir fahren über den Larapinta Access Track zurück zur Hauptstrasse zum Standley Chasm: ein enger, tiefer Einschnitt im Quarzitband, das sich durch die MacDonnells zieht.

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Standley Chasm Standley Chasm

Über Mittag bescheint die Sonne beide Schluchtwände, ein magischer Moment, den wir zeitig erwischen. In der Schlucht fliesst frisches Wasser vom Regen der letzen Nacht. Der Kiosk bereitet uns ein kleines Mittagessen. Wir sind die einzigen Touristen, die mehr als zwei Stunden hier verbringen. Weiter geht’s zum Simpson Gap, ebenfalls ein tiefer Durchgang durch die Quarzitschicht.

Simpsons Gap

Simpsons Gap Simpsons Gap

Simpsons Gap  Simpsons Gap

Simpsons Gap  Simpsons Gap

Touristenbusse entladen ihre Ladung, die nur kurz hineinschauen und dann wieder im kühlen Car Platz nehmen. Wir wollten eigentlich hier bleiben, aber es gibt keine öffentlichen Campingplätze, also fahren wir weiter nach Alice Springs. Erster Eindruck: viel Verkehr, Lärm, Leute. Der CP befindet sich „nearest to town, just around the corner“. Wir laufen ein halbe Stunde in die Stadt zum Nachtessen: Pizza & Pouletbrust. Keinen Kaffee: sorry die Maschinenbedienung hatte soeben Arbeitsschluss, sorry about that!

26.2.2015 – 28.2.2015 Alice Springs

In der Nacht Geschrei. Der Nachbar hat Zoff mit seiner Begleitung. Dem Ton nach muss es seine Ehefrau sein. Geschrei, Lärm von umhergeschmissenen Gegenständen, die Frau lässt sich nicht so schnell abwimmeln. Irgendwann fährt ein Auto weg. Der Morgen weckt uns mit neuen Geräuschen: turtelnde Tauben, kreischende Papageien, quietschender Zug, röhrende Autos, sägender Schreiner, kreischende Kinder, lärmendes Flugzeug, mit anderen Worten: wir sind wieder in der Zivilisation. Heute nehmen wir uns Zeit, um die Prioritäten für die nächsten Tage zu klären: Wäsche waschen, Toyota waschen und Service, Futtertrog auffüllen, Stadt und Zivilisation geniessen, Webseite nachführen, Daten sichern, nächste Routen im Detail planen, wieder mal Tagi lesen (existiert die Schweiz, die Welt noch? Dass sich die Erde nocht dreht, merken wir am Tagesablauf). Zeit laufen lassen.

1.3.2015 Alice Springs – Owen Spring Reserve – Henbury Craters

Nachdem die Kleinkinder des Nachbarn schon kurz nach Sonnenaufgang mit ihren Plastik-Autos auf der Rough-Road des Campingplatzes herumrattern, stehen auch wir langsam auf und bereiten uns für die nächste Kurzetappe vor: Red Center Süd und Ost von Alice Springs. Wir füllen noch den Dieseltank und dann geht’s wieder los, über den Larapinta Drive nach Westen und beim Hugh River nach Süden in die Owen Spring Reserve. Das Gelände der ersten Farm (1873) in Zentralaustralien wurde um 2000 von Northern Territory übernommen und als Reservat der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der 4WD-Track ist sehr rauhes Wellblech und in den Fluss-Strecken sandig, aber landschaftlich sehr schön: hohes, grünes Gras und die vielen Wasserlöcher lassen jedes Farmerherz höher schlagen. Das alte Homestead ist nur noch eine (renovierte) Ruine, schön gelegen am Hugh-River mit mehreren Wasserlöchern. Die Fahrt durch die Lawrence Gorge in den Waterhouse Ranges ist ein Augenschmaus: grosse Bestände an alten River Gums, der Weg durch Gras, das Ganze erinnert an französische Alleen. Nach den Ranges folgt eine flache Wüstenlandschaft, wie man sie eigentlich in Australien erwartet: Kies-Sand-Landschaft mit wenigen Büschen. Bald erreichen wir den Stuart Highway und fahren zügig durch eine Berglandschaft nach Süden. Beim Stuarts Well Roadhouse ein Zwischenhalt mit jungem jöööö-Känguru, jöö-Hund und jöö-Emus, die grunzen wie eine Holztrommel. Weiter über die Ernest Giles Road zu den Henbury Meteoriten Kratern: vor ca. 4000 Jahren ist hier ein Meteorit eingeschlagen und hat Krater bis 170m Durchmesser ausgehoben. Nun, wenn man die nicht gesehen hat, hat man kaum etwas Wichtiges verpasst, ausser man ist meteoriten-verrückt.

2.3.2015 Henbury Craters – Rainbow Valley

Wir geniessen die Ruhe: keine Flieger, keine Autos, keine Klimaanlagen, kein Schreiner, keine schreienden Kleinkinder. Wir sind schon früh wieder auf der Piste: schnelles Wellblech-surren. auf dem Stuart Highway brausen Polizeiwagen vorbei. Im Stuart Well Roadhouse ein kurzer Halt, Drink, nach Weg fragen und Wassertank füllen (sie haben gutes Trinkwasser). Dann weiter, abzweigen zum Rainbow Valley.

WURRE – Rainbow Valley

When we look at the land, it’s part of us – not just a pretty sight. It’s about keeping country alive for future generations. This place is important and identifies where we come from and who we are. It gives us connection with the past, present and future.             Traditional owners of the land

Wir sind schon knapp nach Mittag da. Eine Runde durch den Park, zu den farbigen Felsen; schöne erdfarbene weisse, gelbe, braune, schwarze Farbtöne. Ja aber was nun? Die Farben sollen ja am Abend bei Sonnenuntergang nur so explodieren. Wir warten – bei 45°C im Schatten (sofern man den findet). Lesen? Man ist zu faul dazu. Trinken? Immer wieder. Aber warmes Bier mit warmem Cola und warmem Wasser verdünnt? Nur kurz vor dem Kollaps oder nach dem angewöhnen! Schmeckt eigenartig aber bringt Flüssigkeit in den Körper. Bei alledem machen uns die Fliegen noch endgültig fertig.

Fliegennetz

Halleluja, oder zu deutsch….. die Sonne ist untergegangen, die abertausend aufsässigen Fliegen sind weg, Mann kann den Schleier endlich lüften!

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Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang kommen im Westen Wolken auf, decken die Sonne ab und die Fotosession ist im Eimer. Das hätten wir auch ohne Hitzeschaden haben und am Nachmittag weiterreisen können. Andere Touristen (mit guide) sind auch nach sieben Minuten Besuch wieder weggefahren. Aber es machte Freude, das Vogelpärchen mit Nudeln und Wasser zu füttern. Ich weiss, das darf man nicht, die sollen gefälligst selber was zu fressen suchen.

 

3.3.2015 Rainbow Valley – Hugh River Stock Route – Chambers Pillar

Auch der Morgen gibt fotographisch nichts her, die Sonne scheint ja von der falschen Seite. Uns hält nichts mehr hier. Der Weg zum Chambers Pillar sieht recht kompliziert aus: zurück zum Stuart Highway, südwärts in die Hugh River Stock Route einbiegen, weiter nach Osten, dann nach Süden via Maryvale zum Tagesziel, total 190km. Dabei gibt es doch auf der 250’00er Karte einen direkten Weg zur Stock Route, dann der Eisenbahnlinie nach Süden schliesslich nach Osten direkt zum Pillar, eine typische Grab’sche Abkürzung meint die Buschfrau. Aber versuchen können wir’s doch? Wir haben ja Zeit. Dr Muni im Chrishuuffe!! Bei der ersten Abzweigung: „no through road“. Ok, war ja nur ein Versuch. Also Stuart Highway – Hugh Stock Route. Bei der Bahnlinie geht der Weg nach Süden, keine Einschränkung, guter Weg. Wir können ja jederzeit umkehren! Dr Muni!! Wir fahren 25km nach Süden bis zur Abzweigung nach Osten und sehen schon den Pillar am Horizont: jetzt häscheret’s aber: Forbidden Track along the Railway, Locked Gate, Private Station Track.

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Nun. Der war ja auch nicht gerade in einem guten Zustand: ausgewaschen, nicht unterhalten, felsig. Also umkehren wie versprochen! 25km zurück zur guten Stock Route,

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vorbei an der Vieh-Verladestation Hugh River, weiter nach Maryvale: der Shop ist trotz Tafel „open“ wegen zu geschlossen. Der Weg zum Chambers Pillar ist nur für 4WD: viel Sand und eine sehr steile Strecke über einen Hügel (mit grosszügiger Aussicht). Der Campground, wie viele andere, gut eingerichtet mit BBQ, WC, Schatten unter Wüsteneichen. Und natürlich der Blick auf den Chambers Pillar: ganz eindeutig eine besondere Landmarke in dieser sonst eher flachen Landschaft Wir machen eine erste Tour um ihn: wo sind die strategischen Foto-Standorte für den Sonnenuntergang? Wir sind heute nicht allein: 2 Polen, Adam und Andrew, die seit fast 30 Jahren in Melbourne leben, geniessen mit uns den Sonnenuntergang am „Sunsetpoint“. Sie erkannten uns von unserer Nachricht bei der Neale Junction.

Chambers Pillar Sunset

Chambers Pillar Sunrise

4.3.2015 Chambers Pillar – Alice Springs

Vor Sonnenaufgang beginnt die Fotosession. Langsam nimmt der Himmel im Osten Farbe an: blau, leicht rötlich, dann beginnen die paar Wolken zu glühen: gelb-orange-rot. Der Pillar machts dem Himmel nach: grau – bläulich – gelb – braun – rot – weiss. Beim ersten Sonnenstrahl ist die Magie zu Ende, der Pillar leuchtet in seinen Tagesfarben. Zeit zum Morgenessen und Packen. Heute fahren wir zurück nach Alice über die Maryvale Station und Ewaninga. Die Rock Carvings gehören zu den ältesten Australiens und sind tief in Sandstein eingeritzte Zeichen der Aboriginal Kultur. Ewaninga war ein Treffpunkt nach Regenzeiten, wenn sich Wasser ansammelte und die Versorgung mit Lebensmitteln (Früchte und Tiere) garantiert waren.

Rain Dreaming

We know, we never forget. We know the law, we know the song and everything….we always think about this place too, you know. We always talk about it.“       The Altyerre People

5/6.3.2015 Alice Springs

Leisure Time! Waschen, im Spital 2 Stunden warten um die Fäden aus der Wunde zu entfernen, ausgehen, im Hardwareshop eine Schraube und ein Rohr kaufen (nein, keine Schraube locker, dient als Aufhänger für den Abwasserkessel).

Besuch im Desert Park von Alice Springs: der Besuch lohnt sich, wenn man ein bisschen an der Wüste interessiert ist. Endlich bekommen wir auch den „Thorny Devil“ zu Gesicht, ein fleissiger Ameisenfresser.

Desert Park Alice Springs  Desert Park Alice Springs

Sehr gut gemacht, in einer natürlich gewachsenen Umgebung bekommt man auf kleinem Raum viele Interessante Informationen und Anschauungsmaterial. Besonders gelungen sind die Volieren mit den lokalen Vögeln.

Desert Park Alice Springs Desert Park Alice Springs

Bei den Reptilien erstaunt die giftige Death Adder: klein (nur etwa 50cm) aber nach 3 Minuten sollte das Gegengift gespritzt sein, sonst wird jede Hilfe schwierig. Da macht die grosse Mulgaschlange, obwohl noch giftiger, weniger Angst. Ein Highlight ist das Ende des gezeigten Films: Das letzte Bild wird zur Realität, wenn sich die Leinwand senkt und dahinter eine Glaswand den Blick auf die MacDonnell Ranges frei gibt.

7.3.2015 Alice Springs – East MacDonnell – Trephina Gorge

Happy Birthday, liebe Bushfrau zum runden Geburtstag. Heute füllen wir Tank und Kühlschrank, dann geht es ab nach Osten. Ziel: Ross River Resort. Das GPS führt uns Richtung Undoolya, das wir von früher kennen und gerne wieder sehen möchten. Aber nach 15km das Signal: Private Property, und nach 20km dann: No Trough Road! Die wollen uns nicht! Also umkehren (der Muni senkt den Kopf), zurück nach Alice, dann die Ross River Road nach Osten. Erster Stop: Emily Gap: schöne Felsen, Sand im Flussbett, wenig Wasser, Felsenmalereien. Zweiter Halt: Jessie Gap: im wesentlichen dasselbe. Dritter Halt: Corroboree Rock, ein markanter Felsklotz. Weiter Richtung Ross River durch eine erstaunlich grüne Landschaft mit viel Gras und Red Gums in den Flussbetten. Eine Traumlandschaft. Dann zweigen wir ab in die Trephina Gorge. Hier öffnet sich eine grossartige breite Schluchten-Landschaft mit kräftig rot- schwarzen Felsen aus Quarzit, grünem Gras, weisse River-Gums mit grün-blauen Eukalyptusblättern, gelb-oranger Sand und sattblauem Himmel.

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Der Quarzit ist vom Wasser glatt poliert. In der Gorge befinden sich 3 Campingplätze. Wir bleiben hier und lassen das Ross River Resort links liegen.

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Der BBQ-Grill braucht eine gute Reinigung und die Gaszufuhr eine kräftige Unterstützung. Schliesslich gelingt das Gemüse-Potpourri mit Scotchfilet doch noch ganz gut.

8.3.2015 Trephina Gorge – Arltunga – Ambalindum Homestead

Der Ranger taucht am Morgen früh auf. Er muss u.a. die „Weed control“ machen: das schöne, grüne Büffelgras gehört nicht nach Australien, ist aber nicht mehr wegzubringen. Das hohe Gras brennt ausgezeichnet und gibt sehr hohe Flammen, welche die grossen Bäume gefährden. Durch regelmässiges Abbrennen wird versucht, den Schaden in Grenzen zu halten. Daneben ist er für Sauberkeit und Ordnung in den Pärken zuständig, Nach dem Morgenessen machen wir die Panoramatour über der Gorge:

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Die Landschaft ist fantastisch mit den grünen, roten, gelben, schwarzen und blauen Farben. Die East MacDonnell Ranges sind mindestens so sehenswert wie die West MacDonnel Ranges, einfach ganz anders: wenn am Tylers Pass die runden Hügelformen faszinieren, sind es hier hügelige Berglandschaften, vielleicht ein wenig vergleichbar mit den Drumlins im Kanton Zug, nur viel grösser und weitläufiger. Der Horizont wird von den Quarzitbergen und weiten Flussebenen begrenzt. Die Trephina Gorge wird in der Alice Springs-Region noch unterbewertet. Sie ist einen Abstecher wert.

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Wir fahren beim grössten „Ghost Gum“ der Region vorbei zum John Hayes Rockhole: ein Seitenweg, nur für gute 4×4-Geländefahrzeuge: der Weg ist ruppig, steinig, im Flussbett sandig und zum Schluss mit groben Steinen und Felsblöcken durchsetzt. Das Rockhole ist offenbar bekannt: neben uns sind noch 2 Fahrzeuge mit 8 Personen oben. Das Wasser ladet zum Baden ein. Auf einer kleinen Panoramatour bekommen wir Einblick und die Schlucht mit weiteren Wasserlöchern. Weiter geht die Fahrt durch bergige Flusslandschaften zum Ross River Resort: hier begann der Tourismus schon vor ein paar Jahrzehnten. Das Homestead ist sehr rustikal. Wir geniessen einen „Schinken-Käse-Wrap“. Das nächste Ziel ist Arltunga, eines der ersten Goldgräberstädtchen in Australien. Neben dem Visitor Center sind Ruinen, alte Maschinen und offene Grubenlöcher zu besichtigen. Man kann sich die Strapazen von damals kaum vorstellen: Gold suchen braucht viel Wasser und das ist hier kaum vorhanden, musste von weit hergebracht werden. Wir finden unseren Nachtplatz beim Ambalindum Homestead. Ein junges Paar mit Kindern betreut seit Anfang Jahr dieses Homestead. Das „Schulhaus“ steht neben unserem Fahrzeug: sie besuchen die Fernschule via Radio.

9.3.2015 Ambalindum Homestead – Alice Springs

Heute früh gehen die 7 Kinder der Homestead-Einwohner zur Schule, direkt neben dem Wohnhaus. Sie sind Teil der Air-School, scheinbar top motiviert.

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Am Nachmittag darf der Junge nach Arltunga in ein Wochenlager. Das wird ihm den nötigen Kontakt zu seinen Mitschülern verschaffen. Sonst hat er mit der ganzen Familie Freude am „Mustering“, dem Zusammentreiben und sortieren des Viehs auf den weitläufigen Weiden. Der Besitzer der Farm soll 1 Million Hektaren Land besitzen, das sind 10’000 Quadratkilometer oder in etwa das Ganze Mittelland in der Schweiz. Im Moment sollen ca. 40’000 Rinder auf Ambalindum sein, 3’500 warten auf der Nachbarfarm auf ihr weiteres Schicksal. Die junge Familie ist noch voll begeistert von ihrer Aufgabe. Darren & Chantelle, you have a wonderful paradise around you. The Ambalindum Lake – marvelleous, the Fredericks Lookout just fantastic! In ihrer Begeisterung haben sie uns den Weg zum eigenen See gezeigt, der ist, künstlich angelegt mit Halbinsel, wirklich grossartig mit seinen vielen Enten und Vögeln.

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Weiter gings einen kleine 4WD-Weg hoch auf einen Berg zum Fredericks Lookout. Von hier hat man eine fantastische Aussicht „wie vom Bözingenberg über das ganze Seeland, von Solothurn bis zum Neuenburgersee“. Und das ist nur der kleinste Teil der Farm. Dahinter führt der Weg nach Arltunga. Er wurde während der Goldgräberzeit zur Versorgung der Mineure durch die Farm benutzt. Vor 2 Monaten regnete es hier in vier Tagen die ganze Jahresration. Der Fluss stieg beängstigend an und schnitt alles von der Umwelt ab. Über den Arltunga Tourist Track fahren wir Richtung Alice. Mitten drin ein Abzweiger zu einer verlassenen Phlogopite-Mine (Glimmer). Der Zugangsweg wird mehr und mehr zu einem felsigen Bachbett. Ein paar Gebäuderuinen zeugen von den Aktivitäten, auf dem Weg liegen verstreut ein paar Glimmerstücke. Den letzten Teil der Strecke auf den Berg wird zu Fuss zurückgelegt. Oben befindet sich eine moderne Kommunikations-Antennen-Anlage. Wir fahren zu unserem gewohnten CP in Alice Springs und geniessen eine feine, selbstgemachte Kürbis-Suppe.

(weiter)

2 Gedanken zu „Warburton – Red Center – Alice Springs“

  1. Habt Ihr vom Zyklon LAM etwas gemerkt, der über den Norden der Northern Territories hinwegfegte? Er hat auch Fahrzeuge in der Grösse Eures Kookaburra fortgeblasen…

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