Paso San Francisco

Wir suchen einen Ausweg aus Chile. Die meisten Pässe sind witterungsbedingt oder saisonal geschlossen. Der wichtigste Übergang zwischen Santiago und Mendoza (Redentor) wird wenn immer möglich offen gehalten. Nun sind jedoch grosse Mengen Schnee gefallen und tiefe Temperaturen führen zur Eisbildung. Die Bilder, die wir sehen lassen nichts Gutes erwarten. Dieser Übergang ist rund 700km im Süden. Die Pässe Sico und Jama im Norden sind wieder offen, bedeuten aber einen Umweg von fast 2000km. Der Paso San Francisco ist seit ein paar Wochen geschlossen, unsere Wetterinformationen zeigen jedoch, dass es dort kaum Schnee hat, nur tiefe Temperaturen. Dieser Pass sollte eigentlich in den nächsten Tagen auf gehen. Die Informationen im Internet sind unklar.

Wir sind in Copiapó. Auf einem Parkplatz bei einer Copec Tankstelle. Die Nacht ist recht ruhig, wenig Verkehr, keine Spinner mit lauten Fahrzeugen. Am Morgen 10*C. Wir benutzen das Angebot der warmen Dusche, ein Service der Copec, den wir nicht mehr missen möchten. Zuerst fahren wir in die Stadt, zur Touristeninfo. Die wissen dort genau soviel wie wir aus dem Internet. Daneben liegt das Govierno Regional de Atacama-Gebäude. Hier werden wir fündig mit Matías Clavijo Vita. Er hat auch nicht neuere Infos, aber er kann die verantwortlichen Leute kontaktieren. Er meint, dass der Pass bis Ende Woche öffnen sollte. Er wird uns Bescheid geben, mangels Verbindung aufs SatPhone.

Da wir sowieso nicht in 4 Stunden auf den Pass wollen, sondern in 4Tagen, zischen wir los in die Berge. Wir möchten ja die Höhenkrankheit verhindern und sollten gemäss Angaben des Arztes höchstens 500m pro Nacht höher schlafen. Der Pass hat eine Höhe von 4755müM, wir brauchen Zwischenstationen.

Die Landschaft wird noch viel karger, nur wunderbar wüste Berge, staubig-felsig, keine Pflanzen, nicht mal trockene Stauden. Dafür überall Minen-Löcher. Ein paar grosse sind immer noch aktiv, viele Kleine sind verlassen.

Das breite Bachbett zeigt die Wucht, wenn Wasser fliesst, jetzt ist alles furztrocken. Die kleine Siedlung Puquios war einmal, jetzt stehen nur noch Ruinen der Adobe-Bauten aus strohverstärktem Lehm. Das letzte Hochwasser hat ganze Arbeit geleistet.

Bei der Abzweigung der C-341 in La Puerta bleiben wir auf der grossen Schwemm-Ebene auf 1600müM. Heidi muss einen Erkältungs-Fieberschub auskurieren. Wir geniessen (trotzdem) die Wärme dieses Tages. Über 20*C nach Sonnenuntergang. Zum z‘Nacht Resten von der Parillade mit feinem, scharfen Gemüse. Die winzigen Chilischoten sind enorm konzentriert.

Wir lassen uns viiiil Zeit, wir haben heute nur eine kurze Strecke vor uns, wir wollen ja noch nicht hoch hinaus! 4 Rotkopf-Geier haben unsere Toilette entdeckt. En Guete.

Ein Camper hält an. Renate & Yannick aus Solothurn sind 3 1/2 Monate in Chile unterwegs, von Punta Arenas, Feuerland nun noch 9 Tage bis Calama. Dann ohne Auto bis Mitte August in Bolivien und Peru. Sie wollen noch heute zur Laguna San Francisco über 4100müM, obwohl sie vom Pacific gestartet sind. Ob das gut geht?

Wir fahren etwas höher als geplant bis auf 2860müM auf einen zwar etwas engen aber grossen, flachen Platz. Bald tauchen Renate & Yannick auf. Sie hatten in der Höhe Motorprobleme und Renate Anzeichen von zu viel Höhe. Sie fahren noch weiter runter. Heidi muderet immer noch.

Die Nacht ist frisch, 8*C. Renate &Yannick fahren schon recht früh vorbei. Alles ok? Heidi fühlt sich nicht wohl, muss erbrechen. Das Kopfweh verschwindet mit dem Kaffee. Wir fahren ein Stück zurück, 200m tiefer und machen eine kurze Wanderung. Das hilft.

Mit besserem Gewissen können wir das Tal hinauffahren bis zur Passhöhe auf 4123müM. Die Landschaft: karge Berge mit viel Fels-Schutt, kleine Oasen mit Wasser und Feuchtgebieten, vereinzelte, verlassene Häuser (Winterbetrieb?).

Bald sehen wir erste Schneefelder, schön dekorativ an den Berghängen. Ein Adlerpaar prüft unseren Kooka auf Herz und Nieren: setzt sich auf die Motorhaube, beäugt uns und die Partnerin faucht uns heftig an: was wollt ihr eigentlich hier oben? Auf der Passhöhe die obligaten Fotos, doch plötzlich schreit Heidi entsetzt: das Fahrzeug wird durchgeschüttelt, von einem Erdbeben.

Das Refugio Flamenco an der Laguna Santa Rosa ist ganzjährig offen. Alvero, der freundliche Concessionar von CONAF ist mit Einrichtungen beschäftigt. Er gibt uns nützliche Hinweise über die Gegend. Wir fahren um die Lagune herum und bleiben über Nacht mitten in der Ebene. Ein schönes Abendrot leuchtet am Himmel. Die Heizung hilft gegen die Kälte.

Die Nacht ist sehr kalt, -10*C im Fz. Aber unter der Bettdecke ist es angenehm warm, obschon sich die Kälte jede kleinste Ritze und Lücke sucht. Am Morgen funktioniert die Heizung nicht mehr. Sie ist verschnupft, verrusst. Dank warmem Sonnenschein frieren wir nicht.

Wir haben alle Zeit. Matías Clavijo hat uns über Satphone weitere Infos zur Öffnung des Paso San Francisco versprochen, hat jedoch immer noch keine News. Wir fahren zur Aduana Chile. Da ist kein Betrieb. Einzig ein Zöllner und ein Carabinieri tauchen auf. Der Pass soll morgen „bearbeitet werden“ mit dem Grader, der untätig herumsteht. Am Samstag morgen soll der Pass dann geöffnet werden.

Der Zöllner macht uns einen Vorschlag zum Besuch des grossen Salar de Pedernales am Fuss des Volcan Doña Inés und der Sierra Borax. Wir queren eine weite, öde Hoch-Landschaft mit vielen Vulkanen, Steinhaufen und grossen trockenen Kies-Ebenen. Bei einer Ruine begegnen wir zwei neugierigen, einsamen Eseln. Wir bleiben über Nacht, ohne Heizung, hier.

Die Nacht ist wieder sehr kalt (-10*C im Fz) Am Morgen ist das Wasser eingefroren. Doch mit der Sonne wird es sommerlich warm. Die Ruinenmauer hat den Wind recht gut abgehalten. Langsames z‘Mörgele mit Spiegelei & Schinken / Käse auf Toast.

Wir laufen auf den Salar hinaus zu einer Lagune. Etwa 2 Dutzend Flamingos suchen den Schlamm nach essbaren Krebsen ab. Der Boden des Salars ist sehr vielfältig, salzverkrustet, sandig, sumpfig.

Am späteren Nachmittag fahren wir den Weg zurück Richtung Zollposten. Wir haben von Matias vernommen, dass der Pass morgen geöffnet wird. Die Rückfahrt gibt eine ganz andere Perspektive des Salars und der Berge. Jetzt haben wir den Volcan Copiapó vor uns.

Bei La Ola ein kurzer Halt. Hier wird der Bach gestaut und das Wasser für die Kupfermine El Salvador gefasst. Das Schild: „no pescar, privado“ hat seine Bewandtnis: Forellen zeigen die Qualität des Wassers an und kleinere Fische sind ihr Arbeitslohn. Ein schnell fliessender Bach mitten in einer trockenen, unwirtlichen Wüste ist schon erstaunlich: ein Anfang, ein Ende und dazwischen Leben.

Bei der Zollstation ist noch alles geschlossen, aber wir dürfen in den Komplex einfahren und bekommen ein warmes Zimmer zugewiesen. Wir kochen die Gemüsereste zu einem feinen z‘Nacht.

Wir schlafen, warm, zwar etwas unruhig. Der Morgen erwacht langsam, ein Beamter geht mit einem breiten Besen durch die kalten Räumlichkeiten, keine Hektik. Nach einem ausgiebigen z‘Morge suchen wir zuständige Schalterbeamte. Nun geht es nach den Regeln voran: zuerst Immigration, dann Aduana und schon können wir gehen.

Kooka ist noch nicht ganz wach und warm, er raucht fürchterlich schwarz und weiss. Bald zieht er, wie gewohnt, die lange, flache Steigung hinauf Richtung Paso San Francisco. Wir tauchen in eine faszinierende Bergwelt mit vielen Vulkanen und Sand / Kies-Ebenen.

Ein paar Bäche haben tiefe Furchen gegraben, sogar einen echten Wasserfall mitten in der Wüste. In der Höhe nimmt der Schnee leicht zu, wie erwartet.

Die Laguna Verde ist wirklich kräftig grün. Die Terme ist etwas heruntergekommen, einzelne Wannen enthalten schön warmes Wasser, aber so richtig anmächelig sind sie nicht.

Gegen die Passhöhe begegnen wir dem ersten, glatten Eisfeld, etwa 50m lang. Auf der argentinischen Seite dasselbe nochmals. Langsam darüber rutschen! Etwa ein km Schnee musste weggeräumt werden. Dafür würden die CH-Teams in den Alpen keinen Tag brauchen. Es gab wohl andere Gründe, den Pass nicht sofort freizuschaufeln. Der Grenzübertritt nach Argentinien in Las Grutas geht zügig voran: Personalien eintippen, Fz-Details eintippen und die Fz-Kontrolle: ein kurzer Blick hinten rein, ein weiterer, noch kürzerer Blick in den Fahrerraum: „Buen Viaje!“ Und wir habe uns so Mühe gegeben mit dem Opfersäckli mit Zitronenschnitzen, Knoblauchzehen. Der Rest im Kühlschrank („na, dann nehmt ihr halt die Butter und den Rest der Wurst auch“) oder im grossen Kühlschrank sehr gut versteckt. Dafür bekamen wir für Kooka einen 8-Monate-Aufenthalt in Argentinien. Den brauchen wir zwar jetzt nicht, aber gut zu wissen, dass das problemlos geht. Nach dem Zoll geht die Fahrt durch ein Hochtal langsam runter. Links und rechts die alten Spuren vulkanischer Aktivitäten: schwarze Lava, regenbogenfarbige Berghänge, goldgelbe Grasbüschel und viele Vicuñas. Eigentlich möchten wir wegen der streikenden Heizung in tiefere Regionen, aber bis Fiambala ist es uns doch zu weit. Wir bleiben auf 3360müM beim Touristenkomplex Cortaderas am Bach Guanchin.

Wir geniessen unseren neuen Apéro-Drink: Tardia (Tinto dulce) / Cola / Wasser, das ist sowas wie kalter Glühwein!

Die Nacht ist ruhig, -3*C. Am Morgen wärmen wir das Fz mit dem Motor und der Heizung der Klimaanlage, das klappt ganz gut. Und bald scheint die Sonne warm. Am Mittag! Ja wir bleiben lange im warmen Huli. Beim z‘Mörgele taucht Lukas auf, ein Farmer, der an Pfingsten seine Kühe sucht. Er ist erstaunt über unsere Spanisch-Kenntnisse.

Die Fahrt durch das breite, lange Tal erinnert an das Hinterrheintal, nur mit 100km Länge viel grösser. Die Berge zeigen alle Erdfarben, der Bach bringt genügend Feuchtigkeit, Wildgänse fliegen zu den offenen Wasserstellen, Kondore kreisen am Himmel, Vicuñas und Guanacos (die mit dem Bart), Esel und wenige Kühe weiden das trockene Gras ab. Kein Verkehr auf der Strasse.

In der Quebrada Los Angosturas verlieren wir endlich an Höhe, von 3100 auf 1500müM. Diese Schlucht ist wieder ein Highlight an farbigen Felsstrukturen. Einfach eindrücklich.

Im Tal von Fiambala dominieren dann wieder die enormen Kieshaufen und am Gegenhang die Sanddünen. Im Fiambala ist wegen Pfingsten fast alles geschlossen.

Wir tanken, füllen Wasser nach und fahren zu den Termas de Fiambala hinauf. Im Vergleich zum letzen mal zahlen wir eine hohe Inflationsrate! Im Februar 2018 haben wir noch 400 Eintritt und 300 fürs Übernachten bezahlt. Diesmal 600 und 700! Trotzdem lohnt sich der Besuch der schön angelegten, warmen und grossen Terme. Wir geniessen das warme Wasser fast bis zum Umfallen, anschliessend lassen wir uns von El Negro mit einer Poulet-Roulade verwöhnen.

Wir bleiben über Nacht auf dem Parkplatz, mit WC und Stromanschluss.

Die Nacht ist ruhig, abgesehen vom Dauerrauschen des Baches neben dem PP. In der Nacht „gemütliche“ 13*C. Nach einem langen z‘Morge schaffen wir es doch noch, vor dem Mittag im warmen Wasser zu baden. Herrlich! Nach einer Stunde sind wir so müde, wir müssen raus und uns ausruhen. Warmes Wasser belastet den Körper.

Über die Anden an den Pazifik

Wir versuchen, möglichst früh von Mendoza wegzukommen, damit wir noch den Gäseler besuchen können. Doch dort müssten wir das Auffüllen der Gasflasche bis 17 Uhr abwarten, das geht uns zu lange. Wir werden in Uspallata nachfragen. Tanken, Wasser füllen, Pneudruck etwas anpassen, dann los.

Über die Autobahn durch Mendoza, kreuz und quer durch ein Industriequartier, dann auf der RP52 Richtung Villavicencio, durch eine flache, leicht ansteigende Pampa. Im NP Villavicencio geht‘s dann steil in die Berge.

Die Termas de Villavicencio sind saisonal geschlossen, das Hotel wäre geöffnet aber wir lassen es rechts liegen. Durch die Caracoles de Villavicencio steigt die Strasse steil und kurvenreich in engen Serpentinen von 1600 auf 2800müM an. Eine Augenweide und für die BeifahrerIn ein Albtraum. So steil, so tief runter!

Der NP soll sich von den früheren Sünden erholen und schön verwildern. Alpacas, Fuchs, viele Vögel und Puma sollen sich schon wieder heimisch fühlen.

Kurzer Halt beim Mirador del Balcón: hier stürzten sich seit Jahrtausenden Wassermassen über eine Felsenstufe über hundert Meter in die Tiefe und formten eine enge, tiefe Schlucht mitten im Gebirge.

Auf der Passhöhe, beim Cruz de Paramillo machen wir einen Abstecher zur Telecom-Relais-Station. Leider ist der Aconcagua in dichten Wolken verhüllt. Das Panorama über die Anden und die vorgelagerten Cordilleren ist dennoch beeindruckend. Jean-Philippe ist mit 3 Freunden im Landcruiser mit Dachzelt unterwegs.

Nach den verlassenen Goldminen campen wir gemeinsam mit Susi & Ueli in einem Bachbett. Apéro mit Tokayer von Rivier. Zum z‘Nacht Gemüseresten mit Schweinsfilet.

Morgens müssen wir zeitig aufstehen für den Sonnenaufgang über den Anden. Ein kalter Wind bläst, der Himmel ist leicht bewölkt doch das himmlische Feuer kommt doch noch.

Die Fahrt nach Uspallata ins Tal hinunter führt durch eine wundersame Bergwelt mit farbigen Gebirgen.

Uspallata ist herbstgelb gefärbt, bei der Kreuzung mit der RN7 herrscht wieder viel Verkehr. Im Touristendorf suchen wir den Gäseler. Er hat heute kein Gas, wartet auf die nächste Lieferung. Mit Susi & Ueli trinken wir im Café Suiza Kaffee und Kuchen. Ein herzlicher Abschied „bis zum nächsten mal“.

Wir fahren auf der RN7 Richtung Chile. Das Tal des Rio Mendoza ist hier „fantastisch“: unwirkliche Berg-Farben-Felsformationen. Der Fluss schlängelt sich durch eine tiefe Rinne. Diese wurde, wie wir später lesen, vor 10‘ und 14‘ 000 Jahren durch eine riesige Wasserflut von den Gletschern gebildet.

Die alte Bahnlinie ist ausser Betrieb, Schienen, Tunnels, Wasserstationen und Brücken stehen noch.

Die Puente del Inka ist eine Thermalquelle, aus deren Mineraliengehalt mit der Zeit eine grosse Sinterbrücke über den Fluss entstanden ist. Das Thermal-Hotel ist zerfallen. Ein Shop verkauft Souvenirs mit gesintertem Kalkbelag.

Im NP Aconcagua laufen wir den Sendero bis zum Aconcagua Mount View Point. Der Berg zeit sich von der schönsten Seite: wolkenlos. Wir bleiben auf dem PP des Visitor Centers. Es ist kühl und windig.

Die Nacht ist saukalt, die Heizung geht nur am Abend. Gegen Morgen haben wir -4*C drinnen. Der Himmel ist bewölkt, der Aconcagua ist zwar frei, aber die Sonne versteckt sich hinter den Wolken. Eine Lücke erleuchtet den Gegenhang.

Nach einem ausgiebigen z‘Morge mit Spiegeleiern packen wir und fahren Richtung Paso Uspallata / Redentor.

Bei Las Cuevas hat vor 13‘000 Jahren ein grosser Bergsturz das Tal abgeschlossen. Die Spuren sind immer noch deutlich. Vor dem Autobahn-Tunnel zweigen wir links ab zur Passhöhe. Historische Relikte zeigen die Bedeutung des Passes schon zu Prä-Inka-Zeiten.

Der Weg auf den Pass ist besser als erwartet, ruppig, steil und kurvenreich. Die Spitzkehren zählen wir erst am Schluss, auf der Karte. Die Sicht ist, trotz der Bewölkung atemberaubend: farbige, gestreifte und hingeworfene Felsen, Berge bis zum Horizont, tiefe Täler, Gletscher bis zur Abbruchkante.

Auf dem Pass stehen die militärischen Relikte aus früheren Zeiten sowie das Redentor-Denkmal, eine Christusfigur, als Versöhnungsgeste zwischen den beiden Ländern Argentinien und Chile.

Auf der chilenischen Seite öffnet sich eine ganz andere Perspektive: die grossen Gletscher des Cerro Juncal sind mehrheitlich in den Wolken versteckt, die Berghänge leuchten in allen Farben, der Blick ins tiefe Tal des Rio Aconcagua lässt einiges erwarten.

Schon die Karte deutet auf eine ungewöhnliche Fahrt hin. Kurz: nach 90 steilen, engen, nur im kleinen Gang fahrbaren Spitzkehren, die die Tremola als harmlose Rennbahn erscheinen lassen, gelangen wir auf einer normalen Autostrasse zum Chilenisch-Argentinischen Zoll. Die Zusammenarbeit der beiden Behörden ist hervorragend, die Abfertigung zügig und mit der Opfer-Zitrone auch schmerzlos vorbei.

Das enge Tal fällt bis Los Andes noch weitere 1300m runter. Erst hier öffnet sich das Tal etwas. Die alte Andenbahnlinie ist immer noch bis Rio Blanco offen.

In Los Andes stürmen wir zuerst in den Jumbo um unsere Fresserven aufzufüllen. Der hat wirklich schöne, gute Produkte. Die Suche nach einem CP ist etwas schwieriger. Der CP El Sauce etwas ausserhalb Los Andes ist eine echte Notlösung.

Die Nacht ist kühl, ruhig, gelegentlich rattert ein Güterzug vorbei. Am Morgen 8*C. Als erstes müssen wir die defekte Heizung wieder in Gang setzen. Wahrscheinlich ist sie in der Höhe ohne Höhenkit verqualmt. Mit Pressluft in den Auspuff blasen und mehrmals zünden funktioniert sie wieder.

Wir fahren Richtung Santiago auf die Autobahn 57 durch die Berge, durch den 2km Tunnel Chacabuco durch eine voll kultivierte Landschaft mit vielen Obstkulturen (Walnüsse, Kirschen? Aprikosen?). Die Weinreben auf Hochgestellen sehen aus wie wildwuchernde Brombeerstauden. Wer will all diese Pferdeherden reiten?
Wir nähern uns der Metropolitan Area: Verkehr, Häuser, Industrie nehmen zu. Als erstes fixieren wir den Eingang zu Cramer, als zweites suchen wir eine COPEC-Tankstelle, mit Übernachtungs-gelegenheit. Negativ. Dafür können wir die Entel-SIM aufladen und so nebenbei beim Chinesen Nostalgie-essen. In der Shopping Mall Arauco Maipu verweist uns die Hörgeräte Spezialistin direkt an Phonak im Zentrum Providencia. Das gibt Übung im Stadt-Orientierungs-Fahren. Es wird schon spät, die Rush-Hour läuft. Morgen ist ein Feiertag, alles geschlossen. Phonak kann das defekte Teil ohne Umschweife ersetzen.

Nun noch eine 40km Fahrt durch Verkehr, Stau, im Dunkeln zum nächstgelegenen CP. Die sind um Santiago dünn gesät. In San José de Maipu ist der CP zwar offen, aber niemand zu sehen. Wir richten uns ein, genehmigen einen Apéro, dann kommt der Owner, erklärt uns das Notwendige und will 10‘000 Ch-Pesos. Nach dem Nachtessen interneten in der doch nicht so warmen Stube, denn die Heizung ist störrisch. Gelierter Diesel? Morgen kommt Kerosin in den Tank. Auf den Bergen um uns herum liegt frischer Schnee.

Kalte Nacht 0*C, langer Schlaf, etwas frieren, z‘Mörgele, Tagi lesen. Spaziergang durchs Dorf. Beim Zentralplatz viele Verkaufsstände: Feiertag ist Geschäftstag. Im Oveja Negra lassen wir uns Pisco Sour, Empanadas und Kaffee servieren.

Wir lassen uns früh wecken, packen und fahren im Berufsverkehr durch Santiago zu Cramer. Pünktlich werden wir von Juan empfangen und von seinem Team begrüsst. Es folgt eine intensive Diskussion von Aroma- und Reisefragen. Das Mittagessen bekommen wir in der Kantine.

Beim Abschied ein kurzer Schreck: der linke Vorderreifen hat Luft verloren, sieht fast aus wie Messerstich. In der nächsten Gomeria dann die Entwarnung: kein Stich, der Pneu ist etwas stark abgenutzt, aber kein Loch gefunden. Wir werden den Reifen-Druck im Auge behalten.

Via Nr 78 fahren wir aufs Land hinaus. Bei Isla de Maipo ist der CP Millantú saisonal geschlossen. Los Puentes ebenfalls, aber der Besitzer Jaime Lutz (Familie ex Zürcher) lässt uns herein und weil geschlossen ist, dürfen wir gratis bleiben.

Wir raffen uns langsam auf Richtung Küste, La Boca. Die Landschaft ist hügelig-bergig, urban, übernutzt, trocken. Viele Obstkulturen (Trauben, Mangos, Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen) Uns fallen grosse Kakteen-Plantagen auf. Ob hier wohl Läuse gezüchtet werden für den Cochinella-Farbstoff?

Viele verstreute Baustellen für Häuser, die Flüsse sind verkrautet aber das Wasser ist noch recht sauber. Gegen die Küste tauchen vermehrt Palmen, Citrusbäume und Geranien auf. Wird das Klima mediterran? In La Boca, an der Mündung des Rio Rapel finden wir einen offenen CP direkt am Fluss.

Der Morgen ist kalt, draussen herrscht Frost. Die aufgehende Sonne scheint kurz durch die Wolken. Der Fluss ist flach wie eine Flunder: Watvögel stehen noch weit draussen kaum im Wasser. Nichts zum Fischen.

Nach dem Packen wollen wir an die Spitze der Halbinsel fahren, den Blick auf den Pazifik werfen. Der Weg ist bald als privat signalisiert, die tiefen Spuren der Fahrzeuge und des Regens deuten auf einen öffentlichen Zugang hin. Im Geländegang erreichen wir einen heruntergewirtschafteten CP. Wir kehren um und können den Pazifik doch noch von der Höhe aus sehen. Lange Wellen donnern an den Strand.

Wir fahren durch die hügelig-bergige Landschaft nach San Antonio, tanken, pumpen die Reifen weiter auf. Wir wollten die dicht bevölkerte Küste eigentlich meiden, passieren trotzdem die Aussenbezirke von Valparaiso. Das ist wie Ostchinesische Küste: sehr dicht bebaut, im Bau-Umbruch, Kehricht an den Strassenrändern, Favelas & Bidonville.

Der gesuchte CP La Higuera in San Francisco de Limache ist geschlossen. In der Nacht fahren wir etwas zurück zum CP La Parque Victoria, direkt an der Hauptstrasse 64. Nach Mitternacht rasen die Jungen mit ihren frisierten Töffen und Autos auf der Strasse rauf und runter.

Wir fahren erst gegen Mittag los, über die Ruta del Mar der Küste entlang. Die Mittelmeerküste von Frankreich bis Italien ist hier kopiert: schöne Küstengegend, viele Ferien- und andere Häuser, enge Fischerdörfer, im Hinterland die weniger Vermögenden in ihren Reihenhäuschen. Die Landschaft (im Frühwinter) trocken, ausgelaugt, mediterran. Die Strassen sind recht neu angelegt, asphaltiert wie Richtungs-getrennte Autobahnen. In Maitenchillo stocken wir unsere Fresserven auf. In Pichidangui landen wir auf dem grossen CP El Bosque zu vorderst gegen den Strand. Das dumpfe Dauertosen des Pazifik wird uns im Schlaf begleiten.

Ein frischer Morgen mit 14*C. Nach dem Morgenessen Beachcomben am Pazifik. Das Wasser ist frisch, die Wellen lang, der Strand sauber. Ein Gruppe Padler turnt Padelübungen.

Wir fahren auf der Panamericana / Autopista 5 der Küste entlang zügig nach Norden. Die Landschaft: weiterhin hügelig mit tiefen ausgewaschenen Tälern, trocken, ausgelaugt. Bald nur noch Kakteen und Buschland. Ab Maitencillo grosse Windturbinen-Parks.

In der Reserva de la Biosfera Bosque Fray Jorge verlassen wir bei La Cebada die Autobahn und folgen dem Acceso Sur Mineral de Talca an die Küste. Der Weg ist schmal, ruppig und stellenweise verblockt. Wir kommen im Geländegang nur langsam vorwärts. Zudem zweigen immer wieder neue Dead-Ends ab, zu Fischerplätzen oder kleinen Minen.

Direkt hinter den Strandfelsen finden wir einen guten Nachtplatz. Der Himmel ist leicht bedeckt, wenn die Sonne durchdringt ist es angenehm warm. Beim Sonnenuntergang gibt die Sonne noch alles und brennt ein Feuerloch in den Pazifik. Zum z‘Nacht Schweins-Kotelett an einer Rahmsauce mit feinem Gemüse. Zum Kaffee lassen wir ein Lagerfeuer brennen, mit feuchten Holzresten vom Strand und angeschwemmten Plastikflaschen. Die heizen uns richtig ein.

Die Dauerwellen haben uns im Schlaf begleitet. Morgen frisch 14*C. Beim z‘Mörgele den Wellen zuschauen. Unter den Steine leben dutzende Krabben und Schnecken.

Unser Nachbar Roberto Lopez ist Algensammler. Er trocknet diverse Algenarten für Pharma und Lebensmittel (Alginate) für den asiatischen Markt. Er bekommt 100CP / kg. Er hat seinen Sektor zum Sammeln.
Wir wollen den Track weiter Richtung Minera fahren, werden aber am ersten Steilhang mit Sand aufgehalten. Nach einer guten Vorbereitung der Piste mit Algen und Sträuchern, Druck ablassen und intensivem „Sandblecheln“ kommen wir endlich mühsam hoch.

Der Track ist sehr ruppig und muss im 1./ 2. Geländegang gefahren werden. Viele Fahrspuren führen zur Küste für die Algensammler. Eine kleine Siedlung in Galeta El Talca liegt kurz vor dem alten Minengebiet Mineral El Talca. Ruinen und Löcher zeugen von früheren Aktivitäten.

Bald erreichen wir über den Berg die Autobahn. Bei der Copec Tankstelle können wir unsere Reifen wieder auf Strassen-Niveau auffüllen. Wir entscheiden uns kurzfristig für einen Abstecher zum Astrocamping Viento Sur im NP Biosfera Bosque Fray Jorge. Der neue, hübsche, kleine CP wurde von einem jungen Paar mit viel Engagement aufgebaut.

Nach einer klaren, kühlen Nacht mit 8*C rasen wir auf der Panam nach Norden durch eine hügelige, trockene Landschaft, rechts in der Ferne die Anden. Palmen tauchen auf, man fühlt sich an die spanische Küste versetzt: grosse Hotelanlagen, Ferien-Resorts

Die Einfahrt nach Coquimbo überrascht: sehr dicht bebaut bis zum Horizont, bildet mit La Serena eine richtige Grossstadt.
Bei „5aSec“ die Wäsche abgeben, Im Jumbo hungrig einkaufen. Der Versuch, bei Gasco Autogas unsere Gasflasche aufzufüllen, artet in die Suche nach einem Übergangsstück aus. David in einer Torneria will das Ding nachdrehen. David macht ganze Sache! Es ist spannend, wie aus einem groben Bronze-Klotz etwas Neues entsteht Das Stück wird perfekt, die Zeit hat sich gelohnt. Wir können nun im Prinzip an jeder Gas-Tankstelle auffüllen (wenn sie dazu bereit sind)
Wir bleiben auf dem CP Turismo El Huerto in Coquimbo, ein „Clamping“ mit privatem Bad, schöne Unterstände, sauber, gutes WiFi.

In der Nacht Regen, am Morgen 14*C. Die Pässe Redentor, San Francisco, Sico, Jama sind wegen Schnee und Wetter geschlossen. Agua Negra und Picras Negra sind saisonal geschlossen. Da wird die Anden-Überquerung ja noch spannend! Da bleiben nur wenig Optionen. Unsere WetterApp hat für den San Francisco 14 Tage schönstes, warmes Wetter vorausgesagt. Im Nachhinein stimmt die Prognose überhaupt nicht. Schnee ist gefallen, Temperaturen bis minus 10*C, der Pass ist zu. Sind wir jetzt in Chile blockiert?

Wir laufen an der schönen Beach 7km bis wir ein gutes Strandcafé finden, geniessen einen Pisco Sour mit Dessert. Pelikane und Möwen lassen sich von uns kaum stören. Wir fühlen uns wie an der Riviera.

Für den Pass werden sich schon noch Lösungen finden, wir bleiben eine weitere Nacht in diesem „Clamping“

Knapp vor Mittag kommen wir weg, Richtung Norden auf der Autobahn Panam Nr.5. Die Bebauungsdichte von La Serena nimmt langsam ab. Wir folgen der Küste bis Los Hornos, dann geht‘s in die Berge in langen Serpentinen auf 600müM. Langsam steigend und bei Los Cristallos wieder in Serpentinen auf 1300müM. Überall sind Spuren von früherer oder aktueller Minenaktivitäten. Die Bahnlinie La Serena – Vallenar ist längstens stillgelegt. Bei Vellenar zweigen wir ab zur Küste auf die Ruta del Desierto. In Huasco kommt uns ein Güterzug im Schritttempo entgegen.

Die Küstenstrasse führt auf weiten Strecken durch eine wüstenähnliche Landschaft: trocken, mit Kakteen versetzt, breite Sanddünen. Wir bleiben auf einem schönen Platz vor dem NP Llanos de Challe, direkt am Meer, zwischen grossen, abgerundeten Granitblöcken. Beim Apéro beobachten wir die gewaltigen Wellen. Beim Sonnenuntergang brennt der ganze Pacific und taucht die Küste in ein magisches Licht.

Die Nacht wird verdonnert von den Wogen, 12*C am Morgen. Die Sonne scheint warm, ein fauler Tag mit Kleinreparaturen. Wir hängen in den Matten mit einem Glas Wein und Snacks. „Es chönnt schlimmer sie!!“ Zum z‘Nacht Härdöpfel-Gmües-Salat mit Schwinsgottlet. Der Sonnenuntergang ist „normal schön“

Morgen 9*C, sonnig, warm. Ein fahrender Händler kommt vorbei mit Eiern, Gemüse, Früchten und was die Algensammler sonst noch so brauchen.

Wir folgen der Ruta del Desierto weiter nach Norden. Karge, trockene Landschaft, Sanddünen an den Berghängen, Dunst-Nebel über der Küste. Kaum Tiere, abgesehen von ein paar Guanacos. In Copiapó besuchen wir als erstes die Mall Plaza. Der Food Court lässt uns das Wasser im Mund zusammen fliessen. Im „Bariloche“ bestellen wir eine viel zu grosse Parillada. Rest wird im Dogy-Bag mitgenommen. Einkauf im Tottus. Nur das Wichtigste! Das Touristen-Infobüro hat geschlossen, wir wissen also noch immer nicht, ob der Paso San Francisco doch noch aufgeht. Bei der Copec Tankstelle ausserhalb der Stadt bleiben wir auf dem Parkplatz.

Argentinien, das Weinland

In Malargüe suchen wir zuerst die Wäscherei auf, die ist aber bis 6 geschlossen. Auf dem CP Munizipal richten wir uns ein, haben Internet-Verbindung.

Susanne & Ueli sind heute von hier ins Valle Hermoso gefahren. Sie werden in 2 Tagen wieder zurück sein. Dafür tauchen bald Flo & Alina auf. Nach der Wäsche-Tour essen wir am gleichen Tisch und tauschen Reiseerfahrungen aus. Eine Familie aus Californien ist seit 4Jahren auf dem Weg nach Süden. Die grossen Söhne lernen übers Internet.

Die Heizung läuft auch in der Nacht, morgens haben wir 17*C drinnen, draussen deutlich frischer. Langes Morgenessen mit dem feinen Zopf-Brot vom Laden gegenüber. Flo & Alina fahren weiter Richtung Mendoza.

Wir haben einen Arbeitsplan für heute: Wohnung entstauben, Fahrerkabine entstauben, diverses mit Superkleber leimen, Motorkontrolle: Oelstand, Scheibenwaschanlage, Luftfilter ausklopfen, Hupe: Wackelkontakt fixieren.

Haare schneiden, erster Teil.

Gegen Abend tauchen Susanne & Ueli wieder auf. Sie waren kurz im Valle Hermoso. Bei einer Flasche Wein intensiver Erfahrungsaustausch.

Wir nehmen‘s in Malargüe recht gemütlich, keine Eile, viele Kleinarbeiten, zusammensitzen und schwatzen. Wir grillen mit dem Cobb auf dem Tisch, eine interessante Idee von S&U!

Einkaufen, Tanken, Kooka wieder einmal waschen, endlich die SIM-Karte richtig einsetzen, danke Ueli, jetzt habe ich einen eigenen Internet-Zugang.

Beim Kühlschrank den defekten Stecker ersetzen, Federheber und Stecker schmieren, Fliegengitter reparieren, Turnschuhe waschen.Die Webseite aktualisieren, Shoppingtour der Frauen,

Heidi beim Coiffeur „Chez Willi“: Schnitt und Farbe sind ok, aber dann schlägt Murphy zu: kein fliessendes Wasser um die Haare auszuwaschen, weder in der Dusche noch auf dem ganzen CP. Die Warmwasserdusche im Kooka streikt ebenfalls! Und das gemeinsame Znacht mit S&U wartet auf den Finish!. Stress und Verzweiflung pur. Sorry, es tut mir so leid!

Eigentlich wollten wir nach 6 Tagen wieder weiter, aber das Internet-Guthaben erlaubt noch einen weitern Ausbau der Webseite. Die Frauen gehen auf die Pirsch. Wir verwöhnen uns mit Osso Bucco und Poulet in Bollito Misto. Mmmmh, soooo fein.

Endlich, nach einer schönen Woche in Malargüe heisst es Packen, Wasser tanken, Abschied nehmen von Tim, Malia und ihren Söhnen, Susi & Ueli.

In der Stadt besuchen wir noch einen gut bestückten Gemüse-und Früchteladen, dann geht‘s auf der RN40 nordwärts Rchtung San Rafael. Rechts die flache Pampa mit dem Cerro Nevado und den vielen kleinen Vulkanen, links die ansteigenden schrägen Anden-Ebenen und dahinter die hohen Gipfel. Die Fahrt auf der RN40 ist zügig, ruhig, schön asphaltiert.

Bald erreichen wir El Nihuil am gleichnamigen Stausee.

 

Dahinter fliesst der Rest des Rio Atuel durch einen tiefen Cañon 600m hinunter auf die Ebene von San Rafael.

Das Gefälle wird in mehreren Stufen zur Stromgewinnung ausgenutzt. Am Info-Stand bekommen wir einen ersten Eindruck, was wir im Cañon erwarten dürfen. Wir finden einen flachen, etwas windigen Platz direkt am See. Das Wasser ist weit hinaus flach. Ein Fischversuch verleidet: das Wasser ist zu flach und verkrautet. Zum z‘Nacht: Resten vom Chili con Carne auf einem Wrap mit Salat.

Die Nacht ist kalt, der Himmel am Morgen bei uns bedeckt, die Anden aber wolkenfrei. Das ergibt einen schönen „Alpenblick“.

Heute ist Cañon angesagt. Schon der erste Ausblick zeugt von der milliarden Jahre alten Geschichte des Rio Atuel.

Schichten bis ins Präkambrium sind hier offen. Natürlich wurden einfach die alten Schichten freigelegt, mit allem was später dazu kam.

Erstaunliche, farbige Fels-Strukturen regten die Fantasie der Besucher an:

das Wachsfiguren Kabinett, die Mönche, der Astronaut, die alte Frau mit der Tasche, die Hängenden Gärten usw.

Das Gefälle wird durch 4 EKW ausgenutzt.

  

Wir bleiben auf einem grossen Parkplatz direkt am Fluss mit wenig Wasser. Riverrafter lassen jedoch einen deutlich höheren Wasserstand erwarten, wenn der Strom benötigt wird.

Heute hat Kookaburra die 80‘000 km-Grenze überschritten. Wir danken und gratulieren.

Der rote Pfeffer wächst auf grossen Bäumen

Die Nacht ist ruhig, kaum Verkehr, nur 18*C kalt, der Morgen trüb, feucht, neblig. Wir fahren durch den Rest der Schlucht mit vielen Touristen- und Freizeitaktivitäten, Ferien-Cabañas, Hotels, Restaurants. Da kommen die schönen Fels-Strukturen kaum zur Geltung, kein Wasser im Bach.

Bald kommen wir in die trockene Ebene von San Rafael mit Weinbau, Oliven, Obstkulturen und viel Buschland.

An den Strassensenken merkt man: hier kann auch mal sehr viel Wasser fliessen. In San Rafael finden wir eine gut bestückte Ferreteria, für Gaspatronen und einen Grill. Im VEA lassen wir uns von den vielen guten Sachen verführen und füllen den Einkaufswagen fast. Bei der YPF Tankstelle ein proforma Kaffee und ein schnelles Internet. Wir bleiben im Hinterhof

Am Morgen geniessen wir Kaffee, Gipfeli und Sandwich im YPF-Café und ein schnelles Internet. Gegen Mittag raffen wir uns auf und besuchen die Bodega Jean Rivier in San Rafael, ein Familiengeschlecht aus der Gegend Lausanne. Sie haben sich u.a. für Tokayer spezialisiert. Wir kommen zu knapp, werden trotzdem noch reingelassen., kaufen 2 Jahrgänge Tokayer. Das hat nichts mit dem ungarischen Tokayer zu tun (ausser der Rebe).

Die Fahrt Richtung Mendoza führt vorerst durch eine reiche Weingegend mit vielen Bodegas.

Später überwiegt die trockene Busch-Pampa. Im Valle Uco dann wieder die grossen Bodegas. Die Städtchen und Dörfer sind ganz auf Wein eingestellt.

Es beginnt zu regnen, die Anden stecken unter einer Nebeldecke, schwarze Wolken künden die kommenden Gewitter an.

Wir finden bei El Manzano Historico einen leeren CP. Die Geheimnisse des historischen Platzes werden wir morgen ergründen.

Die Nacht ist ruhig, der Morgen grüsst mit einem Vollbrand des Himmels, wird später blau. Wir schlafen lange, brauchen Zeit zum Packen bis wir endlich aufbrechen nach El Manzano Histórico.

Der Bovist kann fast Kindskopfgrösse erreichen.

Der Ort ist in die Argentinische Geschichte eingegangen, weil General San Martino nach seinen Siegen über die Chilenen in Chacabuco 1815 auf einem Maulesel hier zurückkehrte und die Unabhängigkeit Argentiniens deklarierte.

Neben dem grossen Monument steht noch ein historisches Museum, eine Forellenzucht-Anstalt, viele Campingplätze und Shops mit Touristen Accessoires.

Vom Mirador über dem Monument haben wir einen guten Überblick über die Weingegend und die Berge.

Der Weg führt uns weiter durch zahllose Fincas, die Reben sind abgeerntet, leuchten mit roten, gelben und grünen Blättern.

Nach Tupungato steigt der Weg langsam bis 2300müM an und bietet einen schönen Blick auf die hohen Berge der Anden: Cerro Plata, Volcán Tupungato, Cerro Negro.

 

Nach der Quebrada del Cóndor öffnet sich plötzlich ein tiefes Tal. Der Weg fällt in engen Serpentinen runter.

Bei Potrerillos erreichen wir die RN7 Mendoza-Santiago. Wir bleiben diese Nacht am Stausee.

Der Platz am See verleitet zum Bleiben. Wir raffen uns dennoch auf und fahren auf der RN7 zur Estanzia Ojo de Agua von Dieter Meier, Musiker und Kunst-Performer aus der Schweiz.

Sie liegt mitten im grossen Weingürtel mit Blick auf die Vulkane Tupungato und Cerro Negro.

Im Restaurant genießen wir das Menu: Empanadas, Steak und Dessert.

Dazu 3 verschiedene Weine: ein Chardonnay (sehr gut) ein Cuvé Merlot/Shiraz/Cabernet Sauvignon/Malbec im Eichenholz (sehr gut) und ein Cuvé Malbec/ Sauvignon Franc (gut, verliert nach dem vorhergehenden Wein etwas). Das Essen ist ausgezeichnet. Ein autobiographisches Buch zeichnet die Karriere von Dieter Meier nach.

Nach einer „Verrauchpause“ fahren wir zum nahegelegenen CP Sindico de Petrolo y Gaz, neben dem Stauwehr des Rio Mendoza, vorbei an grossen Erdölraffinerien. Auf dem Platz treffen wir auf Elmar & Ilse aus dem Schwarzwald. Sie sind seit 3 Jahren unterwegs von Halifax via NA nun in SA. Bei einem Pisco tauschen wir Reiseerfahrungen aus.

Die Nacht ist warm, weil die Heizung zwischendurch läuft. Etwas Nachtlärm vom Stauwehr und den Raffinerien. Nach dem Morgenkaffee weitere Diskussionen mit Elmar & Ilse. Sie werden das FZ hier in Mendoza einlagern bei Valentin, eine private Adresse. Wir schauen uns die Halle morgen an.

Am späteren Nachmittag Fischen mit Elmar im Rio Mendoza. Eine knapp mäsige Forelle bleibt am Angel. Zum z‘Nacht Pilze vom Park (Ringloser Butterröhrling oder Douglas Schmierröhrling?) mit Zucchetti, Lauch und der Forelle darauf an einer feinen Rahm/Weinsauce. Wunderbar.

Nach dem z‘Morgekaffee fahren wir nach Palmira zu Valentin Quiroz. Er hat eine Halle (ehemalige Bäckerei) zum Einstellen von Campern, wäre für uns eine Alternative zu Dirk in Uruguay. Anschliessend fahren wir ins Zentrum von Mendoza. Der Mercado Central ist geschlossen, die Essbuden sind am Schliessen.

Beim Bummel durch die Strassen finden wir eine Parilla im Tenedor Libre. Wir schlagen uns die hungrigen Bäuche voll.

Mendoza ist momentan eine herbstgelbe Stadt mit den vielen Alleebäumen.

Auf der Autobahn geht‘s zurück zum CP. Elmar hat ein Lagerfeuer vorbereitet. Bis in die kalte Nacht tauschen wir Reiseerfahrungen aus.

Nach einer ruhigen Nacht mit 8*C am Morgen bleiben wir noch einen Tag um unsere Fresserven aufzubrauchen: Kürbissuppe, Tomatensalat.

Die vielen Butterpilze vom Campingplatz werden zu Pilzbutter nach Ilse-Art verarbeitet: ringlose Butterpilze andämpfen mit Zwiebeln, Knoblauch, Pfeffer, Salz, ital. Gewürz, Chilli in frischer Butter mischen, etwas verfeinern mit Pisco. Zu gebrauchen ist er wie Kräuterbutter.

Ein Fischversuch im Rio Mendoza ist negativ, ein Löffeli geht verloren. Ilse und Elmar putzen ihr Fahrzeug, wollen es bei Valentin einlagern.

Warme Nacht dank der Heizung und ein weitere fauler Tag vergeht mit Pilze sammeln, Brot backen. Fröhliches Wiedersehen mit Susanne & Ueli bei einem Apéro mit Wein, Brot und allen möglichen Zutaten. Das frisch gebackene Brot ist bald aufgegessen, weil soooo gut. Zum z‘Nacht Pilze mit Teigwaren (von Susanne). Bei einer Flasche Malbec von Dieter Meier tauschen wir mit Susi & Ueli Reisepläne und Reiseerfahrungen aus.

Noch ein fauler Tag mit Einkaufen, SIM-Karte nachladen, Fotos bearbeiten, Webseite aktualisieren. Ueli macht zum z‘Nacht eine feine Paella. Lange Diskussionen und Erfahrungsaustausch.

 

Nach einer gemütlichen Woche wird es Zeit zur Weiterreise

 

 

Vulkane im Zentrum

Gegen Morgen nimmt der Wind etwas ab. Es bleibt kalt trotz schönem Sonnenschein. Wir fahren bei klarem Himmel das Valle Rio Malleo hinauf.

Bald leuchtet der Vulkan Lanin, schneeverzuckert, hinter den Bergen auf. Unterwegs begegnen wir mehreren kleinen Siedlungen und Farmen der Mapuche mit vielen Schafen.

Auf dem Pass-Plateau tauchen wir in unsere ersten Araucarien-Wälder ein, mit dem mächtigen Lanin als Hintergrund.

Die Grenzformalitäten sind schnell erledigt: Ausreise aus Argentinien, der frühere Beamte im NP Patagonia hat offenbar die Formulare nicht ganz richtig ausgefüllt. Einreise in Chile: wir haben fast alle Frischwaren weggegessen, kein Problem, ausser dem Bambusstab, der geht nicht durch.

Die Chilenen beeindrucken die Touristen mit schönen Teerstrassen. Auf ihrer Seite geht die Strasse steil 800m ins Tal des Rio Trancura hinunter, vorbei an hohen Bergen, dichten Wäldern. In Curarrehue füllen wir unsere Fresserven auf. Wir bleiben auf dem CP Hans in Catripulli, direkt am Fluss, mit Blick auf den Vulkan Villarrica.

Wir haben eine ruhige, kalte Nacht, mit Frost am Morgen.

 

Bei Sonnenaufgang leuchtet der Vulkan Villarrica zuerst blau, dann rosarot, dann weiss. Neben uns parkiert ein riesiger Camper mit einem spanisch-irischem Paar mit 2 Buben. Sie haben das Fahrzeug nur für 2 Wochen gemietet, sonst sind sie 7 Wochen in Chile mit dem Flugzeug unterwegs. Am Rio Trancura dürften wir fischen. Der CP Hans ist mit modernen WC-Anlagen und 2 holzbefeuerten Heisswasserbottichen zum Baden ausgestattet. Nach einem Kaffe mit Müesli fahren wir „hinten durch“ über die S923 / S937 / S931 / S907 / S905 zu den Ojos del Cabourga.

Die Landschaft ist geprägt vom reichen Vulkanboden mit viel Wald, Haselnuss- und Kastanienkulturen.

In einem Gehege futtert ein Herde Huemul / Zuchthirsche. Die Wasserfälle und die Laguna Azul der Ojos del Cabourga sind schön, aber nicht die Reise wert.

Die, als gute Fressbeiz bekannte Lodge Landhaus ist wegen zu geschlossen, von aussen nicht besonders einladend.

Wir wenden und fahren Richtung Vulkan Villarrica / Termas Geometricas. Zuerst ist die Fahrt durch das Tal des Rio Palguin auf der S941 noch „normal“, manchmal etwas steil. Beim Parkeingang zum NP Villarrica werden wir vom Parkwächter gewarnt: der Weg sei in sehr schlechtem Zustand, aber mit Kooka wäre das zu schaffen. Er hat nicht zu viel versprochen.

Nachdem wir die Passhöhe überschritten haben, geht es sehr steil runter. Aufwärtsfahrende Fahrzeuge hatten hier sichtbar grosse Mühe. Tiefe Löcher, blanke Felsen, ausgewaschene Spuren zeugen davon. Wir müssen uns den Weg Meter für Meter „erkämpfen“. Die Fahrt artet diesmal nicht aus, wir kommen unbeschadet durch. Der Urwald ist bezaubernd, viele alte Bäume und oben alte Araucarien, darunter ein tausendjähriges Exemplar mit 2m Stamm-Durchmesser und 50m Höhe mit einer gesunden Krone.

 

Die Termas Geometricas sind ein Highlight: in einer tiefen Schlucht wurden Thermalquellen nach Japanischem Vorbild mit 20 Bade-Becken ausgestattet, verbunden mit roten Holzplanken.

Die Wechselkabinen ebenfalls in Rot, die Toiletten in Schwarz.

 

In den Becken Wasser zwischen eisigen 6*C und heissen 46*C.

Die Naturlandschaft erinnert an die Lava-Schluchten in Bali. Üppiges Farngrün, Bambus, Moos und Flechten über den Felsen.

Ein rauschender Bach unter den Füssen.

Eine magische Stimmung, die am Abend mit LED- Lichterketten und dem grossen Mond verstärkt wird.

Der Besuch hat sich wirklich gelohnt, nicht nur wegen der porentiefen Haut-Reinigung.

Wir essen im Quincho ein Gohan: Reis mit Terriyaky, Smoked Salmon, Frischkäse, Sojasauce mit Wasabi und Ginger, gegessen mit Stäbchen. Uuufein. Wir dürfen nicht auf dem Parkplatz der Therme übernachten. Nach iOverlander halten wir bei einem „Pullout“ neben der Strasse weiter unten am Fluss.

Die Nacht ist ruhig, kaum Verkehr. Am Morgen entpuppt sich der Platz als ausnehmend schön, direkt am rauschenden Fluss. Wir fahren den Berg steil hinunter nach Coñaripe durch dichte Wälder mit kleinen Farmen und Ferienhäusern. Wir folgen dem Lago Calafquén nach Licán Ray und über eine gebirgige Strecke nach Villarrica.

Beim Bootshafen haben wir einen schönen Ausblick auf den Vulkan, leider verdorben durch 3 grosse Wohnblöcke / Hotelpaläste.

In der Nähe schlendern wir durch ein paar Strassen, finden ein Sushi-Restaurant und können nicht widerstehen. Wir sollten’s eigentlich langsam wissen: Sushi sind in Chile einfach anders als in Asien! Zwar recht gut zum essen, sehr sättigend, aber ihnen fehlt das gewisse Etwas! Und die Wasabipaste kann man löffelweise essen! Über die S69 fahren wir nach Norden Richtung Los Laureles. Der anvisierte CP Trailanqui am Rio Curaco ist leider seit einiger Zeit geschlossen, das Land für Ferienhäuser verkauft. Bei Hortensias zweigen wir auf die S497 ab zum Rio Allipén. Neben der S493 finden wir einen guten Nachtplatz, direkt am Fluss. Der Fischversuch ist negativ. Die Buschfrau kocht alles Frischgemüse, Pilze und Poulet zollgerecht ein. Das Versucherli schmeckt hervorragend.

Wir fahren zurück zur S61 Richtung Cunco. Wir entscheiden uns für einen Besuch des NP Conguillío mit dem Vulkan Llaima.

Bei der Abzweigung auf die S335 bemerken wir einen Steir hinter uns. Kennen wir doch! André und Baba steigen aus. Herzliche Begrüssung. Der Rest der Reisegruppe: Chris & Angie, Andrea & Marco folgen bald. Sie sind noch immer oder wieder zusammen, auf dem Weg zum Nevado de Sollipulli. Freudiges Wiedersehen, Geschichten austauschen. Wir fahren unseren Weg um den Vulkan Llaima weiter, sie wollen auf den Sollipulli. Unser Weg steigt steil in die Cordillera de Melo hinauf und hinunter ins Tal des Rio Calbuco, vorbei an Waldplantagen mit Eucalyptus, Fichten, Föhren.

Grosse Parzellen werden abgeholzt und wieder aufgeforstet.

Im Wald locken Fliegenpilze und scharfe Täublinge zum Suchen, aber sonst finden wir nichts gescheites. Vor Cherquenco zweigen wir auf die S31 Richtung Vulkan ab. In dichten Wäldern stehen alte dbuchen und Araukarien.

Wir suchen ein paar der essbaren Kerne. In der Ferne tauchen 2 weitere Vulkane auf, der schneebedeckte, symmetrische Longquimay und der Tolhuaca. Nach dem Eingang in den NP fällt das Gelände tief ab in ein eiszeitliches Gletschertal. 1957 floss Lava aus dem Vulkan in dieses Tal.

Der wolkenverhangene Llaima ist einer der aktivsten Vulkane in Südamerika.

Die letzten Ausbrüche: 2003, 1994, 1984. Der Parkwächter erlaubt uns das campieren auf dem PP der Laguna Captrén. Vor dem Nachtessen umrunden wir die Laguna.

  

Riesige, uralte Bäume, stehend und gefallen, säumen den Weg. Beim PP treffen wir auf José aus Los Andes bei Santiago. Er ist mit seiner Familie auf einem Ferientripp, gibt ein paar Tipps zum Reiseprogramm. Er hat in der Nähe ein Ferienhaus. Zum z‘Nacht gibt es das vorgekochte Gemüsehuhn mit Pure de Papas. Mmmmmhh, fein.

In der Nacht fahren ein paar Fz vorbei. Am Morgen leichter Nebel über der Lagune. Wir lassen uns Zeit mit dem z‘Mörgele. Spontan entscheiden wir uns für einen Umweg an die Grenze: retour nach Curacautin. Kurzer Einkauf im Unimarc („nur das Nötigste“). Kaffe bei Petronras, mit WiFi. Weiter über die 181CH via Mananzar, Malalcahuello, durch den Tunnel Cordilliera de las Raíces ins Tal des Rio Lonquimay. Die R955 bringt uns auf einer sehr steilen, sehr kurvenreichen Strasse über die Cordilliera de Litrancura ins Tal des Rio Quinquen.

Die Berglandschaften sind herrlich, etwas Mitteleuropäisch mitten in alten Vulkanen. Die Wälder sind abwechslungsreich, mal uralte Buchen / Araukarien, mal Kulturen mit Fichten, Eucalyptus, Tannen. Ganze Berghänge sind kahlgeputzt für neue Baumkulturen. Wir queren eine Furt und bleiben über Nacht auf dem schönen iO Platz am Rio Quinquen, noch mit warmem Sonnenschein, und dem grandiosen Anblick von grossen Araukarien.

Der Bach reizt, doch die Fische lässt’s kalt. Am Abend kommt Moises, der Landbesitzer vorbei. Er möchte 1500 für den Platz. Ich kann ihm klarmachen, dass Land innerhalb der Hochwassergrenze dem Staat gehört. Er gibt seine Forderung auf, bietet uns dafür 1kg Araucaria-Nüsse an, für 1500. Leider gehen wir morgen über die Grenze, da werden sie sicher konfisziert.. Im Gespräch über den Winter vernehmen wir, dass hier bis 2m Schnee fallen vom Mai bis August. Das wird dann hart für die lokale Bevölkerung, trotz Schneeräumung und angepasster Technologie (Kleider, Pferde, Schneeketten, Schneeschuhe, Schneepflug). Zum z‘Nacht verzehren wir einen Thon-Kichererbsen-Salat.

Der Morgennebel verbreitet eine eigenartige Stimmung: im Dunst stehen die archaischen Araukarien.

Es fehlen nur noch die grossen Dinosaurier, die mit ihren langen Hälsen oben die weichen Blütenstände von den stacheligen .Ästen abzupfen. Wir sind recht früh zur Weiterfahrt bereit, den Bach furten und auf der ruppigen Strasse Richtung Argentinien fahren. Die Landschaft wird flacher, viele Araukarien-Wälder, gelegentlich Nadelbaumkulturen. Links die blaue Laguna Galletué. An ihrem Ausfluss, dem Rio Bio-Bio ein kurzer Fischversuch. Das Wasser ist extrem klar, trotzdem ist kein Fisch zu sehen oder zu spüren. Wir passieren das kleine Touristenstädtchen Icalma an der gleichnamigen, schön blauen Laguna. Nach einem kurzen Anstieg über die obligate, löchrige Asphaltstrasse in Grenznähe erreichen wir den chilenischen Zoll. Die Abfertigung geht sehr zügig. In 5 Minuten ist alles erledigt. Auf der argentinischen Seite glänzen die Argentinier mit einer neuen Asphaltstrasse. Auch hier geht die Abfertigung rasch vorüber. Nach 10 Minuten ist auch die Lebensmittel- und Autokontrolle erledigt. Wir sind wieder in Argentinien.

Schon von Weitem leuchtet der dunkelblaue Lago Aluminé.

In Villa Pehuenia füllen wir unsere Fresserven wieder auf. Im Las Troncos bestellen wir Lachs und eine spanische Paella. Ja, wir sollten es eigentlich längstens wissen: die zweitbeste Paella machen die Spanier, die Beste gibts im Byfang und in Argentinien sollten wir Rindfleisch essen. Na, ja, das nächste mal!

Wir tanken noch Diesel, dann geht‘s weiter durchs Hinterland der Grenze entlang auf der RP23 nach Norden. Die Strasse ist meistens sehr ruppig, mit grobem, spitzen Kies, die Landschaft wie alte Sanddünen, Vulkansand in hohen Schichten.

Dichte, grosse Auraukarien-Wälder begleiten uns. Die Rinde der Araukarien sieht aus wie alte, gegerbte Elefantenhaut.

Bei einem kurzen Stopp finden wir ein paar Kerne, die wollen wir mal rösten und kochen. Die Passstrasse RN 242 zum Grenzübergang Pino Hachado ist wieder sauber geteert. Wir kommen zügig voran, vorbei an bizarren Basaltfelsen alter Vulkane ins breite, flache Tal des Rio Agrio. Wir haben wieder einen Eindruck von „Pampa, Patagonien“. Der Karfreitag scheint kein besonderer Feiertag zu sein. Die Läden sind normal geöffnet, auf der Strasse verkehren grosse Lastzüge, aber in den Wäldern picknicken Familien, tragen kesselweise Araukarienkerne zusammen. Wir bleiben auf dem schönen iO-Platz am Rio Agrio, in der Nähe von Las Lajas.

Der Fischversuch ist negativ und das Mittagessen liegt uns immer noch auf dem Magen, deshalb gibt‘s einen ausgiebigen Apéro mit Allem-drum-und-dran.

Bald geht die Sonne unter und lässt den Himmel farbig aufleuchten. In der Ferne entdecken wir 2 Waldbrände.

In der Nacht vereinzelt Verkehr auf der Hauptstrasse, sonst sehr ruhig, nur das Rauschen des Flusses lullt uns im Schlaf ein. Der Morgen ist frisch mit 6*C im Fz, aber dank der Sonne angenehm warm. Wir lassen uns Zeit mit dem z‘Mörgele und kommen erst gegen Mittag weg. Über die gut ausgebaute RN21 fahren wir durch das weite Tal des Rio Agrio. Viehwirtschaft, herbstgelbe Pappelhaine und Wässermatten dominieren.

Nach Loncopue zweigen wir ab Richtung NP Copahue. Dies scheint ein uralter Vulkankessel zu sein, mit neueren Vulkanen am Rand.

Flüsse haben sich durch den Kraterrand Schluchten gegraben, darunter der Rio Agrio mit seinem Wasserfall (werden wir morgen besuchen). Wir machen einen kurzen Spaziergang zu den Cascadas.

Hier hat der Rio Agrio sein junges Bett durch die Lava erarbeitet. Schön ist die Umgebung mit den grossen Araukarien.

Wir bleiben am Ende des Lago Caviahue auf einem flachen Kiesplatz.

Das Wasser hat die Ufersteine kräftig rostrot gefärbt.

Das Vulkanwasser ist eisenhaltig. Die Sonne scheint warm, gegen Abend kommt leichter Wind auf. Nach dem Apéro wird Brot gebacken und ein feines Znacht vorbereitet.

Am Morgen Frost, im Camper 0*C, die Frontscheibe mit Eisblumen bedeckt.

 

Die Sonne scheint warm. Die Farben des Sees sind spektakulär: rostige Ufer.im  Hintergrund der Vulkan Copahue.

Vor dem Morgenessen laufen wir auf den „Hausberg“ um Ostergrüsse an unsere Söhne-Familien zu schicken. Von oben ist die Aussicht wunderprächtig auf den Vulkan Copahue und das Städtchen Caviahue.  

Nach der Rückkehr lassen wir uns einen ausgiebigen Oster-z‘Morge mit feiner Züpfe, Ostereiern und „dem ganzen Programm“, inkl. Anke u Gonfi munden.

Erste Besucher kommen schon vorbei. Kurze Fototour zur „Puente Birra“, einer kleinen rostigen Steinansammlung im See. Der Name kommt von einem gestrigen Missverständnis: jemand suchte eine „Puente Piedra“.

 

Vor der Abfahrt bewegt sich eine grosse Meute von Ziegen vom Hausberg runter, heim Richtung Mapuche-Dörfli an der Hauptstrasse.

Endlich fahren wir nach Caviahue, entledigen uns vom gesammelten Müll und fahren zum Salto Rio Agrio.

Die Brücke über den Agrio ist, entgegen den Befürchtungen im iO nicht so kritisch.

Der 60m hohe Wasserfall bringt recht wenig Wasser, aber die Farben sind schon beeindruckend.

Leider ist der Sonnenstand ungünstig, die „ultimative Foto“ muss bis morgen warten. Wir finden keinen Weg, um in den Canyon runter zu gehen.

Wir sind nicht die einzigen Besucher, dauernd neue Interessierte bis zum Sonnenuntergang, dann ist Ruhe. Wir haben uns mit dem z‘Morge etwas übernommen, kein Hunger.

Am Morgen bekommen wir die erwarteten leuchtenden Farben am Wasserfall: rostrot, grün, weisses Wasser..

 

Bald trudeln die ersten Touristen ein. Wir machen eine Runde den Fluss aufwärts.

Wenig Wasser viele rostige Steine und 2 weisse Felsbänder wecken unser Interesse.

Auf dem Pfad versinken wir immer wieder in die Bauten eines rattengrossen Viechs, eine Ratte, ein Mull? Wir wissen es nicht. Nach Mittag sind wir endlich fahrbereit. Unser Ziel: 140km bis Andacollo, „hintendurch“ über die RP21.. Sie führt durch weite Täler, über Hochflächen mit tiefen Einschnitten mit Flüssen, durch ein paar kleinere herbstbunte Orte, vorbei an Forstkulturen, kleineren Farmen. Die Landschaften sind geprägt von vulkanischen Aktivitäten:

 

Basaltsäulen, kleine Vulkane, dicke Staub-, Sand- und Steinschichten.

Ziegenherden werden von Gauchos in „Alpabzügen“ von den Weiden ins Tal gebracht, bald kommtder Winter.

Von Ferne grüsst der Vulkan Domuyo. Vor Andacollo folgen wir dem Rio Neuquen bis zum CP. Ein kurzer Fischversuch im Fluss ist negativ (wollte da einer anbeissen?) Zum z‘Nacht feines Entrecôte mit Gemüse.

Kühle Nacht mit 8*C am Morgen. Wir lassen uns Zeit, füllen den Wassertank und fahren zur Tourist-Info. Wir bekommen, was wir brauchen für die de Tour zum Domuyo. Einkauf in der Cooperativa. Die sind schon am schliessen, wir rasen wieder einmal durch ein Einkaufszentrum, sind die Letzten. Dann fahren wir über die gut ausgebaute, asphaltierte RP43 nach Las Ovejas über steile, enge Berge ins breite Tal des Rio Nahueve. Die Farmen liegen in goldener Herbstpracht der Pappeln. Las Ovejas ist wie Andacollo ein verstreuter, staubiger Ort mit viel Bauaktivitäten. Wer will schon hier wohnen? Der Weg bis Varvarco ist ruppig, roh und führt durch steile Berghänge.

Ein Mirador erlaubt einen Tiefblick ins Tal des Rio Neuquén und zum Vulkan Domuyo.

Im Tourist-Office von Varvarco bekommen wir die notwendigen Detailinfos für die geplante Strecke und die Warnungen zur Vorsicht. In der modernen Hosteria Varvarco geniessen wir, obschon das Restaurant geschlossen ist, einen Kaffee und Toast mit Konfi. Leider funktioniert das WiFi auch hier nicht. Die Terrasse bietet einen schönen Blick auf die Confluencia des trüben Rio Varvarco mit dem klaren Rio Neuquén. Die Weiterfahrt auf der RP43 durch das Varvarcotal ist zwar etwas mühsam wegen der steilen, ruppigen Strasse und den engen Kurven, aber das Tal ist ein Hammer: sehr tiefe, enge Seitentäler und Schluchten wechseln ab mit Hochebenen.

Gelegentlich kreuzen wir Ziegen-und Rinderherden auf dem Weg zu den tieferen Winterweiden.

Die Vulkanaktivitäten sind auf Schritt und Tritt zu sehen: dicke Schwemmland-Schichten, Vulkanasche, Vulkanauswurf, Lava-Reste, Basaltfelsen.

Die Bolillos finden wir zwar nicht auf Anhieb, aber der Umweg hat sich gelohnt: skurrile, spitze Vulkanstaubfelsen bilden einen Park, viel kleiner als der Brice Canon.

Leider verdecken Wolken über dem Domuyo das strukturierende Sonnenlicht. Wir sind schon etwas spät dran und suchen einen Schlafplatz. Die flachen Plätze sind dünn gesät, deshalb fahren wir bis zum PP der Tachos, auch mit einem Umweg.

Es wird langsam dunkel, die Sonne verschwindet in den Wolken. Doch plötzlich öffnet sich eine Lücke.

Die Berge erleuchten in einem tiefen Rot.

Der Domuyo lässt sich nicht bitten, entfernt die Wolken etwas und brennt um die Wette.

Bei Dunkelheit richten wir uns auf dem PP ein und verschlingen einen Apéro-z‘Nacht. Wir sind müde von der anstrengenden Fahrt, die Stimmung ist im Eimer!

Die Nacht entspannt, der Morgen ist bedeckt und kühl mit 8*C. Nach dem Kaffee laufen wir direkt zu den Tachos. Das sind 3 sprudelnde, kochend heisse Geysire, 1-2m hoch, dazu eine Unzahl kleiner Dampfquellen.

 

Wer Island kennt, ist nicht beeindruckt.

Aber der Bach hat eine Temperatur von 38-40*C, ideal zum Baden. Wir sind ganz allein. Wir bleiben fast 2 Stunden in der starken Strömung.

Stell dir vor, Du bist in einem Sprudelbad und 10 Feuerwehrpumpen lassen die volle Leistung raus! Kein Masseur bringt das hin. Bei der Temperatur merkt man kaum, dass die Finger langsam Wöschwiberfinger werden, so angenehm warm. Einfach h e r r l i c h.

Nach der Rückkehr stillen wir unseren Hunger. Besucher aus Buenos Aires trudeln langsam ein. Weiter oder bleiben? Da sind ja noch Villa Aguas Calientes, Las Olletas und der zweite warme Bach.

Der „Complejo Aguas Calientes“ ist eine Sammlung von Cabañas mit Office und Feuerstellen. Im Moment saisonal geschlossen. Der Zugang zu den warmen Quellen ist jedoch offen.

Das sind frei fliessende Bäche mit zum Teil kochend heissen Quellen. Wir finden 3 wannengrosse Becken: aufgestauter Bachlauf. Das Wasser ist 46*C, zu heiss zum lange baden. Wir treffen Hector und Adriana aus Buenos Aires. Sie sind mit einem 2WD-Hylux mit einer aufstellbaren Schlaf-Box unterwegs. Sie wollen noch heute (fast 6Uhr!) über Andacollo hinausfahren, das sind weit über 100km, und die ersten 50 sind sowas von anstrengend, ruppig, kurvig, steil, nichts für uns. Wir begnügen uns mit dem warmen Bach, das sind nur 7km. Die Olletas sparen wir uns für morgen auf. Gauchos kommen uns mit einer Rinderherde entgegen. Ja, ja, wir sind spät dran, es geht auf den Winter zu. Im Bach werden Badewannen vorbereitet. Zum z‘Nacht feines Entrecôte mit Gemüse aus dem Dampfkochtopf.

In der Nacht setzt leichter Regen ein. Am Morgen messen wir 10*C im Fahrzeug. Wir flitzen in den warmen Bach, eine tiefe Badewanne lädt zum Bade. Nun, bei der kalten Luft ist das Wasser angenehm warm. Aber nach einer halben Stunden beginnen wir zu frieren.

Wir packen und fahren zu den Olletas hinauf. Eine grobe Enttäuschung: die versprochenen Fumarolen sind 2-3 kleine dampfende Wasserlöcher mit wenig Algen.

Absolut nicht lohnend!

Wir fahren auf der RP43 weiter ins Varvarco-Tal hinein, eine breite Altiplano-Landschaft mit vereinzelten Bauernhöfen, Ziegen, Schafen und Rindern.

Der Weg ist teilweise eng, ruppig, dann wieder schön sanft. Auf den Karten ist er nur als Fussweg eingezeichnet, bietet aber keine Probleme.

Sogar eine neue Brücke führt über den Fluss. Ein halbes Dutzend Condore kreisen im Aufwind.

Bald erreichen wir die Laguna Varvarco Tapia. Das Rangerhaus ist leer.

Wir bleiben über Nacht direkt am See. Natürlich muss hier ein Fischversuch gemacht werden. Negativ. 3 Fischer aus San Juan fahren vorbei, sie sind an der höher gelegenen Laguna Varvarco Campos und haben am Morgen 4 grosse Forellen gefangen. Heidi kocht die Pouletschenkel als Vorrat, 3 davon gibt‘s mit Ebli-Gemüse. Vor Sonnenuntergang kommen die Fischer nochmals zum Fliegenfischen. Eine der beiden riesigen Forellen bekommen wir! Muchas grazias,

Der Morgen ist kalt, innen 0*C aussen -4*C Wieder nichts mit Fisch am Angel.

Zwei Holländer, Mart & Nadja fahren mit einem gekauften Chile-Fz (Nissan, 4×4) vor. Sie wollen die gleiche Route über die Berge fahren wie wir. Die Beschreibungen lassen nichts Gutes erwarten. Nach dem Morgenkaffee fahren wir gemeinsam los. So könnten wir uns gegenseitig aus der Patsche helfen, wenn nötig.

Der Weg ist zuerst nicht schön, aber gut fahrbar. Weiter oben im Tal beginnen dann die spitzen Steine.

Bei der steilen Strecke ist „crawlen“ im 1.Geländegang, langsam die maximal zulässige Geschwindigkeit um die scharfen Spitzkehren. Der Track ist zwar gut befahrbar, aber die Reifen müssen viel ertragen können.

Die Landschaft ist einfach fantastisch.

Auf dem Plateau 2800müM leuchtet der schneebedeckte Cerro Crestón herüber, wir fühlen uns eine wenig ins Altiplano versetzt.

Bald tauchen wir ins Tal des Arroyo los Nevados runter. Der Weg ist immer noch gleich ruppig, mit spitzen Steinen versetzt. Bald kommen die ersten (von vielen) Wasserlöchern. Mart & Nadja kommen gut zurecht mit ihrem PW. Sie lassen ihre Drone steigen und filmen uns von oben.

Das Tal wird breiter, erste Farmen tauchen auf. Wir fühlen uns in den Norden Argentiniens und nach Bolivien mit dem Bofedales versetzt.

 

Aussergewöhnliche Fels-Strukturen und -Farben faszinieren uns.

 

Eine wunderbare, sehr eindrückliche Berglandschaft, die die Strapazen lohnen.

Das Tal des Rio Barrancas ist breit, der Fluss nutzt teilweise die ganze Talbreite. Kuhherden oder Pferde lassen sich nur schwer vom Weg abbringen.

Beim Zusammenfluss des Arroyo Domuyo mit dem Rio Barrancas finden wir neben der Strasse einen guten Nachtplatz.

Beim gemeinsamen Apéro, Nachtessen und Kaffee/Tee trinken tauschen wir viele Reiseerfahrungen aus. Die beiden sind für einige Zeit aus dem Berufsleben ausgestiegen. Sie haben sich in Santiago ein Auto gekauft und reisen etwa ein Jahr herum.

Gemeinsames Morgenessen. Wir fahren ein Stück weiter durch das Tal. Erstaunliche Felsenformationen.

Beim Ausfluss der Laguna Cari Lauquen und etwas weiter unten ein paar Fischversuche, alle negativ.

Wir entschliessen uns noch eine Nacht in diesem schönen Tal zu verbringen, bleiben bei einer kleinen Nebenstrasse in Flussnähe.

Gemeinsamer Apéro.. Starker Wind kommt auf. Heidi fertigt Brotteig an. Gegen Abend erneuter Fischversuch, diesmal klappt’s: eine schöne Regenbogenforelle und 2 Schnapper. Die Forelle hat 5 noch lebende Flusskrebse im Magen.

Zum gemeinsamen z‘Nacht gibt‘s Forellen auf einem Gemüsebett.

 

Bei iPhone-Laternenlicht (eine Wasserflasche wird auf die iPhone-Taschenlampe gestellt) wird eifrig Gemüse gehackt.

Einfach gut! Zum Dessert frisch gebackenes Brot mit Butter und Himbeerkonfi.

So fein! Das beste Brot das wir seit langem essen wird rübis und stübis aufgegessen. Die krose, schön gebackene Brotkruste und der gute Geschmack machten uns alle süchtig.

In der Nacht kommt sehr starker Wind auf, wir müssen nachts das Fz umparkieren. Morgens haben wir warme 17*C Der Föhn bläst auch in den Anden! Vor dem Morgenessen ein Fischversuch, negativ, dafür aber ein kurzes Bad im Fluss: ein grosser Stein rutscht drehend in das stark strömende Wasser. Ich spüre einen schwachen Schlag aufs Knie. Im starken, warmen Wind trocknen die Kleider rasch. Zum z‘Morge bekommen wir von Mart ein Banane / Haferflocken / Milch-Wrap serviert. Mmmhh, fein, noch Schlagrahm und Erdbeer-Konfi, mit den gebratenen Äpfeln einrollen, alles perfekt.

Die Strecke bis Barrancas ist extrem: hohe Übergänge, tiefe Täler, kurvige gute Strasse, Felsen- und Landschaftsbilder vom Feinsten.

Plötzlich öffnet sich eine grossartige Weitsicht ins Barrancas- und Rio Grande Tal. Die Vulkane Payún Piso und Tromen grüssen von Ferne.

Barrancas ist ein Ort, den man eigentlich nur aufsucht, weil er am Ende des Barranca-Tales liegt. Wir bleiben auf dem CP El Domuyo. Erstmals wieder Internet beim Zentralplatz: freies WiFi. Leider keine Foto von den 4 Internet-Addicts! Gegen 100 Mails kommen rein. Mart & Nadja verabschieden sich. It was a nice time with you, and thanks for the delicious Banana-Pancakes and the Fotos.

Gegen Abend schmerzt das Knie recht stark. Krankenschwester Heidi pflegt den Patienten mit Voltaren.

Fazit derTour: absolut lohnend. Gut, aber mit Vor-sicht befahrbar: gutes Wetter, gesunder Menschenverstand, sehr gute Reifen, 4×4, low gear medium-high clearance, keine Höhen- (Tiefen-)Angst, Lust an schwierigen Tracks. Das Varvarco Tal besticht durch seine vielfältigen Landschaften, mit tieferodierten Tälern, erstaunlichen Fels-Strukturen und die Abgeschiedenheit. Die heissen Quellen mit Geysiren, Schlammlöchern und warmen Bächen sind ein weiteres Highlight. Traumhafte Badegelegenheiten. Den Abschluss des Tales bilden die Lagunen Varvarco Tapia und Campos. Sie sind berühmt für ihre riesigen Forellen (die wir ebenfalls genossen). Die nächste Etappe ist ein berüchtigter, steiler 4×4-Track durch mehrere Geländekammern über 2800müM ins Tal des Rio Barrancas. DieserTrack bietet traumhafte Ausblicke in eine grossartige Bergwelt mit dem vergletscherten Cerro Crestón, entfernten Vulkanen und Altiplano-Eindrücke. Das Tals des Rio Barrancas überrascht erneut mit einer grossartigen Berg-und Tallandschaft: hohe Berge, tiefe Täler, einzigartige Fels-Strukturen und eine atemberaubende Enge Strasse mit vielen Spitzkehren in angsteinflössenden steilen, mehrere hundert Meter tiefen Abhängen. Der Fluss bietet wieder gute Fischgründe. Der einzige Wermuts-Tropfen ist Barrancas selber. Der Ort ist eine lebende, vergessene Ortschaft.

Warm Duschen, Kaffe, Packen und zum Zentralplatz: freies Government-WiFi. Das Knie ist etwas besser dran. Dann weiter zur Tankstelle, die ist (scheinbar?) geschlossen. Also weiter Richtung Malargüe auf der RN40: schöner Asphalt, wechselt bald mit „45km sind in Arbeit“-Gravel.

Die grandiose Berg-Landschaft imponiert mit ihren Farben und Formen, ein Vorgeschmack auf Nord-Argentinien. Diverse Vulkane tauchen auf: Volcan Tromen, Payún Liso, und eine ganze Gruppe von Payunia, die grösste Ansammlung kleiner Vulkane.

Bald erreichen wir das breite Tal des Rio Grande. Der Fluss wurde von Lavaströmen aus Payunia gegen die aufsteigenden Anden gedrückt.

    

An einer Stelle, hat der Fluss sich durch die Lava einen engen Cañon ausgewaschen. Wir bleiben etwas weiter bei einer Baustelle, direkt am Fluss.

Fischversuch negativ (3 Kontakte). Dem Knie geht’s schon fast übermütig. Zum z‘Nacht geniessen wir ein feines Osso Bucco mit Bohnen.

Am nächsten Tag geht’s nach Malargüe

Los Lagos Argentina

Die RN40 führt durch eine gebirgige Landschaft, zuerst durch ein Hochtal, dann unvermittelt tief ins Tal des Rio Foyel, über einen Pass noch tiefer ins Tal des Rio Manso. Beim Parkeingang zum NP Nahuel Huapi zweigen wir links auf die RP83 und suchen uns einen schönen CP hinten im Tal direkt am Rio Manso. Nach dem Apéro bleiben eine knapp mäsige Bachforelle und eine zu kleine Regenbogenforelle am Angel hängen. Heute gibt‘s Forelle auf dem Gemüsebett zum z‘Nacht.

Am Morgen herrscht dicker Nebel über dem Fluss, das Wasser ist. wärmer als die Luft.

Wir verhandeln mit dem CP-Wart über den Preis, im iOverlander 150pppn (Januar, Hochsaison) er möchte jetzt 200 in der Nachsaison. Wir geben ihm 300. Er ist einverstanden. Wir fahren zurück auf die RN40 durch eine uralte Vulkanlandschaft:

hohe, steile Berge, über einen Pass in ein tiefes Tal dessen Fluss in den Rio Manso fliesst, entlang dem Lago Guillelmo.

Hier zweigen wir ab auf die RP81 Richtung Tronador. Diese führt dem Lago Mascardi entlang, durch das Tal des Rio Manso Superior zu den Aussichtpunkten des Tronadors. Der Weg ist sehr schmal, deshalb nur einspurig zu befahren.

Schon von weitem leuchten die Gletscher des Vulkans.

Man dat den Eindruck, das Tal ist eine uralte Caldera: senkrechte Felswände und Basaltsäulen zeugen davon.

Unterwegs werden wir von Strassenbauarbeiten aufgehalten. Ein Truck ist mit einem Plattfuss liegen geblieben.
Pampa Linda ist ein modernes Touristen-Zentrum. Das Gebiet war schon 1942 voll erschlossen, wie alte Fotos mit „Saurer“-Bussen zeigen.

Beim Ventisquero Negro fliesst der schwarze Gletscher direkt in einen kleinen See mit Eisbrocken.

Schwarz, weil er den ganzen Vulkanschutt von Berg herunterträgt.

Der Garganta del Diablo ist ein riesiger, tiefer Kessel mit vielen Wasserfällen von den Gletschern.

Verständlich, wir befinden uns auf 1100müM und der Tronador ist fast 3500m hoch. Wir fahren den Weg zurück und finden einen guten Platz etwas abseits der Strasse am Fluss.

Wir müssen vor 9 Uhr aus dem Tal fahren (sonst müssten wir bis 16 Uhr warten). Ohne Kaffe, ohne z‘Morge raus über die Rüppelpiste durch das eigentlich schöne Tal.

Bei Los Rapidos können wir endlich anhalten und uns gemütlich machen. Der Rio Manso verbindet hier die zwei Lagos Mascardi und Moscos über Stromschnellen.

Da muss natürlich die Fischerrute hervorgeholt werden. Im tiefen, blau-grünen Becken zeigen sich keine Reaktionen. Bis plötzlich ein Baumast dazwischen kommt.

Kurz: der schöne Fisch-Angel hängt nun hoch über dem Becken. Oberhalb der Stromschnellen hüpfen die jungen Fische frisch-fröhlich herum. Bald erreichen wir die RN40. Sie führt entlang den Lagos Mascardi und Gutiérrez nach Bariloche, vorbei an den mächtigen Cerro Catedral und Cerro Otto.

Der erste Eindruck von der Stadt: gross, am Eingang eine Art moderner Bidonville mit kleinen, verschachtelten Häusern. Ärmlicher Eindruck. Viel Verkehr. Sehr steile Strassen. Für Kooka suchen wir einen Lavadero für eine gründliche Reinigung, einen Toyota-Mechaniker für eine generelle Prüfung, einen Elektriker für den Austausch der Batterie und schliesslich ein Lubricentro für seine Gelenke. Der Mechaniker hat morgen Zeit für die Untersuchung und der Elektriker für die Hupe. Dann geht‘s an die Suche eines CP. Die Möglichkeiten sind dünn gesät. El Yeti verlangt 725. Bei der Bemerkung, das sei „mui caro“, schickt er uns weg! Im CP Petunias bekommen wir einen Platz – für 850! Die Inflation ist bei den CP sehr hoch!

Nach dem Kaffe fahren wir zum Elektriker. Er findet den Fehler der Hupe rasch und kann ihn beheben: ein Wackelkontakt (ein paar Tage später geht sie wieder nicht mehr) Dann müssen wir warten, auf einem sicheren PP am See. Die Berichte im iOverlander sind beängstigend wegen aufgebrochenen Campern. Wir machen einen kurzen Spaziergang zum Hafen und ins Holly One Club zum Essen.

Der Mechaniker, Cristian, schaut sich Kooka genau von unten an, findet keine Mängel. Die „bujes“ (Buchsen bei den Federn) sind kein Problem.

Elisabeth (Cousine von Juan) und Luis wohnen auf einer kleinen Ranch La Pampita.

Sie haben viele Hühner, Schafe, Pferde, Hunde Border Collies, ein schönes, grosses Wohnhaus, Treibhaus, Stallungen, einen Bach im Garten, ein Schwimmbad. Eine Oase mitten in der grossen Stadt.

Elisabeth ist aufgestellt, gesprächig, erzählt von der Familie, Bariloche, Juan, serviert Bier und einen Käsekuchen mit Tomaten. Luis ist soeben von Buenos Aires mit den Auto zurückgekehrt, in 2 Tagen 1300 + 600km, eine Mordsleistung..
Die Nacht verbringen wir wieder auf dem CP Petunias. Zum z‘Nacht gibts die kleine Lachsforelle auf einem glasierten Butter-Rüebli-Bett. Fein!

Als erstes fahren wir Richtung km 14 auf der RP237, dem Geburtsort von Juan. Alles ist verbaut! Weiter zum Golf-Nobelhotel Llao Llao.

Wir kommen problemlos hinein, dürfen einen guten Kaffe trinken und die Einrichtungen bewundern. Die aufliegenden Hochglanzbroschüren zeigen uns wieder einmal eine andere Welt, wie wir sie zu Singapore-Zeiten kennenlernten. Eine andere Realität!

Die Schleife über die Halbinsel Llao Llao führt durch dichten alten Wald.

Beim Mirador bestaunen wir die massiven Gebirge des Cerro Capilla und Cerro Lopez.

Bariloche liegt in einer wirklich schönen Bergwelt mit Seen. An der Colonia Suiza brausen wir vorbei, in die Stadt und dann den steilen, ruppigen Weg hinauf zum Cerro Otto.

Eine Seilbahn trägt die Touristen zum hoch über der Stadt liegenden Dreh-Restaurant mit Art-Galerie. Das Ganze wurde von einer reichen Erbin gebaut. Wir geniessen die runde Weitsicht bei einem feinen Essen. Die wunderbare Landschaft Bariloches dreht sich im Kreis um uns. Etwas spät fahren wir auf der RN40 weiter Richtung NP Nahuel Huapi / Villa La Angostura. Bei blendender, untergehender Sonne finden wir im CP Los Cipreses eine Bleibe für die Nacht. Der offene CP macht einen verlassenen Eindruck.

Die Nacht ist kalt, 7*C, am Morgen frischt der Wind auf, durchwühlt den See. Wir folgen dem Lago Nahuel Huapi nach Villa Angostura durch eine schöne, wilde Naturlandschft mit hohen Bergen, dichten Wäldern und schönen Ausblicken auf den See.

In Villa Angostura befindet sich die Sommerresidenz von Perón und seiner Frau Evita. Jeder Argentinier kennt diesen Ort. Er macht. noch heute einen gepflegten Eindruck mit den Parkanlagen und den herausgeputzten Häusern. Bayern, das Berner Oberland und Südtirol lassen grüssen.

Der Rio Correntoso zwischen dem gleichnamigen See und dem Lago Nahuel Huapi ist mit 250m der kürzeste Fluss der Welt.

Wir folgen auf dem Camino de las Siete Lagos der RN40 gegen Norden, begegnen auf der schönen Strecke den Sieben Seen in einer wilden Berglandschaft, die von Vulkanen und der Eiszeit geprägt ist.

Die Cascada Vulignanco am Camino de Las Siete Lagos.

Am Strassenrand fallen uns die vielen dürren Bambusstauden auf. Richtig, sie sind in Blüte und sterben deshalb alle paar Jahrzehnte ab.

Aber der Samen reicht sicher für eine noch grössere Plage. Beim Lago Villarino treffen wir auf Flo & Alina, die mit Stefan (Fischen) gemeinsam ein Stück zusammenfahren. Er hat im See eine schöne Forelle gefangen. Das schürt natürlich die Lust am Fischen. Der See und der Bach sollen laut Reiseführer “fischreich“ sein. Ausser einem Winzling und einem grösseren Schnapper nichts. Wir bleiben auf dem CP. Geniessen bei einem Glas Rotwein „Gemüseresten“ an einer asiatischen Sauce.

Regen, Wind, Kälte in der Nacht. Am frühen Morgen ein Fischversuch. Eine schöne Forelle schnappt sich den Angel, kann sich jedoch wieder befreien. Ein Angel bleibt im Wassergras hängen.

Die Seenroute führt uns heute wieder durch eine fabelhafte Landschaft mit tiefen Tälern, hohen Bergen und dichten Wäldern, vorbei an diversen Seen nach San Martin de Los Andes. Die Stadt am Lago Lácar ist teilweise gesperrt wegen einem Dauerlauf. Wir suchen den Fischereiladen von Jorge Cordillo und ersetzen ein paar verlorene Angel (Löffeli: cucharas!). Über die RN40 geht‘s weiter nach Junin de los Andes, über die RP23 ins Tal des Rio Malleo. Hier bleiben wir direkt am Fluss, windgeschützt. Die Windböen sind sehr heftig.

Nordpatagonien Argentinien

Auf dem CP Munizipal in Gobernador Costa treffen wir Matthias aus Winterthur. Er ist mit einer Suzuki Enduro unterwegs von der CA über Chile Chico nach Norden. Interessante Gespräche über Kauf / Verkauf von Fahezeugen in Argentinien und Chile. Er wollte eigentlich eine Enduro in Ushuaia von Amerikanern abkaufen. Da in Argentinien der Kauf ausländischer Fahrzeuge illegal ist, sollten sie den Töff nach Punta Arenas bringen. Die waren aber von ihrer Fahrt von Arizona nach Ushuaia in 2 Monaten fix und fertig und werden nie mehr auf eine Enduro sitzen! Lieber lassen sie die fast neuen Fahrzeuge in Ushuaia verrosten.

Wir verabschieden uns von Matthias und fahren dann über die RP63 (Kies, recht fein) via José de San Martin zur RN25 (Asphalt, verlöchert), nach Paso de Indios ins Chubut Tal.

Die karge Landschaft ist hügelig-bergig.

Wir begegnen vielen Nandus, kaum Verkehr.

Bei Paso de Indios entscheiden wir uns für einen Umweg, 15km weiter auf der RN25 zu einem Nachtplatz am Rio Chubut, gemäss iOverlander sehr schön.

Dieser Weg ist absolut lohnend, führt er doch an den pittoresken, farbigen Felsabbrüchen des Talrandes vorbei auf einen herbstlich gefärbten grossen, windgeschützten Platz direkt am Fluss.

Wir treffen hier auf Sepp und Monika aus Bayern. Sie sind seid 4 Jahren via Halifax, Alaska, Mittelamerika hier gelandet und wollen bis Mai zu Dirk fahren und dann für 3 Monate nach Hause fliegen. Wir haben sie vorher kurz in Puerto Natales getroffen, zusammen mit Chris, Angie und Walter. Beim schönen, warmen Sonnenuntergang tauschen wir Reiseerfahrungen und Tipps aus. Der Fischversuch ist negativ. Wir haben keinen grossen Hunger und verschlingen eine Nudelsuppe.

Bald verabschieden sich Sepp & Monika. Sie haben eine Monsterstrecke von über 400km bis Playa Esconida vor. Wir kehren um zur RP12 ins Chubut-Tal.

Dieser Blinddarmschlenker hierher hat sich wirklich gelohnt. Die farbigen Felsen waren nur eine Einführung in das Tal. Auf der langen Strecke bis zum Piedra Parada tauchen wir in eine wunderschöne Herbst-Landschaft ein.

   

Der Fluss ist zuerst noch braun-dreckig, wird aber nach oben immer sauberer.

Die Estancias verstecken sich hinter hohen, herbstgelben Pappeln, weissen Silberpappeln und grünen Weiden.

Die Farben der Felsen füllen den ganzen Regenbogen, sind mal schroff senkrecht abfallend, vielschichtig, mal runde zarte Hügel durchsetzt mit farbigen Auswaschungen.

Der Piedra Parada ist ein vulkanischer Monolith. Vor 50 Mio Jahren explodierte hier eine Magmakammer. Der Piedra ist ein ausgeworfener Lava-Monolith.

 

 

Wir finden neben der Brücke, direkt am Fluss einen schönen Platz.

Das Fischen ist negativ, ein paar kleine junge Forellen springen.Wir geniessen den schönen, farbigen Sonnenuntergang.

Ein weiterer Fischversuch am frühen Morgen ist erfolgreich, eine schöne Bachforelle bleibt am Angel. Sie versteckte sich, wie erwartet unter der Uferböschung im schnellfliessenden Wasser.

Wir besuchen dfie Cañadon Las Buitras auf der gegenüberliegenden Talseite. Das ist eine über 3km lange Schlucht zwischen hohen, glatten, senkrechten Felswänden.

 

 

Wir brauchen über 3 1/2 Stunden, inkl. Fotos. Ein beliebtes, sehr schönes Klettergebiet mit schwierigen und sehr schwierigen Kletterrouten.

Man beachte die Kletterer unter der 150m hohen Wand

Dazu sehr eindrücklich und fotogen.Ein Selfie muss sein.

Wir wollen auf dem gleichen Platz nochmals übernachten, doch kommt eine Kletterin und reklamiert den Platz für die Zeltler. Nach dem Apéro fahren wir ein Stück weiter und finden den schönen iO-Platz direkt am Fluss.

Die Fische sind da, haben aber kaum Lust zum anbeissen. Dafür geniessen wir die Bachforelle auf einem Rüebli-Lauch-Zwiebeln-Peperoni-Bett.

Ein schöner Morgen mit zunehmendem Wind beginnt mit einem Fischversuch: negativ. Heute gibt‘s nur Kaffee zum z‘Morge (und den ganzen Tag sonst nichts als Wasser) Ein paar Kraftübungen zeugen von einem gesunden Tag. Wir haben eine grosse Etappe vor bis zum Rio Futaleufú. Wir verlassen bald das Chubut-Tal, zweigen Richtung Gualjaina ab. Die Landschaft wird etwas flacher, ein breites Tal mit Farmen. Der kleine Weg nach Süden zur RP62 ist recht ruppig. Ein weiterer Weg ins Tecka-Tal ist als „Privat“ geschlossen. Statt über die RP62 fahren wir also doch über die RN40 via Esquel (das wollten wir eigentlich wegen der Hanta-Virus -Gefahr meiden!) gegen die Chilenische Grenze.

Der Rio Futaleufú mit seinem Fischreichtum ruft.

Nichts, alle Zugänge auf argentinischer Seite sind zu. Privat! Wr bleiben im Eco CP Viñas Nant y Fall. Ein gediegen ausgestatteter kleiner CP mit Weinberg, Restaurant, grossem Ententeich mit „Irokesen-Enten“ und guten Einrichtungen.

Der CP lädt zum Faulenzen ein. Ein guter Internet-Zugang verstärkt diesen Drang.
Wir machen eine elektronisch geführte Tour im Weinberg und anschliessender Videoshow. Jorge hat hier einen eindrücklichen kleinen Bio-Betrieb mit modernsten Einrichtungen aufgebaut.

Sein Hauptwein ist der Pinot Noir, daneben etwas Gewürztraminer, Sauvignon Blanc. Eine ausgeklügelte, automatische Tropfenbewässerung sorgt für die richtige Feuchtigkeit. Bei Frost werden die Trauben beregnet, damit verhindert das Eis ein Erfrieren der Pflanzen.

Wir fahren 30km zur Brücke über den Rio Grande / Rio Futaleufu nahe der Chilenischen Grenze,

Schönes, klares türkis-blaues Wasser, schnellströmend mit Rücklauf, das muss ein guter Platz zum Fischen sein. Im engen Tal herrscht ein sehr kräftiger Wind. Die Fische haben keine Lust! Ein einziger verguckt sich an der Angel, schüttelt sich jedoch sofort wieder los. Also die grobe Rüttelpiste wieder zurück und den „Kummer“ in Tee ertränken. Aber der Fluss hat die Fahrt absolut gelohnt!

Nach 4 Tagen können wir uns losreissen. Wir rasen nach Trevelin zum Shopping-Center La Anonima. Für uns „Frühaufsteher“ wollen die schon um 14Uhr schliessen. Wir können noch knapp durchschlüpfen. Wir hetzen durch die Gestelle, füllen den Einkaufswagen und rasen zur Kasse. Wir haben fast alles, was auf der Einkaufsliste stand. Einladen und raus, die Tore schliessen sich hinter uns. Wir schnaufen kurz durch, geben unser Tagesziel, NP Los Alerces, Lago Futalaufquen, Punta Matos ins maps.me und los geht die Fahrt. Von der kleinen Stadt Trevelin geht‘s bald in die Berge. Beim NP Eingang bekommen wir die nötigen Infos. Eigentlich ist ein grosser Teil des NP verschiedentlich abgebrannt. Viel Jungwald und Brandruinen zeugen davon. Der See ist, wie „gewohnt“ türkisblau, klar, die Strasse im Neubau, samtig.

Kurzer Halt bei den Cascadas Irigoyen.

Bei Punta Matos zweigen wir auf den freien CP ab, ein grosser Platz für Camper und Zelte über dem See. Beim Schiffsteg ein vergeblicher Fischversuch. Unsere Nachbarn aus Niederösterreich, Ignaz & Maria sind mit einem Landcruiser mit fester Kabine unterwegs. Damit waren sie schon in der Mongolei und quer durch Afrika (Namibia / Kenia). Er ist Jäger, sie ist Lehrerin. Am Abend tauschen wir bei einem Glas Pinot Noir am Lagerfeuer Reiseerfahrungen aus. Sie sind seit einem Monat unterwegs, von Montevideo, via Ushuaia, nun nach Norden und wollen Anfangs Juni von Cartagena nach Europa verschiffen. Eine Monstertour. Maria hat Herzprobleme, sie muss sich ausruhen.

Maria & Ignaz fahren am Morgen früh ab. Maria gehts besser. Wir fahren die kurze Strecke bis zum CP Arrayanes. Der Pfad zu Fuss durch den Urwald, entlang dem Rio Arrayanes ist sehr schön.

Braun-grüne Arrayanesbäume erinnern an die verzworgelten Wälder in Tasmanien.

Zwischendurch schöne Ausblicke auf das türkis-grüne Wasser.

++Der Lahuan viejo ist ein alter Alerce Baum.

Daneben liegt ein Riesenexemplar am Boden, bereit für den Bosque Petrificado?

Auf dem CP geniessen wir im Restaurant einen Nespresso „wie zu Hause“. Und ein paar Äpfel , zusammengelesen unter dem Baum. Ein Fischversuch im Fluss ist, wie gewohnt, negativ. Feiner, dünner Lomo-Fladen mit Broggoli-Rüebli-Kartoffel-Gemüse und Salat – ein feiner z‘Nacht!.

Eine kurze Fahrt bringt uns zum PP bei der Laguna Verde.

Wir laufen über die Pasarele zum Mirador und Puerto Mermod der grünen Laguna Verde, dann quer über die Halbinsel (trotz geschlossenem Weg: Cerrado!) zum Mirador Glaciar und Puerto Chucao am Lago Mendenez. Eine überwältigende Landschaft. Die Halbinsel ist recht gut regeneriert, es gibt sogar Apfelbäume.

Eine riesige Föhre (???) weckt unser Interesse.

Aber statt Pilze können wir den enormen, kurzen Baumstamm bewundern.

Der hat ja einen Durchmesser von weit über 3 Meter.

Der türkisgrüne See ist vom Wind aufgewühlt.

In der Ferne leuchten die Gletscher des Cerro Torecillo grün-blau.

Der Schiffsteg ist verlassen. Ende Saison.

Auf dem Rückweg kommen wir bei der 300-jährigen Alerce vorbei, gerade und gross gewachsen.

Von der Pasarele können wir Fischern in einem Boot beim Fliegenfischen zuschauen. Negativ!.

Wir fahren auf ruppigen Strassen weiter Richtung El Maitén.

Der CP Munizipal befindet sich näher in der Stadt als auf der Karte angegeben. Er ist saisonal geschlossen, aber der Eingang ist offen. Unter den grossen Bäumen finden wir einen Platz, sogar mit Strom. Angrenzend führt der Rio Chubut vorbei. Natürlich auch hier ein Fischversuch. Überall springen kleine Forellen aus dem Wasser, eine bleibt am Angel hängen. Die grösseren lassen es sein. Zum z’Nacht ein Kürbis-Reis-Poulet. Mmmhh.

Wir besuchen das Eisenbahnmuseum in El Maitén.

  

Hier war zu patagonischen Schmalspur-Eisenbahnzeit das Reparatur- und Unterhaltszentrum der Region Patagonien.

Die 75-cm Bahn fährt noch heute auf kurzen Strecken für Touristen und feiert jährlich ein Eisenbahn-Nostalgiefest mit Besuchern aus aller Welt. Die Werkstätten sind immer noch in Betrieb, unterhalten von Nostalgikern.
Bei einem Drink (mit Fleischbollen und Pure de Papas) hängen wir uns wieder einmal ins Internet. Heftiger Wind setzt ein. Der Weg führt uns wieder zurück über die RP70 und RN40 nach El Hoyo, Lago Puelo. In der Ferne stehen Regenwolken über El Bolson. Die Landschaft ist erstaunlich: das Chubut-Tal liegt auf 700 müM. Über Berge gelangen wir ins Valle Epuyén auf 300-230 müM, dann über einen Hügel von 370 müM runter zum Lago Puelo auf 195 müM. Die Gebirge sind offenbar uralte Vulkan-Reste. Beim NP Lago Puelo dürfen wir im Rio Azul und im See fischen. Bei Regen leider erfolglos. Im CP heizen wir uns richtig ein, draussen ist es saukalt und nass.

Auch am Morgen haben die Fische „kä Luscht!“. Dafür entschädigt ein schöner Sonnenaufgang mit Nebelschwaden über dem See.

Nach einem Kaffee laufen wir zum Bosque de las Sombras, ein schöner Sumpfwald mit Arrayanes und Choique.

 

1997 wurde dieser Wald 3-4 m überschwemmt (Regen und Schneeschmelze). Anschliessend steigen wir zum Mirador de la Playita auf.

Wir merken den Trainingsmangel! Schöne Aussicht auf die Berge und den Strand am See.

Die Strecke bis El Bolson ist kurz. Uns fallen die steilen Berge in der Landschaft auf: alte Vulkanreste? Wir suchen zuerst den Gäseler. Er hat erst um 3 Uhr offen. Auf dem zentralen Hauptplatz findet der wöchentliche Markt statt mit Handwerk, Selbergemachtem, Schmuck und Tand.

Und Food! Wir bekommen Hunger und finden ein Restaurant mit WiFi, Trutas und einen Drink. Der CP Chacra liegt unter grossen Apfel-, Pflaumen-, Walnuss-, Kastanien-Bäumen im Schatten. Dank Stromanschluss läuft Heizung auch in der frischen, kühlen Nacht.

Wir treffen Chris & Angie zum Kaffee beim Plaza Pagano. Bald kommt die Aufsicht und will uns verscheuchen: wir haben ungültig parkiert und der Steir darf nicht in die Stadt!. Die Polizei taucht auf und beschwichtigt. Nach dem Umparkieren bummeln wir durch die Strassen, Shoppen im Schuhladen und La Anonima. Gegen 3 Uhr fahren wir zu Claudia & Klaus. Sie haben sich (nach 16 Jahren Töffreisen (Buch: Abgefahren) im Valle Ternero niedergelassen, auf einer „kleinen“ Hobby-Bio-Farm („nur“ 100ha!) Klaus hat viele Traum-Ideen, wie er aus diesem Landstück einen Naturpark machen will. Auf dem Platz campen noch Flo & Aline aus Bayern. Sie sind von Kolumbien her nach Ushuaia gereist und wieder auf dem Weg gegen Norden. Zum z‘Nacht veranstalten wir eine gemeinsame Grillparty auf dem Cobb.

Wir fahren mit Chris & Angie nach El Bolson zum Wochenmarkt.

  

Zwei Circular-Panthographen und ein Dreiflügliger Boomerang für unsere Enkel wird als Reserve gekauft. Kaffe mit Kuchen im La Reine. Nach der Rückkehr auf den CP ausgiebige Gespräche mit Klaus. Ein Fischversuch im Bach ist positiv: eine anständige Bachforelle bleibt hängen. Zum z‘Nacht gemeinsame Cobb-Grillparty mit Chris, Angie, Flo, Aline. Austausch von Reiseerfahrungen, bis alle fast erfrieren.

Bei Kaffe lange Diskussionen um die Weiterreise, Erfahrungen und Geschichten von Klaus. Fast emotionaler Abschied, auch von Claudia. In El Bolson verpassen wir knapp die Öffnungszeit von La Anonima, der Supermercado Todo daneben hat aber ebenfalls gute Frisch-Produkte, darunter den raren frischen Lauch.

Patagonia Argentina

Der NP Patagonia ging aus einer heruntergewirtschafteten Farm hervor. Nun wird das Gelände mühsam, langsam wieder renaturiert. Er ist Teil eines grossen binationalen Projektes mit Argentinien. Die chilenischen NP Patagonia und Jeinimeni sollen mit einem neuen NP auf der argentinischen Seite, der Mesa Lago Buenos Aires, ein angrenzendes 3000km2 grosses, fast unzugängliches Hochplateau zu einem länderübergreifenden Schutzpark zusammengefasst werden.

Der Erfolg zeigt sich jetzt schon an der grossen Anzahl zurückgekehrter Guanacos, Huemuls und dem Puma.

Die Landschaft ist steppenartige Pampa, praktisch ohne Wald.

Der Rio Chacabuco schlängelt sein glasklares Wasser durch ein breites Tal.

Auf der gegenüberliegenden Seite grüssen die hohen / vergletscherten Berge des Jeinimeni NP.

Die Nacht ist absolut ruhig, der Tag beginnt mit Sonnenschein bei kühlen Temperaturen. Im Casa Piedra ist der Ranger ist schon früh wach. Beim Waschbecken begegne ich einer Californierin. Sie ist mit ihrem Mann zu Fuss auf Touren. Sie wollen nach Cochrane laufen („2-3 days“).

Wir fahren das Chacabuco Tal weiter Richtung Argentinische Grenze. Ein paar Farmen sind offenbar noch nicht in den NP integriert, es gibt wieder mehr Schafe, dafür weniger Guanacos. Die Grenzkontrollen auf beiden Seiten sind recht flüssig und „human“. Die Kontrolle des Fz ist kurz und bündig.

Nach der Grenze zweigen wir auf die RP41 nach Norden ab. Wir befinden uns wieder in Argentinien-Patagonien: trocken, karg, links die hohen Gebirge des Jeinimeni NP, rechts viele alte Vulkanspuren, farbige Felsen.

Ein halbes Dutzend Kondore fliegt uns entgegen. Nandus laufen uns auf der Strasse davon. Die Qualität der Strecke ist ungewohnt fein, steigt bis auf 1500 müM an. Im Jeinimeni-Tal finden wir neben der Strasse einen guten Übernachtungsplatz. Der Fluss ist zu weit weg für einen Fischversuch.

Dieses Verkehrsflugzeug fliegt doch viel zu tief! Jetzt geht‘s noch steiler nach unten. Es verschwindet hinter dem Berg. Da! Es kommt wieder rauf, aber wie?? Das fliegt ja auf dem Rücken. Es reicht nicht über die Bergkuppe. Es fällt auf die Bergspitzen, bleibt auf den spitzen Felsen hängen. Es brennt nicht. Wir sind soeben Augenzeugen eines Flugzeugabsturzes geworden. Mitten in der Pampa Patagoniens. Wir befinden uns in Argentinien, der Absturzort liegt in Chile, im Jeinimeni NP, auf etwa 1500müM, 10km von uns entfernt. Der nächste Ort, Chile Chico ist 45km entfernt, verbunden über eine schmale Strasse. Ein abgestürztes Flugzeug in dieser verlassenen Gegend aufzustöbern ist äusserst schwierig. Aber wir sind Augenzeugen, können alarmieren, wir kennen die Position des Absturzortes, wir haben ein Satphone! Wir haben keine lokalen Notrufnummern. Nur den TCS-Alarm. Bis das Satphone sich in die Satelliten eingeloggt hat, bis wir Verbindung mit Genf haben, das dauert eine Ewigkeit – mehr als 2 Minuten! Ja, hallo! Hier ist soeben ein Flugzeug abgestürzt. Meine Position 46°47′23.1″S 71°47′25.73″W. Die ungefähre Postion des Absturzortes 46°47′08.95″S 71°59′33.31″W Bitte alarmieren Sie …..Was wollen Sie wissen? meinen Namen? Aber das spielt doch jetzt keine Rolle. Sie haben meine Satphone Nummer auf dem Display. Die Zeit drängt, es gibt Überlebende des Absturzes, alarmieren Sie die Rettungsmannschaft in Chile Chico in Chile, die sind am nächsten. Jetzt tun Sie nicht so kompliziert. Wir sind Augenzeugen und Sie sind für uns die einzige Verbindungsmöglichkeit. Was?….mir brummt der Schädel….ein Auto fährt auf der Strasse vorbei, ich erwache aus einem bösen Traum“.

Aber sonst ist die Nacht sehr ruhig, der Morgen beginnt mit warmem Sonnenschein. Nach dem z‘Mörgele und Packen fahren wir auf der RP41 weiter Richtung Los Antiguos.

Links die Gebirge des Jeinimeni NP neben uns das tiefe Tal des Rio Jeinimemi mit den seltsamen Felsen des Valle Lunar.

Rechts die senkrechten Abbrüche der Mesa del Lago Buenos Aires, die riesige Tafel des zukünftigen Argentinischen NP Patagonia. Bald taucht der Lago Buenos Aires / General Carrera auf, der zweitgrösste See in Südamerika nach dem Titicacasee.

Im Hintergrund die scharfen Spitzen des Cerro Castillo.

Der Rio Jeinimeni und der kleine Nebenfluss Rio Los Antiguos seien berühmt für ihren Forellenreichtum. Das wollen wir doch mal nachprüfen! Zum Rio Jeinimeni haben wir keine Zugang, der ist nur in Chile möglich. Beim andern ist das Wasser recht knapp. Doch, es gibt Forellen! Ein 15cm-Jungfisch verbeisst sich im Angel und 2 grosse, ausgewachsene Forellen schiessen auf den Köder los, stoppen und kehren um: das war ihnen offenbar zu suspekt, Im Vivo el Viento bekommen wir den Lachs vom Grill, etwas trocken und fad aber für argentinische Verhältnisse gut gemacht. Die kennen eigentlich nur Rindfleisch in grossen Mengen. Der CP Los Amigos ist zwar geschlossen, wir können trotzdem bleiben.

Der Morgen beginnt bewölkt, nach Mittag setzt leichter Regen ein. Wir verzehren langsam noch die letzten Reste aus Chile, dann packen wir, tanken und kaufen ein.. Man merkt, wir haben einen grossen Nachholbedarf, der Stauraum quillt über. Die Fahrt entlang dem Lago Buenos Aires bietet eine typische argentinische Patagonien-Landschaft: hügelig, buschig, Farmen mit herbstgelben Pappelreihen. Am See-Ende ein letzter Fischversuch. Negativ, bei diesem sauberen Wasser verhungern die glatt! In Perito Moreno dann die Überraschung: ein vollbestückter La Anonima Supermarkt. Wenn wir das vorher gewusst hätten, wären die Frischwaren jetzt frischer!

Auf der geteerten RN40 geht die Fahrt ruhig und zügig nach Norden.

2 Lagunen bieten sich für das Nachtlager an, sind aber hinter einem Hazienda-Gatter. Die Karte weist auf 2 geologische Anomalien hin: ein grosses Loch und dahinter ein hoher Hügel sehen aus wie Tiefsee-Rutschung vor Jahrmillionen. Die Landschaft ist nun flach wie eine Flunder mit 360*-Flachhorizont. Die Platte ist leicht schief, die Strasse schnurgerade. In Rio Mayo fahren wir über den Flussdamm zu einem schönen Platz (gemäss iOverlander), wo sich Pferde und Hase Gute-Nacht sagen. Nach dem Aufräumen ein Apéro mit sagenhaft gutem Käse. Wir lieben Argentinien‘s Käse.

Kalter, windiger Morgen. Ein Fischversuch im Rio Mayo. Negativ, obwohl kleine Fische hüpfen. „Wo ist der Chlepfwii? Wele Chlepfwii? Eh, dänk zum hütige Tag! Shit, hab den Hochzeitstag vergessen!

Heute ist Reisetag: auf der RN40 bis Gobernador Costa 240km durch eine sehr flache, endlose Patagonische Ebene, in der Ferne vereinzelt Berge.

Bei Facundo Fischversuch im Rio Senguer. Reaktionen und Biss, aber zu schwach. Am Strassenrand 2 gestrandete Argentinier mit einem alten Wohnmobil, den Schalthebel halten sie in der Hand. Wir suchen Hilfe mit dem Satphone – geht nicht. Wie telefoniert man eigentlich damit? Aha, zuerst ins Phonebook eintragen, alles kein Problem. Ein anderer Autofahrer nimmt sie mit nach Sarmiento. Wir bleiben über Nacht auf dem CP Munizipal in Gobernador Costa.

Carretera Austral 4

Wir verabschieden uns vorerst vom  Lago General Carrera über die glatte 265-CH nach Puerto Bertrand.

Etwas ausserhalb, direkt am Fluss finden wir einen sehr schönen Platz im Wald. Die Zufahrt ist zwar etwas steil, Kooka meistert das aber problemlos. Nach einem Apéro ein Fischversuch im knütsch-blauen, reissenden Rio Baker.

Er hat das Prädikat „Nr.1 für Wildwassertouren, weltweit“ eindeutig verdient. Ein einziger Fisch verschnappt sich kurz an der Angel.

Starkes Wasserrauschen in der Nacht stört uns kaum. Ein Fischversuch am Morgen. Den Lachs-Angel werfe ich mit vollen Elan über den Fluss, abgerissen weil der Bügel nicht richtig gesetzt wurde. Den Forellen-Angel nimmt mir ein grosser Bodenhecht.

Kooka schafft den steilen Weg aus dem Wald mit Bravour. Die Fahrt nach Süden auf der CA verläuft entlang dem blauen Rio Baker.

   

Beim Zusammenfluss mit dem Rio Nef stürzt das blaue Wasser eine Felsstufe runter. Nur sehr geübte Wildwasserfahrer dürften sich in diese Wassermassen wagen.

Im Becken vermischt sich das blaue mit dem grauen Wasser des Rio Nef.

Das Erlebnis der Farben und des Donnern sind einmalig. Nun ist das Wasser des Rio Baker türkis-grün-milchig.

Etwas weiter unten nochmals eindrückliche Stromschnellen.

 

Der Fluss durchschneidet in tiefen Schluchten ganze Gebirgszüge.

 

Die Pasarela Manzano ist für Kooka etwas zu eng und zu niedrig. Dr Muni geit nid i Chrishuufe! Wir drehen um und benutzten die Gratis-Fähre über den Fluss Richtung Colonia Norte.

In der Nähe von Los Maños finden wir einen schönen Platz, direkt am Wasser, mit Blick auf den Cerro Cochrane und die Gletscherberge Richtung Caleta Tortel.

Endlich mal Pilze: schöne Feld-Champignons, keine Fische.

Die Nacht sehr ruhig, der Tag beginnt mit einer schönen Nebellandschaft.

Fischversuch. Wir geniessen den schönen Platz mit einem ausgiebigen z‘Morge. Vor Mittag machen wir uns auf den Weg, wir wollen die Fähre noch vor 12.30 erwischen.

Kurze Fotostopps, es klappt dennoch. Als drittes Fz müssen wir unseren Platz abwarten.

Über die CA erreichen wir nach kurzer Zeit Cochrane. Wir geben in der Lavanderia unsere Wäsche ab und essen im Restaurant Ñirrantal mit Internetanschluss „pro forma“ Merluza mit Reis / Pure de Papa und einen gemischten Salat. Dafür bleiben wir auch bis eine Stunde nach Betriebsschluss am Internet hängen. Wir bleiben über Nacht im CP Cecilia am Rio Cochrane. Natürlich darf der Fischversuch nicht fehlen. Nach kurzer Zeit die ersten Reaktionen. Ganz kleine Forellen schnappen nach dem Angel. Dann, ein scharfer Ruck, das Zappeln bleibt. Eine schöne braune oder Lachsforelle von ca. 45cm wird an Land gezogen. Weitere Versuche bringen nur kleine, junge Fische. Sie sind recht aktiv, überall springen sie aus dem Wasser. Drei weitere Fischer versuchen ihr Glück, darunter ein junger Freiburger, Sebastian, Koch, von Schwarzsee. Er ist mit einem Mietauto von Puerto Natales nach Puerto Montt unterwegs, sonst eigentlich zu Fuss.

„Zu Hause“ wird feines Brot gebacken. Wegen dem Merluza haben wir keinen Hunger. Die Forelle kommt in den Kühlschrank, wir begnügen uns mit einem Apéro. Ganz in der Nähe findet ein Anlass statt, mit lauter Schlager- und Tanzmusik.

Früher, erfolgreicher Fischversuch: ca. 30 – 35 cm. 2 Marder beobachten den Fischer. Langes z’Mörgele. Sebastian fährt weiter Richtung Norden. Wir bleiben noch einen Tag, holen die Wäsche ab und wollen Einkaufen. Wir verpassen die Öffnungszeit um ein paar Minuten. Alternativ-Programm: Fischen im Rio Cochrane oberhalb des Dorfes, bei einem kleinen Wasserfall. Negativ. Das Wasser hat hier einen unschönen Algenbewuchs. Überdüngt? Sieht aus wie in der Schweiz in den 60er Jahren. Das Wasser ist klar. Endlich genug gefischt, genehmigen wir uns einen feinen Kaffe ab Maschine. Einkauf im Supermercado + Ferreteria. Da liegen noch ein paar Angel und eine WC-Schaufel drin. Zurück auf dem CP geht‘s ans Einräumen, Fischen und Kochen.

Heute gibt‘s etwas ganz besonderes: die grosse Lachsforelle auf einem Stangensellerie/ Lauch Bett mit Champignons / Rahm / Wein-Sauce.

Nur 15 min gegart wird perfekt, ganz leicht glasig. Soooo frisch, soooo fein, soooo gut!

Windiger, feuchter Morgen. Der Fischversuch ist negativ. Wir nehmen‘s gemütlich. Auf der Strasse entscheiden wir uns: gegen Norden, wir haben noch zu viel Frischware dabei. Pro Süden: das Wetter ist noch nicht so schlimm wie befürchtet. Also los, über die ruppige CA Richtung Ñadis. Die Landschaft: vergletschertes Hochgebirge, tiefe Täler, einige Farmen, viel Wald.

Der Rio del Salto verteilt sich auf 2 Arme, beide stürzen mit Getöse über eine Felsstufe in die Tiefe.

 

Der Breite Rio Ñadis fliesst beim CP in den Rio Baker.

Wir überqueren den Fluss auf einer schmalen, beweglichen Hängebrücke.

Wir werden von Lilly herzlich empfangen.

Unseren Kooka könne wir in den Windschatten des Hauses stellen.

Im Refugio brennt bald ein Feuer im Herd. So richtig heimisch in der warmen Stube.

Wir versuchen uns im Mate Tee trinken. Zum z‘Nacht zelebrieren wir die zweite Forelle mit Champignons aus der Hofstatt und Zucchetti.

Wunderbar fein, saftig. Lilly muss am Abend mit den Kindern nach Cochrane, die Schule beginnt. Sie haben dort ein Haus. Der Ofen kocht uns die Rindshaxen mit Rüebli, Zucchetti als Vorrat. Wir lesen bis Mitternacht bei hellem LED-Licht in einer warmen Stube.

Die Nacht ist kalt, es regnet in Strömen. Ausgiebiges z‘Morge mit 2 feinen Broten, Konfi und „das ganze Programm“ (Käse, Eier, Tomaten, Gurken, Avocados, Salami etc.). Nach langem überlegen entscheiden wir uns für eine weitere Nacht hier zu bleiben. Wir machen einen kleinen Rundgang zum Zusammenfluss des Rio Ñadis mit den Rio Baker.

Auf dem Weg finden wir ein Kochete Champignons.

Das Fischen in den beiden Flüssen ist erfolglos. Rosando kommt kurz vorbei zum Einkassieren. Er geht auch noch nach Cochrane. In 10 Tagen findet auf der Farm das jährliche Gauchofest mit Brandmarkierungen der Rinder statt. Da sind wir leider zu früh dran.

Wir erwachen in absoluter Ruhe, der Himmel ist blau, die Temperatur tief. Wir heizen, zuerst den Herd einfeuern, dann die Dieselheizung im Kooka, dann die Muskeln beim Holzspalten.

Gut aufgewärmt geniessen wir das z‘Mörgele mit Lilly‘s frischem Brot.

Ja, Lilly und Rosando, ihr habt hier wirklich ein schönes Paradies geschaffen.

Wir hoffen mit euch, dass die riesigen Staudammprojekte in Aisen nie verwirklicht werden. Damit wären die vielen, wunderschönen und einzigartigen Flüsse und Landschaften zum Tode verurteilt und Santiago müsste in ein paar Jahren sowieso erneut eine Energiequelle suchen, ein Fass ohne Boden.

NO A LAS REPRESAS

Langsam packen wir unsere Siebensachen, räumen auf und fahren endlich weg, retour zur CA und via Cochrane zum NP Patagonia.

Die Berge zeigen sich heute von der schönen Seite mit viel Eis und Schnee.

 

Carretera Austral 3

Vom NP Queulat fahren wir weiter auf der Carretera Austral nach Süden, zuerst dem Fjord entlang, dann durch ein breites Tal mit schönen Kalt-Regenwäldern.

Die Strasse steigt in engen Serpentinen auf 580müM über den Portezuelo Queulat.

Ein Dutzend Töfffahrer überholen uns beim Aufstieg zum Pass. Viele alte Bäume sind dürr. Abgebrannt?

Der Salto El Condor ist ein besseres, hohes Rinnsal.

Bei der Abzweigung entscheiden wir uns für Puerto Cisnes, ein Fischer- und Feriendorf mit einem Fährhafen.

Im Restaurant El Guairao geniessen wir Lachs und Merluza mit „Milchreis“. Wir fahren dem Rio Cisnes entlang wieder zurück und suchen einen Übernachtungsplatz.

Im iOverlander sind 3 schöne Plätze beschrieben, aber der Abstieg zum Fluss ist sehr steil und mit Steinen verblockt. Wir haben keine Lust auf ein Abenteuer und finden 1km weiter eine alte, flache Kiesgrube und zum Fluss hin einen schönen, geschützten Stellplatz.

Nach einem Apéro wird nochmals die Fischrute ausgerüstet mit Angel. Der Versuch bleibt ein Versuch. Im glasklaren Wasser ist nicht ein Fisch zu sehen oder an der Angel zu spüren. Natürlich sehen die mich aus ihrem Versteck! Auf dem Baum umschwirren ein paar Kolibris ein Bienennest. Eine Honigquelle?

Die Nacht ist feucht-kalt, 8*C. Am Morgen erneuter, erfolgloser Fisch-Versuch. Wir fahren bald los zurück zur Carretera und auf der gut ausgebauten Strasse weiter nach Süden. Hohe Berge, schöne Wälder rechts und links.

Der spitze Pico Alto schaut keck ins enge Tal hinunter.

Villa Amengual ist ein kleines Pionierdorf. Schöner Lagos las Torres.

Am Rio Mañihuales suchen wir den Platz von René & Brigitte, er ist leider schon besetzt. Wir suchen weiter und finden weiter unten einen grossen Kiesplatz am Fluss. Zur Abwechslung mal Brot backen, Gasflasche wechseln (dabei den Gashahn fixieren) und fischen im reissenden Wasser.

Wir fahren weiter Richtung Puerto Aysén durch das Mañihuales-Tal. Nach dem Zusammenfluss mit dem Rio Simpson wird es breiter, hohe Berge auf allen Seiten mit viel Landwirtschaft. Es erinnert an das österreichische Inntal. In Puerto Aysen füllen wir im Unic Supermercado unsere Reserven auf, inkl. ein geröstetes Poulet. Bei Kenkyo Sushi lassen wir uns vom Namen verführen. Solche Sushi gibt es kaum in Asien! Der Reisteig könnte auch für Pizza verwendet werden, Philadelphia-Käse ist eine kreative Erfindung. Die „Singapur“-Platte aus dem Wok mit Poulet, Gemüse schmeckt gut, der Reis ist gewöhnungsbedürftig und offenbar dürfen die Pommes nicht fehlen. Fazit: ohne Erwartungen nach Asien wäre das Ganze gar nicht so schlecht. Im Fischerei-Shop kaufen wir je einen Löffel für Lachs und Forellen. Der Rio Aysén sei ein guter Ort für Lachs. Werden wir gleich ausprobieren. Nichts!

Wir fahren das Tal zurück zum CP Las Torres del Simpson zu Sandra & Nacho.

Sie geben uns zur Einführung einen ausführlichen Maté-Kurs der Gauchos. Zum z‘Nacht vertilgen wir das Poulet, 1.Teil.

Dank vernünftigem Internet-Zugang können wir die Webseite aktualisieren. Nacho führt uns in die Kultur Chiles ein, gibt uns viele interessante Tipps für die Weiterreise und am Abend ein persönliches Gitarren / Gesangskonzert.

Der nächste Tag beginnt kühl-regnerische mit etwas Sonnenschein. Heute steht fischen mit Jean auf dem Programm. Er ist Profi-Sportfischer, organisiert Fischtouren in Patagonien und Irland für Franzosen. Er gibt ein paar gute Tipps. Innerhalb einer halben Stunde fange ich eine kapitale Regenbogenforelle von über 50cm!

Weitere Forellen sind recht bissig, jedoch zu klein. Wir lassen sie wieder los. Zum z‘Nacht macht Heidi ein vorzügliches Fischgericht, Wir müssen die Forelle halbieren, sie geht nicht in die Pfanne. Forelle auf ihrem Gemüsebett mit Zucchetti, Gurken, Kartoffeln. Mmmmh, fein. Am Abend unterhält Nacho uns mit seinem Gitarrenspiel.

Regen, kalt, wir bleiben nochmals eine Nacht. Den Tag verbringen wir mit Web-Vorbereitungen, Interneten, Fischen mit Stefan (D) ohne Erfolg. Sandra bäckt feines Brot. Auf dem CP herrscht reger Betrieb: Christian & Susanne im Ducato. 2 Holländer mit Velo und Zelt von Ushuaia nach Santiago in 4 Monaten. Günther & Langweig sind auf Weltreise, mit Dachzelt. Sie kamen von Südafrika nach Montevideo, ihr Ziel: Alaska bis September, dann Asien. Es schüttet, ist kalt, unangenehm zum Aufstehen. Aber wir können ja heizen, im Gegensatz zu den Holländern im Zelt oder Günther & Langweig in ihrem Dachzelt.

Wir packen, füllen Wasser nach, zahlen und verabschieden uns von Sandra und Nacho. Es war eine schöne Zeit trotz schlechtem Wetter. Stefan Christian & Susanne fahren ebenfalls nach Süden.

Das Tal des Rio Simpson wird immer enger und steiler, mündet in einer engen, tiefen Schlucht.

Über eine lange Baustelle gelangen wir schliesslich nach Coyhaique, eine recht grosse Stadt in den steilen Bergen. Der Cerro Mackay ragt fast 1000m über die Stadt hinaus. Die Landschaft ist viel gebirgiger als erwartet, mit hohen senkrechten Felswänden, flachen Kiesfeldern und tiefen Einschnitten, erinnert ein wenig an Jujuy in Nordargentinien. Beim Unimarc füllen wir unsere Vorräte auf, bei Lipigas die Gasflasche (es ist die einzige Möglichkeit in Südchile!) bei Petrobras die Dieseltanks und im Chelenko unser Mägen mit einem Lomo und einem Salmon. Im Casa del Maté kaufen wir die Bombilla, die Calabaza und Yerba, damit wir das Gelernte von Nacho auch umsetzen und selber Maté-Tee servieren können. Wir finden noch einen Kiosk um die SIM-Karte von Entel aufzufüllen und im Baumarkt ein Übergangsgewinde für den Gardena-Wasser-Anschluss. Die Sonnenwärme dringt langsam durch. Wieder einmal anderes Wetter. Wir fahren auf der Carretera weiter nach Süden, zweigen Richtung Valle Rio Simpson / Valle Frei zum Lago Elizalde ab.

Dichte Regenwolken erwarten uns, doch zuvor erscheint ein schöner Regenbogen.

Der Lago Elizalde ist zwischen hohen Bergen eingeklemmt. Eine kräftige Brise fegt über den See.

Der vorgesehene Übernachtungsplatz liegt tief unten am See. Der Weg hinunter zeugt von den Mühen der Autos, hier wieder emporzukommen: tiefe Löcher, Kieshaufen. Über dem Bootssteg finden wir einen großzügigen, flachen Platz, nicht ganz windgeschützt.

Der Morgen am See ist windig, kühl, nass. Ein kurzer Fischversuch ist negativ. Zur Weiterfahrt müssen wir zuerst den steilen Weg hinauf, Im 4WD – Geländegang kein Problem. Wir erdulden wieder eine ruppige Strasse bis zur Carretera Austral.

Diese führt uns durch hohe Berge, tiefe Täler, durch Schluchten mit rekultivierten und originalen Wäldern ins Tal des Rio Ibañez.

Fotostop beim grossen Wasserfall, dann weiter zur Halbinsel Levicán über einen kurvigen, steilen, gegen Ende ruppigen Weg.

Wir treffen auf unseres alten Bekannten Chris& Angie, Andrea & Marco und André & Baba (Barbara). Bei einem gemeinsamen Apéro und Kaffee tauschen wir viele Erfahrungen und Geschichten aus.

      

Zum Fischen ist der See zu sauber er hat keine Nahrung für Fische. André füllt alle Tanks mit Trinkwasser aus dem See. Wir machen eine Wanderung auf den Hausberg.

Wir geniessen die wunderbare Aussicht auf den dunkelblauen Lago Buenos Aires / General Carrera, auf die gegenüberliegende Küste von Chile Chico, auf die grün-türkisfarbene Bucht von Puerto Ibanez und ein paar vertrocknete Salzseen.

Leider verhindert die Bewölkung, trotz Sonnenschein, den freien Blick auf die vergletscherte Bergwelt.

Sehr kräftiger Wind veführt zum fliegen.

Apéro in runder Sitzordnung mit Austausch von Anekdoten, Reiseerfahrungen.

Gemeinsames Grillen im Cobb: das „fettig-faserig-zähe“ Fleisch entpuppt sich als ausserordentlich zart und saftig-fein.

Würste, Salat, Maiskolben und Angie‘s „Tortilla“ runden das Menu ab. Angie’s Tortilla wird aus Kartoffel mit verquirlten Eiern, gebraten und als Kuchen aufgetischt. Wichtig: die heissen, gekochten Kartoffeln im verquirlten Ei einwirken lassen, erst dann braten.

Heute ist ein besonderer Tag. Wir sollen um 9 Uhr bei Chris/Angie zum Kaffee kommen. Es steigt eine ganz einfache Birthday-Party für Heidi. Eine allgemeine Aufbruchstimmung macht sich bemerkbar. Wir wollen morgen die Tour zur Laguna Castillo unter die Füsse nehmen, die anderen wollen nach Coyhaique fahren. Ein emotionaler Abschied, aber wir sehen uns ja wieder.

Wir wählen den Weg „hinten durch“ nach Villa Cerro Castillo über die X723. Dies ist eine der interessanteren Routen in Chile.

 

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Sie führt durch enge Schluchten, zwischen hohen Lava-Felsen in verträumte Bergtäler mit blauen Lagunen, kleinen Bauerngehöften und Weiden, durch schönen Wald hinunter zur Carretera Austral. Im Hintergrund das Panorama mit dem Cerro Castillo.

und der Cerro Ap Iwan

Bei der Abzweigung zum Monumento Nacional Paredón de Las Manos machen wir eine ausgiebige Pick-nick-Pause und stillen unseren Hunger (wir hatten ja kein Morgenessen!).

Anschliessend besuchen wir noch das Hände-Monument. Unter hohen, überhängenden Felswänden haben Bewohnern vor ca. 3000 Jahren ihre Hände mit Farbpulver auf den Felsen verewigt.

Vielleicht 20 sind gut erhalten. Auf dem CP La Araucaria in VIlla Cerro Castillo finden wir einen guten Platz für die Nacht mit viel Bewegungsfreiheit, warmen Duschen, Hühnern und einen grossen (ein Japanischer Akita ?) sowie kleinen Hund.

Pferde-Touren werden ebenfalls angeboten. Zum z‘Nacht das „zähe-faserig-fettige“ Steak mit Gemüse und Härpfelestock. Mmmmh, ist das zart und fein geworden.

Um halb Sieben weckt uns das iPhone mit Hundegebell. Abstellen, weiterschla….nochmals! Abstellen. Um viertel vor Acht richtiges Erwachen. Hoppla, wir wollen ja zur Laguna Castillo! Bei 14km und 1000 Höhenmetern macht das retour bei unserem Tempo fast 9 Stunden, da kommen wir bald in die Nacht bei der Rückkehr. Wir einschliessen uns für den normalen Aufstieg, der ist etwas kürzer und beginnt hinter dem Dorf. Der, von Nacho empfohlene, schönere Weg ist länger und beginnt 6 km weiter entfernt, über eine ruppige Lokalstrasse. Kurzer Kaffee, Sandwich, Ess- und Trinkreserven vorbereiten, dann los. Beim Eingang passen meine Keen-Sandalen dem Ranger nicht: zu gefährlich in den Bergen! Dabei sind die doch speziell für Bergtouren gemacht! Er lässt sich nicht erweichen, anständige Bergschuhe müssen angezogen werden, oder er lässt mich nicht auf den Berg! Ok. Die Schuhe werden gewechselt, die Keen kommen auf den Rucksack, sollten die andern Probleme machen. Der Pfad beginnt durch den Wald, steigt dann bald steil an, führt über Hochmoore zur Baumgrenze.

 

Eis im Schatten

Kurze Pause, Beeren pflücken/essen. Eine Art Preiselbeeren, sind süss, wenig Aroma. Schuhe wechseln, die Bergschuhe drücken wirklich auf die Füsse.. Wir sind nicht die einzigen auf dem Pfad, aber vielleicht die Ältesten. Aufmunterungen, Komplimente und Wanderstöcke werden uns angeboten. Nach 4 Stunden ermüdendem Aufstieg erreichen wir den Mirador de la Laguna Castillo.

Die Strapazen haben sich gelohnt: tief unter uns liegt der dunkel-türkis-farbige See unter den hohen Felsen mit dem mächtigen Gletscherabbruch.

Zuoberst thronen die scharfen Spitzen des Cerro Castillo und rechts des Cerro Peñas. Wenn wir nicht schon ähnliche Bilder in der Schweiz gesehen hätten, würden wir vor Entzücken laut schreien. Ein unglaublich schönes Panorama.

Wir geniessen die Zeit da oben mit picknicken und einem Powernapp.

Es tauchen noch viele weitere Berggänger auf, müde, entzückt und mit Selfie-Lächeln. Nach eineinhalb Stunden machen wir uns auf den Rückweg, den steilen Pfad runter. Das geht zwar schneller, ist aber ebenso anstrengend.

Nun haben wir das Tal des Rio Ibañez vor uns. Es erinnert an ein Inntal in Österreich vor 600 Jahren mit den breiten Schwemm-Ebenen und den verschneiten, vergletscherten Bergen im Hintergrund.

Auf der gegenüberliegenden Seite sehen wir die Lagunen und Berge der gestrigen Etappe.

Im Wald fällt ein eigenartiger Pilz (?) auf, fleischig, wässerig, rund, schwacher Geruch.

Wir schaffen die Strecke in 2 1/2 Stunden, also recht schnell. Wir kehren auf denselben CP zurück.

Die Hühner und Hunde erwarten uns schon. Sind scharf auf die gesalzenen Erdnüsse. Zum z‘Nacht g‘Hackets mit Gemüse. Mmmmhhh.

Heute ist Retablier-, Coiffeur-, Back-, Erholungstag. Unsere Nachbarn Martin, Lucca (Buenos Aires) & Manuel (Salta) sind auf Fisch-Tour, Richtung Coyhaique, Rio Simpson. Petri heil. Rossen („José“) & Flavia (BRA, Florianapolis) sind mit ihren Fahrrädern unterwegs, teilweise mit Zug, Bus, Flieger. 2 Berggänger aus Santiago kommen schwerbepackt, müde von der 2-Tagestour zur Laguna Castillo zurück. Heidi muss Haare lassen. Nun ist sie wieder 20Jahre jünger! Da kann der alte Knuppensager glatt einpacken.

Wir nehmen’s gemütlich mit dem Aufbrechen. Rossen & Flavia verabschieden sich, ihre Räder stehen bereit. Die Hunde und Hühner kommen nochmals vorbei.

Der Rio Ibañez fliesst beim Dorf durch eine enge Schlucht.

Die Carretera Austral ist bis zur Laguna Verde betoniert. An einer langen Baustelle müssen wir fast eine halbe Stunde warten.

Die Laguna leuchtet in einem magischen Grün. Es mischt sich bei der Confluenza mit dem trüb-grauen Wasser des Rio Ibañez.

Nun wird die CA so richtig authentisch: grobe Kiesstrasse (Ripio), staubig, enger werdend. Die Radfahrer auf der Strecke sind nicht zu beneiden. Sie zirkeln entweder im kleinsten Gang im Kies hin und her oder sie haben selber genug, machen Pause oder stossen sogar das Velo.

Bald zweigt die CA vom Valle Rio Ibañez ab, führt über einen Pass an der Laguna Cofre vorbei ins Tal des Rio Murta.

Vom Tagesziel Puerto Tranquillo sind wir noch 60km entfernt, haben aber genug von der Rüttelpiste.

Am Fluss finden wir (dank iOverlander) einen wunderbaren Platz zum Fischen, Feuern und Übernachten.

Fischen, ein Flop! Der geschenkte Angel von Jean geht verloren. Wir geniessen ein Kabis-Kartoffel-Wurstgemüse mit Zimt-Curry, einmal etwas ganz Besonderes.

Der Platz verlockt zum Verweilen. Früh am Morgen Fischversuch: der Kerl wartet doch am erwarteten Ort und beisst zu, grösser als derjenige vom Rio Simpson, ABER er kann sich frei machen. Schade. Gemütliches z‘Mörgele und langsam auf den Weg, weiter Richtung Süden. Die CA ist hier einfach nur mühsam! Kies-Wellblech vom schlimmeren. Aber uns geht‘s noch gut. Die armen Velofahrer mühen sich Kieshaufen um Kieshaufen ab. Die Gruppe ist, wie wir in Puerto Rio Tranquillo erfahren, aus Litauen auf der CA von Puerto Montt nach Punta Arenas, jeder fährt und leidet für sich. Die Landschaft um die CA ist eigentlich wunderschön, viele Wälder, Flüsse, Berge. Die CA jedoch ist selber nicht nur ruppig sondern auch sehr staubig, der Verkehr zwar schwach aber konstant. Am Rio Engaño kurzer Fischversuch. Flop.

Der Seitenarm des Lago Carrera leuchtet in einem tiefen blau-türkis.

In Puerto Rio Tranquillo finden wir auf dem CP Rio Chirifo einen guten Platz. Ausgedehnter Apéro. Zum z‘Nacht Heidi‘s Härdöpfelsalat mit Spiegelei. Mmmmmh fein. Die Litauer Gruppe tröpfelt langsam ein. Wir haben für Morgen um halb neun eine Tour zu den Marmorhöhlen gebucht.

Heute müssen wir früh aufstehen, die Tour startet bei der Anlegestelle um halb neun.. Kurz einen Kaffe runterwürgen, packen und gehen. Insgesamt 6 Touristen sind im Boot. Die Fahrt über den türkis-blauen See ist schnell aber kalt. Gute Idee, die langen Hosen anzuziehen. Bald tauchen die ersten Marmorfelsen auf, etwas düster. Doch dann folgen die hellen, ausgewaschenen Stellen kontinuierlich.

Der Fotoapparat läuft heiss.

Wie konnte man zur Kodachrome-Zeit eine solche Landschaft auf dem spärlichen Film festhalten?

Das flache Sonnenlicht des Morgens taucht die Grotten in ein magisches, türkis-blaues Licht.

Oder werden heute die Bildspeicher einfach nur mit Schrott gefüllt?

Einige Säulen sind schon recht filigran und werden das Gewicht der Felsen kaum mehr lange halten, ein paar Jahrzehnte oder -hunderte schon noch.

Besonders die schöne Kathedrale ist potentiell gefährdet: der riesige Felsklotz balanciert auf dünnen Beinchen.

Nach anderthalb Stunden ist die wirklich lohnende Tour zu Ende. Bei einem Kaffee entschliessen wir uns zu einem Abstecher ins Valle Exploradores. Eine gigantische Gletscher-Bergwelt öffnet sich.

Leider ist der Zugang nach 26km gesperrt wegen Reparatur- und Bauarbeiten.

Also ins Dorf zurück auf der nervenzehrenden Rüppelstrecke. Wir tanken Diesel und Wasser, prüfen den Reifendruck, füllen unser Fressreservoir und fahren auf der CA nach Süden. Die ist nicht einen Deut besser, sie legt die Nerven blank. Die Velofahrer sind ebenfalls unterwegs.

Entschädigt werden wir von der grandiosen Aussicht auf den Carrera See und die Berge.

Beim Rio Leones müssen wir wegen einer Baustelle auf der Brücke längere Zeit warten.

Genug Zeit, um ein neues Tagesziel zu setzen: wir fahren ins Valle Leones, aber nicht weit. Der hintere Teil ist Privatgelände, wir bleiben am Waldrand neben dem aufgeschütteten Damm. Ausgiebiger Apéro, kurzer Fischversuch im trüben Wasser. Feine Champignon-Miso-Flädli-Suppe.

Wir haben eine ruhige Nacht. Der Morgen ist trüb, leicht regnerisch, jedoch bald mit warmer Sonne. Wir packen und fahren Richtung Puerto Guadal. Das Delta des Rio Leones ist mit hohen, überwachsenen Sanddünen bedeckt. Auf der CA müssen wir warten: ein neuer, feiner Teppich wird ausgelegt. Später kommt dann wieder die übliche Rüppelstrecke.

Die Strasse ist aber wunderbar angelegt, mal hoch in den Bergen, mal tief beim See, fast immer eine schöne Sicht auf das türkis-blaue Wasser.

Die Berge sind leider mit Wolken bedeckt. Im Puerto Guadal stürmen wir zuerst den Supermercado, er ist erstaunlich gut bestückt. Anschliessend lassen wir uns im Restaurant Costanera mit Salmon, Reis / Salat bedienen. Guter Fisch. Dank WiFi wieder mal News vom Tagi.

Dann fahren wir noch 7 km weiter an den, von Nacho empfohlenen Strand. Eine Wucht!

Der Strand ist fein-kiesig, sehr sauberes Wasser und eine wunderbare Weitsicht über den See, in die vergletscherten Berge. Ein Fischversuch bleibt ein Versuch. Das Wasser scheint mir zu sauber, da würden die Fische doch glatt verhungern.

Carretera Austral 2

Der Morgen beginnt feucht-kalt. Der z‘Morge wird drinnen serviert. Heute fahren wir von der Playa Santa Barbara Richtung Süden, auf der R7 oder Carretera Austral. Fast die ganze Strecke asphaltiert. Die Gegend ist verhangen, wir können die grossartigen Berge kaum sehen. Wir sehen die Auswirkungen von Vulkanausbrüchen: heruntergerutschte Hänge, verbrannte, zerfetzte Bäume. In Vulkansand tief eingeschnittene Schluchten.

Wir fahren unter tief hängenden türkisfarbenen Gletschern, durch dichte Primär-Wälder, vorbei an kleineren und grösseren Farmen.  

Vereinzelt liegen kleinere Ortschaften am Weg. Der Rio Yelcho führt viel Wasser vom Lago Yelcho ins Meer bei Chaitén.

Kurz vor Villa Santa Lucia durchqueren wir ein grosses Schuttgebiet.

Vor noch nicht allzu langer Zeit hat sich hier eine grosse Katastrophe ereignet. Von Ventisquero Yelcho Chico stürzte eine riesige Wasser- und Schlammlawine durch das Tal in die Tiefe. Ein Teil von Villa Santa Lucia wurde dabei zerstört.

Bei La Junta zweigen wir rechts ab, entlang dem Rio Palena. Die Terme El Sauce ist wegen Wassermangel geschlossen, deshalb biegen wir zum Fluss ab. Beim Zusammenfluss des Rio Palena und dem Rio Risopatrón finden wir einen grossen, schönen Platz für die Nacht.

Der Wind und die tiefhängenden Wolken trüben die Freude etwas.

Später dringt die warme Sonne durch.

Apéro im Windschaten.

Fischen-Versuche sind erfolglos. Ein einziger, zu kleiner Fisch bleibt kurz am Angel hängen.

Der farbige Sonnenuntergang entschädigt den Eindruck.

Zum z‘Nacht gibt es Wurst- Gemüse-Weizensuppe. Mmmmmh. Nach dem Kaffe entzünden wir doch noch das Lagerfeuer und erwärmen uns. Die Nacht ist sternenklar, mondhell und kalt. Unter unsere Daunendecke ist‘s angenehm warm.

Der Morgen ist magisch: Bodennebel mit blauen Löchern.

Wir bleiben noch einen Tag auf diesem schönen Platz. Fischen, Brot backen, Wäsche waschen mit dem Scrubba-Sack.

Die Wäsche wird sauber, das Brot ausgezeichnet, die Fische bleiben im Wasser. Bis auf einen: beim Morgenessen beobachten wir 3 Fischer auf der anderen Flussseite. Plötzlich Hektik. Die haben einen Bodenhecht gefangen. Aber der bewegt sich ja, schwimmt sogar flussaufwärts. Nach einiger Zeit ziehen sie den Lachs an Land. Fotosession! Jetzt wird klar: das ist ein Riesending von über einem Meter. Auf den Armen lampen Kopf und Schwanz weit über die Achseln hinaus. Der Berufsfischer hat seinen Gästen (Vater und Sohn?) einen Traum erfüllt!. Nur bei uns ist der Fisch noch ein Traum.

In der Nachbarschaft bekommen wir Besuch: ein Ford mit Kabine, US-Schildern und an der Front „Fidibus“ zwischen 2 Schweizerkreuzen. Die beiden Schweizer („mir si am ässe!“) leben seit 8 Jahren in Argentinien und kennen diese Gegend gut. Sie empfehlen uns das sehr schöne Villa O‘Higgins und warnen vor grossen Waldbränden bei Cochrane (>20‘000 ha Urwald sind abgebrannt).

Nach einem ausgiebigen z‘Morge mit frischem Brot fahren wir den ruppigen Weg zurück nach La Junta zur Carretera Austral. Diese führt uns durch eine schöne, wilde Naturlandschaft mit vielen ursprünglichen Urwäldern mit etwas Landwirtschaft.

Die Strasse ist teils in steilen, schwierigen Fels gehauen, dem Lago Risopatron entlang. in Puyuhuapi besuchen wir den Supermercado Don Ciro. Er ist berühmt für sein überbordendes Angebot. Wir kaufen Gaspatronen, Fischblinker (Löffeli), Haushaltpapier, Gurke, Snacks. Er hat einfach alles was Du nie erwarten würdest. In der Cocineria Estrela del Sur essen wir was es gibt: Fisch: Merluza oder Salmon? Beilage: Purré, Aroz? Oder Papas fritas? Sonst? Nichts! Kein Dessert, kein Kola, nur Brösmelikaffee. Dafur das schnellste WiFi von Südchile: 5G, das hält, was es verspricht. Mangels Essensangebot können wir nicht beliebig lang am Netz bleiben. Übrigens, der Fisch war ausgezeichnet!

Dann fahren wir zu den Termas del Ventisquero. Wir geniessen das heisse Wasser lange, zusammen mit vielen anderen Besuchern.

Samuel & Arianne aus Bern sind mit ihren Velos mit Zelt unterwegs, von Buenos Aires, der Küste entlang, Calafate und jetzt die Carretera Austral, eine beachtliche Leistung bei dem starken Wind. Beim CP Las Toninas am Puyuhuapi Fjord übernachten wir.

Wegen dem regnerischen Wetter lohnt sich der Aufstieg zum Mirador Ventisquero nicht. Morgen soll besseres Wetter sein. Wir leisten uns einen faulen Tag mit lesen, fischen (2 Angel verloren) und kochen. Es gibt eine feine asiatische Poulet-Gemüse-Reissuppe mit Kokosmilch).

Die Nacht kühlt auf 6*C ab. Das Wetter beginnt mit Sonnenschein, später etwas trüb. Der NP scheint unter einer Wolkendecke klar zu sein. Vor der Abfahrt finde ich bei Ebbe die beiden verlorenen Angelhaken, verkeilt hinter schweren Steinen. Die Fahrt zum NP Queulat ist kurz.

Auf dem Sitio 7 bleiben wir über Nacht. Doch zuerst laufen wir zum Mirador Ventisquero Colgante. Durch einen wunderschönen, alten Kaltregenwald, stark vermoost und mit grossen Flechten, alten, umgestürzten Bäumen.

 

 

Der nasse Pfad führt über eine Seilbrücke und bald steil auf eine alte Seitenmoräne.

Wir sind nicht allein. Die Radiowanderung ist ganztägig angesagt! Beim Mirador gilt anstehen für die Selfies mit eingefrorenem Lächeln.

Der Ausblick auf den Gletscher und den grossen Wasserfall belohnen die Aufstiegsmühen.

 

Nach 3 Stunden sind wir wieder bei Kooka.

Viele kleine Objekte bedingen eine Makro-Photo-Session am Platz.

 

 

 

In der Nacht hören wir gelegentliches Donnern vom Gletscherabbruch. Erneut eine Macro-Photo-Session am Morgen. Nach einem schnellen z‘Morge machen wir uns auf zum Mirador über dem Zeltplatz. Der Sendero hat dringend eine Renovation nötig: Sumpf, schlüpfrig, ausgelatschte Naturstufen, steil. Wir sind auch die Einzigen, die diesen Weg gehen.

Beim Mirador dann die Erlösung: einen grossartigen Weitblick über die Laguna Témpanos zum Wasserfall und dem blauen Hängegletscher entschädigt für den mühsamen Aufstieg.

Der Abstieg ist etwas leichter als erwartet. Ein müdes Pärchen kommt uns entgegen.

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