Vulkane im Zentrum

Gegen Morgen nimmt der Wind etwas ab. Es bleibt kalt trotz schönem Sonnenschein. Wir fahren bei klarem Himmel das Valle Rio Malleo hinauf.

Bald leuchtet der Vulkan Lanin, schneeverzuckert, hinter den Bergen auf. Unterwegs begegnen wir mehreren kleinen Siedlungen und Farmen der Mapuche mit vielen Schafen.

Auf dem Pass-Plateau tauchen wir in unsere ersten Araucarien-Wälder ein, mit dem mächtigen Lanin als Hintergrund.

Die Grenzformalitäten sind schnell erledigt: Ausreise aus Argentinien, der frühere Beamte im NP Patagonia hat offenbar die Formulare nicht ganz richtig ausgefüllt. Einreise in Chile: wir haben fast alle Frischwaren weggegessen, kein Problem, ausser dem Bambusstab, der geht nicht durch.

Die Chilenen beeindrucken die Touristen mit schönen Teerstrassen. Auf ihrer Seite geht die Strasse steil 800m ins Tal des Rio Trancura hinunter, vorbei an hohen Bergen, dichten Wäldern. In Curarrehue füllen wir unsere Fresserven auf. Wir bleiben auf dem CP Hans in Catripulli, direkt am Fluss, mit Blick auf den Vulkan Villarrica.

Wir haben eine ruhige, kalte Nacht, mit Frost am Morgen.

 

Bei Sonnenaufgang leuchtet der Vulkan Villarrica zuerst blau, dann rosarot, dann weiss. Neben uns parkiert ein riesiger Camper mit einem spanisch-irischem Paar mit 2 Buben. Sie haben das Fahrzeug nur für 2 Wochen gemietet, sonst sind sie 7 Wochen in Chile mit dem Flugzeug unterwegs. Am Rio Trancura dürften wir fischen. Der CP Hans ist mit modernen WC-Anlagen und 2 holzbefeuerten Heisswasserbottichen zum Baden ausgestattet. Nach einem Kaffe mit Müesli fahren wir „hinten durch“ über die S923 / S937 / S931 / S907 / S905 zu den Ojos del Cabourga.

Die Landschaft ist geprägt vom reichen Vulkanboden mit viel Wald, Haselnuss- und Kastanienkulturen.

In einem Gehege futtert ein Herde Huemul / Zuchthirsche. Die Wasserfälle und die Laguna Azul der Ojos del Cabourga sind schön, aber nicht die Reise wert.

Die, als gute Fressbeiz bekannte Lodge Landhaus ist wegen zu geschlossen, von aussen nicht besonders einladend.

Wir wenden und fahren Richtung Vulkan Villarrica / Termas Geometricas. Zuerst ist die Fahrt durch das Tal des Rio Palguin auf der S941 noch „normal“, manchmal etwas steil. Beim Parkeingang zum NP Villarrica werden wir vom Parkwächter gewarnt: der Weg sei in sehr schlechtem Zustand, aber mit Kooka wäre das zu schaffen. Er hat nicht zu viel versprochen.

Nachdem wir die Passhöhe überschritten haben, geht es sehr steil runter. Aufwärtsfahrende Fahrzeuge hatten hier sichtbar grosse Mühe. Tiefe Löcher, blanke Felsen, ausgewaschene Spuren zeugen davon. Wir müssen uns den Weg Meter für Meter „erkämpfen“. Die Fahrt artet diesmal nicht aus, wir kommen unbeschadet durch. Der Urwald ist bezaubernd, viele alte Bäume und oben alte Araucarien, darunter ein tausendjähriges Exemplar mit 2m Stamm-Durchmesser und 50m Höhe mit einer gesunden Krone.

 

Die Termas Geometricas sind ein Highlight: in einer tiefen Schlucht wurden Thermalquellen nach Japanischem Vorbild mit 20 Bade-Becken ausgestattet, verbunden mit roten Holzplanken.

Die Wechselkabinen ebenfalls in Rot, die Toiletten in Schwarz.

 

In den Becken Wasser zwischen eisigen 6*C und heissen 46*C.

Die Naturlandschaft erinnert an die Lava-Schluchten in Bali. Üppiges Farngrün, Bambus, Moos und Flechten über den Felsen.

Ein rauschender Bach unter den Füssen.

Eine magische Stimmung, die am Abend mit LED- Lichterketten und dem grossen Mond verstärkt wird.

Der Besuch hat sich wirklich gelohnt, nicht nur wegen der porentiefen Haut-Reinigung.

Wir essen im Quincho ein Gohan: Reis mit Terriyaky, Smoked Salmon, Frischkäse, Sojasauce mit Wasabi und Ginger, gegessen mit Stäbchen. Uuufein. Wir dürfen nicht auf dem Parkplatz der Therme übernachten. Nach iOverlander halten wir bei einem „Pullout“ neben der Strasse weiter unten am Fluss.

Die Nacht ist ruhig, kaum Verkehr. Am Morgen entpuppt sich der Platz als ausnehmend schön, direkt am rauschenden Fluss. Wir fahren den Berg steil hinunter nach Coñaripe durch dichte Wälder mit kleinen Farmen und Ferienhäusern. Wir folgen dem Lago Calafquén nach Licán Ray und über eine gebirgige Strecke nach Villarrica.

Beim Bootshafen haben wir einen schönen Ausblick auf den Vulkan, leider verdorben durch 3 grosse Wohnblöcke / Hotelpaläste.

In der Nähe schlendern wir durch ein paar Strassen, finden ein Sushi-Restaurant und können nicht widerstehen. Wir sollten’s eigentlich langsam wissen: Sushi sind in Chile einfach anders als in Asien! Zwar recht gut zum essen, sehr sättigend, aber ihnen fehlt das gewisse Etwas! Und die Wasabipaste kann man löffelweise essen! Über die S69 fahren wir nach Norden Richtung Los Laureles. Der anvisierte CP Trailanqui am Rio Curaco ist leider seit einiger Zeit geschlossen, das Land für Ferienhäuser verkauft. Bei Hortensias zweigen wir auf die S497 ab zum Rio Allipén. Neben der S493 finden wir einen guten Nachtplatz, direkt am Fluss. Der Fischversuch ist negativ. Die Buschfrau kocht alles Frischgemüse, Pilze und Poulet zollgerecht ein. Das Versucherli schmeckt hervorragend.

Wir fahren zurück zur S61 Richtung Cunco. Wir entscheiden uns für einen Besuch des NP Conguillío mit dem Vulkan Llaima.

Bei der Abzweigung auf die S335 bemerken wir einen Steir hinter uns. Kennen wir doch! André und Baba steigen aus. Herzliche Begrüssung. Der Rest der Reisegruppe: Chris & Angie, Andrea & Marco folgen bald. Sie sind noch immer oder wieder zusammen, auf dem Weg zum Nevado de Sollipulli. Freudiges Wiedersehen, Geschichten austauschen. Wir fahren unseren Weg um den Vulkan Llaima weiter, sie wollen auf den Sollipulli. Unser Weg steigt steil in die Cordillera de Melo hinauf und hinunter ins Tal des Rio Calbuco, vorbei an Waldplantagen mit Eucalyptus, Fichten, Föhren.

Grosse Parzellen werden abgeholzt und wieder aufgeforstet.

Im Wald locken Fliegenpilze und scharfe Täublinge zum Suchen, aber sonst finden wir nichts gescheites. Vor Cherquenco zweigen wir auf die S31 Richtung Vulkan ab. In dichten Wäldern stehen alte dbuchen und Araukarien.

Wir suchen ein paar der essbaren Kerne. In der Ferne tauchen 2 weitere Vulkane auf, der schneebedeckte, symmetrische Longquimay und der Tolhuaca. Nach dem Eingang in den NP fällt das Gelände tief ab in ein eiszeitliches Gletschertal. 1957 floss Lava aus dem Vulkan in dieses Tal.

Der wolkenverhangene Llaima ist einer der aktivsten Vulkane in Südamerika.

Die letzten Ausbrüche: 2003, 1994, 1984. Der Parkwächter erlaubt uns das campieren auf dem PP der Laguna Captrén. Vor dem Nachtessen umrunden wir die Laguna.

  

Riesige, uralte Bäume, stehend und gefallen, säumen den Weg. Beim PP treffen wir auf José aus Los Andes bei Santiago. Er ist mit seiner Familie auf einem Ferientripp, gibt ein paar Tipps zum Reiseprogramm. Er hat in der Nähe ein Ferienhaus. Zum z‘Nacht gibt es das vorgekochte Gemüsehuhn mit Pure de Papas. Mmmmmhh, fein.

In der Nacht fahren ein paar Fz vorbei. Am Morgen leichter Nebel über der Lagune. Wir lassen uns Zeit mit dem z‘Mörgele. Spontan entscheiden wir uns für einen Umweg an die Grenze: retour nach Curacautin. Kurzer Einkauf im Unimarc („nur das Nötigste“). Kaffe bei Petronras, mit WiFi. Weiter über die 181CH via Mananzar, Malalcahuello, durch den Tunnel Cordilliera de las Raíces ins Tal des Rio Lonquimay. Die R955 bringt uns auf einer sehr steilen, sehr kurvenreichen Strasse über die Cordilliera de Litrancura ins Tal des Rio Quinquen.

Die Berglandschaften sind herrlich, etwas Mitteleuropäisch mitten in alten Vulkanen. Die Wälder sind abwechslungsreich, mal uralte Buchen / Araukarien, mal Kulturen mit Fichten, Eucalyptus, Tannen. Ganze Berghänge sind kahlgeputzt für neue Baumkulturen. Wir queren eine Furt und bleiben über Nacht auf dem schönen iO Platz am Rio Quinquen, noch mit warmem Sonnenschein, und dem grandiosen Anblick von grossen Araukarien.

Der Bach reizt, doch die Fische lässt’s kalt. Am Abend kommt Moises, der Landbesitzer vorbei. Er möchte 1500 für den Platz. Ich kann ihm klarmachen, dass Land innerhalb der Hochwassergrenze dem Staat gehört. Er gibt seine Forderung auf, bietet uns dafür 1kg Araucaria-Nüsse an, für 1500. Leider gehen wir morgen über die Grenze, da werden sie sicher konfisziert.. Im Gespräch über den Winter vernehmen wir, dass hier bis 2m Schnee fallen vom Mai bis August. Das wird dann hart für die lokale Bevölkerung, trotz Schneeräumung und angepasster Technologie (Kleider, Pferde, Schneeketten, Schneeschuhe, Schneepflug). Zum z‘Nacht verzehren wir einen Thon-Kichererbsen-Salat.

Der Morgennebel verbreitet eine eigenartige Stimmung: im Dunst stehen die archaischen Araukarien.

Es fehlen nur noch die grossen Dinosaurier, die mit ihren langen Hälsen oben die weichen Blütenstände von den stacheligen .Ästen abzupfen. Wir sind recht früh zur Weiterfahrt bereit, den Bach furten und auf der ruppigen Strasse Richtung Argentinien fahren. Die Landschaft wird flacher, viele Araukarien-Wälder, gelegentlich Nadelbaumkulturen. Links die blaue Laguna Galletué. An ihrem Ausfluss, dem Rio Bio-Bio ein kurzer Fischversuch. Das Wasser ist extrem klar, trotzdem ist kein Fisch zu sehen oder zu spüren. Wir passieren das kleine Touristenstädtchen Icalma an der gleichnamigen, schön blauen Laguna. Nach einem kurzen Anstieg über die obligate, löchrige Asphaltstrasse in Grenznähe erreichen wir den chilenischen Zoll. Die Abfertigung geht sehr zügig. In 5 Minuten ist alles erledigt. Auf der argentinischen Seite glänzen die Argentinier mit einer neuen Asphaltstrasse. Auch hier geht die Abfertigung rasch vorüber. Nach 10 Minuten ist auch die Lebensmittel- und Autokontrolle erledigt. Wir sind wieder in Argentinien.

Schon von Weitem leuchtet der dunkelblaue Lago Aluminé.

In Villa Pehuenia füllen wir unsere Fresserven wieder auf. Im Las Troncos bestellen wir Lachs und eine spanische Paella. Ja, wir sollten es eigentlich längstens wissen: die zweitbeste Paella machen die Spanier, die Beste gibts im Byfang und in Argentinien sollten wir Rindfleisch essen. Na, ja, das nächste mal!

Wir tanken noch Diesel, dann geht‘s weiter durchs Hinterland der Grenze entlang auf der RP23 nach Norden. Die Strasse ist meistens sehr ruppig, mit grobem, spitzen Kies, die Landschaft wie alte Sanddünen, Vulkansand in hohen Schichten.

Dichte, grosse Auraukarien-Wälder begleiten uns. Die Rinde der Araukarien sieht aus wie alte, gegerbte Elefantenhaut.

Bei einem kurzen Stopp finden wir ein paar Kerne, die wollen wir mal rösten und kochen. Die Passstrasse RN 242 zum Grenzübergang Pino Hachado ist wieder sauber geteert. Wir kommen zügig voran, vorbei an bizarren Basaltfelsen alter Vulkane ins breite, flache Tal des Rio Agrio. Wir haben wieder einen Eindruck von „Pampa, Patagonien“. Der Karfreitag scheint kein besonderer Feiertag zu sein. Die Läden sind normal geöffnet, auf der Strasse verkehren grosse Lastzüge, aber in den Wäldern picknicken Familien, tragen kesselweise Araukarienkerne zusammen. Wir bleiben auf dem schönen iO-Platz am Rio Agrio, in der Nähe von Las Lajas.

Der Fischversuch ist negativ und das Mittagessen liegt uns immer noch auf dem Magen, deshalb gibt‘s einen ausgiebigen Apéro mit Allem-drum-und-dran.

Bald geht die Sonne unter und lässt den Himmel farbig aufleuchten. In der Ferne entdecken wir 2 Waldbrände.

In der Nacht vereinzelt Verkehr auf der Hauptstrasse, sonst sehr ruhig, nur das Rauschen des Flusses lullt uns im Schlaf ein. Der Morgen ist frisch mit 6*C im Fz, aber dank der Sonne angenehm warm. Wir lassen uns Zeit mit dem z‘Mörgele und kommen erst gegen Mittag weg. Über die gut ausgebaute RN21 fahren wir durch das weite Tal des Rio Agrio. Viehwirtschaft, herbstgelbe Pappelhaine und Wässermatten dominieren.

Nach Loncopue zweigen wir ab Richtung NP Copahue. Dies scheint ein uralter Vulkankessel zu sein, mit neueren Vulkanen am Rand.

Flüsse haben sich durch den Kraterrand Schluchten gegraben, darunter der Rio Agrio mit seinem Wasserfall (werden wir morgen besuchen). Wir machen einen kurzen Spaziergang zu den Cascadas.

Hier hat der Rio Agrio sein junges Bett durch die Lava erarbeitet. Schön ist die Umgebung mit den grossen Araukarien.

Wir bleiben am Ende des Lago Caviahue auf einem flachen Kiesplatz.

Das Wasser hat die Ufersteine kräftig rostrot gefärbt.

Das Vulkanwasser ist eisenhaltig. Die Sonne scheint warm, gegen Abend kommt leichter Wind auf. Nach dem Apéro wird Brot gebacken und ein feines Znacht vorbereitet.

Am Morgen Frost, im Camper 0*C, die Frontscheibe mit Eisblumen bedeckt.

 

Die Sonne scheint warm. Die Farben des Sees sind spektakulär: rostige Ufer.im  Hintergrund der Vulkan Copahue.

Vor dem Morgenessen laufen wir auf den „Hausberg“ um Ostergrüsse an unsere Söhne-Familien zu schicken. Von oben ist die Aussicht wunderprächtig auf den Vulkan Copahue und das Städtchen Caviahue.  

Nach der Rückkehr lassen wir uns einen ausgiebigen Oster-z‘Morge mit feiner Züpfe, Ostereiern und „dem ganzen Programm“, inkl. Anke u Gonfi munden.

Erste Besucher kommen schon vorbei. Kurze Fototour zur „Puente Birra“, einer kleinen rostigen Steinansammlung im See. Der Name kommt von einem gestrigen Missverständnis: jemand suchte eine „Puente Piedra“.

 

Vor der Abfahrt bewegt sich eine grosse Meute von Ziegen vom Hausberg runter, heim Richtung Mapuche-Dörfli an der Hauptstrasse.

Endlich fahren wir nach Caviahue, entledigen uns vom gesammelten Müll und fahren zum Salto Rio Agrio.

Die Brücke über den Agrio ist, entgegen den Befürchtungen im iO nicht so kritisch.

Der 60m hohe Wasserfall bringt recht wenig Wasser, aber die Farben sind schon beeindruckend.

Leider ist der Sonnenstand ungünstig, die „ultimative Foto“ muss bis morgen warten. Wir finden keinen Weg, um in den Canyon runter zu gehen.

Wir sind nicht die einzigen Besucher, dauernd neue Interessierte bis zum Sonnenuntergang, dann ist Ruhe. Wir haben uns mit dem z‘Morge etwas übernommen, kein Hunger.

Am Morgen bekommen wir die erwarteten leuchtenden Farben am Wasserfall: rostrot, grün, weisses Wasser..

 

Bald trudeln die ersten Touristen ein. Wir machen eine Runde den Fluss aufwärts.

Wenig Wasser viele rostige Steine und 2 weisse Felsbänder wecken unser Interesse.

Auf dem Pfad versinken wir immer wieder in die Bauten eines rattengrossen Viechs, eine Ratte, ein Mull? Wir wissen es nicht. Nach Mittag sind wir endlich fahrbereit. Unser Ziel: 140km bis Andacollo, „hintendurch“ über die RP21.. Sie führt durch weite Täler, über Hochflächen mit tiefen Einschnitten mit Flüssen, durch ein paar kleinere herbstbunte Orte, vorbei an Forstkulturen, kleineren Farmen. Die Landschaften sind geprägt von vulkanischen Aktivitäten:

 

Basaltsäulen, kleine Vulkane, dicke Staub-, Sand- und Steinschichten.

Ziegenherden werden von Gauchos in „Alpabzügen“ von den Weiden ins Tal gebracht, bald kommtder Winter.

Von Ferne grüsst der Vulkan Domuyo. Vor Andacollo folgen wir dem Rio Neuquen bis zum CP. Ein kurzer Fischversuch im Fluss ist negativ (wollte da einer anbeissen?) Zum z‘Nacht feines Entrecôte mit Gemüse.

Kühle Nacht mit 8*C am Morgen. Wir lassen uns Zeit, füllen den Wassertank und fahren zur Tourist-Info. Wir bekommen, was wir brauchen für die de Tour zum Domuyo. Einkauf in der Cooperativa. Die sind schon am schliessen, wir rasen wieder einmal durch ein Einkaufszentrum, sind die Letzten. Dann fahren wir über die gut ausgebaute, asphaltierte RP43 nach Las Ovejas über steile, enge Berge ins breite Tal des Rio Nahueve. Die Farmen liegen in goldener Herbstpracht der Pappeln. Las Ovejas ist wie Andacollo ein verstreuter, staubiger Ort mit viel Bauaktivitäten. Wer will schon hier wohnen? Der Weg bis Varvarco ist ruppig, roh und führt durch steile Berghänge.

Ein Mirador erlaubt einen Tiefblick ins Tal des Rio Neuquén und zum Vulkan Domuyo.

Im Tourist-Office von Varvarco bekommen wir die notwendigen Detailinfos für die geplante Strecke und die Warnungen zur Vorsicht. In der modernen Hosteria Varvarco geniessen wir, obschon das Restaurant geschlossen ist, einen Kaffee und Toast mit Konfi. Leider funktioniert das WiFi auch hier nicht. Die Terrasse bietet einen schönen Blick auf die Confluencia des trüben Rio Varvarco mit dem klaren Rio Neuquén. Die Weiterfahrt auf der RP43 durch das Varvarcotal ist zwar etwas mühsam wegen der steilen, ruppigen Strasse und den engen Kurven, aber das Tal ist ein Hammer: sehr tiefe, enge Seitentäler und Schluchten wechseln ab mit Hochebenen.

Gelegentlich kreuzen wir Ziegen-und Rinderherden auf dem Weg zu den tieferen Winterweiden.

Die Vulkanaktivitäten sind auf Schritt und Tritt zu sehen: dicke Schwemmland-Schichten, Vulkanasche, Vulkanauswurf, Lava-Reste, Basaltfelsen.

Die Bolillos finden wir zwar nicht auf Anhieb, aber der Umweg hat sich gelohnt: skurrile, spitze Vulkanstaubfelsen bilden einen Park, viel kleiner als der Brice Canon.

Leider verdecken Wolken über dem Domuyo das strukturierende Sonnenlicht. Wir sind schon etwas spät dran und suchen einen Schlafplatz. Die flachen Plätze sind dünn gesät, deshalb fahren wir bis zum PP der Tachos, auch mit einem Umweg.

Es wird langsam dunkel, die Sonne verschwindet in den Wolken. Doch plötzlich öffnet sich eine Lücke.

Die Berge erleuchten in einem tiefen Rot.

Der Domuyo lässt sich nicht bitten, entfernt die Wolken etwas und brennt um die Wette.

Bei Dunkelheit richten wir uns auf dem PP ein und verschlingen einen Apéro-z‘Nacht. Wir sind müde von der anstrengenden Fahrt, die Stimmung ist im Eimer!

Die Nacht entspannt, der Morgen ist bedeckt und kühl mit 8*C. Nach dem Kaffee laufen wir direkt zu den Tachos. Das sind 3 sprudelnde, kochend heisse Geysire, 1-2m hoch, dazu eine Unzahl kleiner Dampfquellen.

 

Wer Island kennt, ist nicht beeindruckt.

Aber der Bach hat eine Temperatur von 38-40*C, ideal zum Baden. Wir sind ganz allein. Wir bleiben fast 2 Stunden in der starken Strömung.

Stell dir vor, Du bist in einem Sprudelbad und 10 Feuerwehrpumpen lassen die volle Leistung raus! Kein Masseur bringt das hin. Bei der Temperatur merkt man kaum, dass die Finger langsam Wöschwiberfinger werden, so angenehm warm. Einfach h e r r l i c h.

Nach der Rückkehr stillen wir unseren Hunger. Besucher aus Buenos Aires trudeln langsam ein. Weiter oder bleiben? Da sind ja noch Villa Aguas Calientes, Las Olletas und der zweite warme Bach.

Der „Complejo Aguas Calientes“ ist eine Sammlung von Cabañas mit Office und Feuerstellen. Im Moment saisonal geschlossen. Der Zugang zu den warmen Quellen ist jedoch offen.

Das sind frei fliessende Bäche mit zum Teil kochend heissen Quellen. Wir finden 3 wannengrosse Becken: aufgestauter Bachlauf. Das Wasser ist 46*C, zu heiss zum lange baden. Wir treffen Hector und Adriana aus Buenos Aires. Sie sind mit einem 2WD-Hylux mit einer aufstellbaren Schlaf-Box unterwegs. Sie wollen noch heute (fast 6Uhr!) über Andacollo hinausfahren, das sind weit über 100km, und die ersten 50 sind sowas von anstrengend, ruppig, kurvig, steil, nichts für uns. Wir begnügen uns mit dem warmen Bach, das sind nur 7km. Die Olletas sparen wir uns für morgen auf. Gauchos kommen uns mit einer Rinderherde entgegen. Ja, ja, wir sind spät dran, es geht auf den Winter zu. Im Bach werden Badewannen vorbereitet. Zum z‘Nacht feines Entrecôte mit Gemüse aus dem Dampfkochtopf.

In der Nacht setzt leichter Regen ein. Am Morgen messen wir 10*C im Fahrzeug. Wir flitzen in den warmen Bach, eine tiefe Badewanne lädt zum Bade. Nun, bei der kalten Luft ist das Wasser angenehm warm. Aber nach einer halben Stunden beginnen wir zu frieren.

Wir packen und fahren zu den Olletas hinauf. Eine grobe Enttäuschung: die versprochenen Fumarolen sind 2-3 kleine dampfende Wasserlöcher mit wenig Algen.

Absolut nicht lohnend!

Wir fahren auf der RP43 weiter ins Varvarco-Tal hinein, eine breite Altiplano-Landschaft mit vereinzelten Bauernhöfen, Ziegen, Schafen und Rindern.

Der Weg ist teilweise eng, ruppig, dann wieder schön sanft. Auf den Karten ist er nur als Fussweg eingezeichnet, bietet aber keine Probleme.

Sogar eine neue Brücke führt über den Fluss. Ein halbes Dutzend Condore kreisen im Aufwind.

Bald erreichen wir die Laguna Varvarco Tapia. Das Rangerhaus ist leer.

Wir bleiben über Nacht direkt am See. Natürlich muss hier ein Fischversuch gemacht werden. Negativ. 3 Fischer aus San Juan fahren vorbei, sie sind an der höher gelegenen Laguna Varvarco Campos und haben am Morgen 4 grosse Forellen gefangen. Heidi kocht die Pouletschenkel als Vorrat, 3 davon gibt‘s mit Ebli-Gemüse. Vor Sonnenuntergang kommen die Fischer nochmals zum Fliegenfischen. Eine der beiden riesigen Forellen bekommen wir! Muchas grazias,

Der Morgen ist kalt, innen 0*C aussen -4*C Wieder nichts mit Fisch am Angel.

Zwei Holländer, Mart & Nadja fahren mit einem gekauften Chile-Fz (Nissan, 4×4) vor. Sie wollen die gleiche Route über die Berge fahren wie wir. Die Beschreibungen lassen nichts Gutes erwarten. Nach dem Morgenkaffee fahren wir gemeinsam los. So könnten wir uns gegenseitig aus der Patsche helfen, wenn nötig.

Der Weg ist zuerst nicht schön, aber gut fahrbar. Weiter oben im Tal beginnen dann die spitzen Steine.

Bei der steilen Strecke ist „crawlen“ im 1.Geländegang, langsam die maximal zulässige Geschwindigkeit um die scharfen Spitzkehren. Der Track ist zwar gut befahrbar, aber die Reifen müssen viel ertragen können.

Die Landschaft ist einfach fantastisch.

Auf dem Plateau 2800müM leuchtet der schneebedeckte Cerro Crestón herüber, wir fühlen uns eine wenig ins Altiplano versetzt.

Bald tauchen wir ins Tal des Arroyo los Nevados runter. Der Weg ist immer noch gleich ruppig, mit spitzen Steinen versetzt. Bald kommen die ersten (von vielen) Wasserlöchern. Mart & Nadja kommen gut zurecht mit ihrem PW. Sie lassen ihre Drone steigen und filmen uns von oben.

Das Tal wird breiter, erste Farmen tauchen auf. Wir fühlen uns in den Norden Argentiniens und nach Bolivien mit dem Bofedales versetzt.

 

Aussergewöhnliche Fels-Strukturen und -Farben faszinieren uns.

 

Eine wunderbare, sehr eindrückliche Berglandschaft, die die Strapazen lohnen.

Das Tal des Rio Barrancas ist breit, der Fluss nutzt teilweise die ganze Talbreite. Kuhherden oder Pferde lassen sich nur schwer vom Weg abbringen.

Beim Zusammenfluss des Arroyo Domuyo mit dem Rio Barrancas finden wir neben der Strasse einen guten Nachtplatz.

Beim gemeinsamen Apéro, Nachtessen und Kaffee/Tee trinken tauschen wir viele Reiseerfahrungen aus. Die beiden sind für einige Zeit aus dem Berufsleben ausgestiegen. Sie haben sich in Santiago ein Auto gekauft und reisen etwa ein Jahr herum.

Gemeinsames Morgenessen. Wir fahren ein Stück weiter durch das Tal. Erstaunliche Felsenformationen.

Beim Ausfluss der Laguna Cari Lauquen und etwas weiter unten ein paar Fischversuche, alle negativ.

Wir entschliessen uns noch eine Nacht in diesem schönen Tal zu verbringen, bleiben bei einer kleinen Nebenstrasse in Flussnähe.

Gemeinsamer Apéro.. Starker Wind kommt auf. Heidi fertigt Brotteig an. Gegen Abend erneuter Fischversuch, diesmal klappt’s: eine schöne Regenbogenforelle und 2 Schnapper. Die Forelle hat 5 noch lebende Flusskrebse im Magen.

Zum gemeinsamen z‘Nacht gibt‘s Forellen auf einem Gemüsebett.

 

Bei iPhone-Laternenlicht (eine Wasserflasche wird auf die iPhone-Taschenlampe gestellt) wird eifrig Gemüse gehackt.

Einfach gut! Zum Dessert frisch gebackenes Brot mit Butter und Himbeerkonfi.

So fein! Das beste Brot das wir seit langem essen wird rübis und stübis aufgegessen. Die krose, schön gebackene Brotkruste und der gute Geschmack machten uns alle süchtig.

In der Nacht kommt sehr starker Wind auf, wir müssen nachts das Fz umparkieren. Morgens haben wir warme 17*C Der Föhn bläst auch in den Anden! Vor dem Morgenessen ein Fischversuch, negativ, dafür aber ein kurzes Bad im Fluss: ein grosser Stein rutscht drehend in das stark strömende Wasser. Ich spüre einen schwachen Schlag aufs Knie. Im starken, warmen Wind trocknen die Kleider rasch. Zum z‘Morge bekommen wir von Mart ein Banane / Haferflocken / Milch-Wrap serviert. Mmmhh, fein, noch Schlagrahm und Erdbeer-Konfi, mit den gebratenen Äpfeln einrollen, alles perfekt.

Die Strecke bis Barrancas ist extrem: hohe Übergänge, tiefe Täler, kurvige gute Strasse, Felsen- und Landschaftsbilder vom Feinsten.

Plötzlich öffnet sich eine grossartige Weitsicht ins Barrancas- und Rio Grande Tal. Die Vulkane Payún Piso und Tromen grüssen von Ferne.

Barrancas ist ein Ort, den man eigentlich nur aufsucht, weil er am Ende des Barranca-Tales liegt. Wir bleiben auf dem CP El Domuyo. Erstmals wieder Internet beim Zentralplatz: freies WiFi. Leider keine Foto von den 4 Internet-Addicts! Gegen 100 Mails kommen rein. Mart & Nadja verabschieden sich. It was a nice time with you, and thanks for the delicious Banana-Pancakes and the Fotos.

Gegen Abend schmerzt das Knie recht stark. Krankenschwester Heidi pflegt den Patienten mit Voltaren.

Fazit derTour: absolut lohnend. Gut, aber mit Vor-sicht befahrbar: gutes Wetter, gesunder Menschenverstand, sehr gute Reifen, 4×4, low gear medium-high clearance, keine Höhen- (Tiefen-)Angst, Lust an schwierigen Tracks. Das Varvarco Tal besticht durch seine vielfältigen Landschaften, mit tieferodierten Tälern, erstaunlichen Fels-Strukturen und die Abgeschiedenheit. Die heissen Quellen mit Geysiren, Schlammlöchern und warmen Bächen sind ein weiteres Highlight. Traumhafte Badegelegenheiten. Den Abschluss des Tales bilden die Lagunen Varvarco Tapia und Campos. Sie sind berühmt für ihre riesigen Forellen (die wir ebenfalls genossen). Die nächste Etappe ist ein berüchtigter, steiler 4×4-Track durch mehrere Geländekammern über 2800müM ins Tal des Rio Barrancas. DieserTrack bietet traumhafte Ausblicke in eine grossartige Bergwelt mit dem vergletscherten Cerro Crestón, entfernten Vulkanen und Altiplano-Eindrücke. Das Tals des Rio Barrancas überrascht erneut mit einer grossartigen Berg-und Tallandschaft: hohe Berge, tiefe Täler, einzigartige Fels-Strukturen und eine atemberaubende Enge Strasse mit vielen Spitzkehren in angsteinflössenden steilen, mehrere hundert Meter tiefen Abhängen. Der Fluss bietet wieder gute Fischgründe. Der einzige Wermuts-Tropfen ist Barrancas selber. Der Ort ist eine lebende, vergessene Ortschaft.

Warm Duschen, Kaffe, Packen und zum Zentralplatz: freies Government-WiFi. Das Knie ist etwas besser dran. Dann weiter zur Tankstelle, die ist (scheinbar?) geschlossen. Also weiter Richtung Malargüe auf der RN40: schöner Asphalt, wechselt bald mit „45km sind in Arbeit“-Gravel.

Die grandiose Berg-Landschaft imponiert mit ihren Farben und Formen, ein Vorgeschmack auf Nord-Argentinien. Diverse Vulkane tauchen auf: Volcan Tromen, Payún Liso, und eine ganze Gruppe von Payunia, die grösste Ansammlung kleiner Vulkane.

Bald erreichen wir das breite Tal des Rio Grande. Der Fluss wurde von Lavaströmen aus Payunia gegen die aufsteigenden Anden gedrückt.

    

An einer Stelle, hat der Fluss sich durch die Lava einen engen Cañon ausgewaschen. Wir bleiben etwas weiter bei einer Baustelle, direkt am Fluss. Fischversuch negativ (3 Kontakte). Dem Knie geht’s schon fast übermütig. Zum z‘Nacht geniessen wir ein feines Osso Bucco mit Bohnen.

Am nächsten Tag geht’s nach Malargüe

Los Lagos Argentina

Die RN40 führt durch eine gebirgige Landschaft, zuerst durch ein Hochtal, dann unvermittelt tief ins Tal des Rio Foyel, über einen Pass noch tiefer ins Tal des Rio Manso. Beim Parkeingang zum NP Nahuel Huapi zweigen wir links auf die RP83 und suchen uns einen schönen CP hinten im Tal direkt am Rio Manso. Nach dem Apéro bleiben eine knapp mäsige Bachforelle und eine zu kleine Regenbogenforelle am Angel hängen. Heute gibt‘s Forelle auf dem Gemüsebett zum z‘Nacht.

Am Morgen herrscht dicker Nebel über dem Fluss, das Wasser ist. wärmer als die Luft.

Wir verhandeln mit dem CP-Wart über den Preis, im iOverlander 150pppn (Januar, Hochsaison) er möchte jetzt 200 in der Nachsaison. Wir geben ihm 300. Er ist einverstanden. Wir fahren zurück auf die RN40 durch eine uralte Vulkanlandschaft:

hohe, steile Berge, über einen Pass in ein tiefes Tal dessen Fluss in den Rio Manso fliesst, entlang dem Lago Guillelmo.

Hier zweigen wir ab auf die RP81 Richtung Tronador. Diese führt dem Lago Mascardi entlang, durch das Tal des Rio Manso Superior zu den Aussichtpunkten des Tronadors. Der Weg ist sehr schmal, deshalb nur einspurig zu befahren.

Schon von weitem leuchten die Gletscher des Vulkans.

Man dat den Eindruck, das Tal ist eine uralte Caldera: senkrechte Felswände und Basaltsäulen zeugen davon.

Unterwegs werden wir von Strassenbauarbeiten aufgehalten. Ein Truck ist mit einem Plattfuss liegen geblieben.
Pampa Linda ist ein modernes Touristen-Zentrum. Das Gebiet war schon 1942 voll erschlossen, wie alte Fotos mit „Saurer“-Bussen zeigen.

Beim Ventisquero Negro fliesst der schwarze Gletscher direkt in einen kleinen See mit Eisbrocken.

Schwarz, weil er den ganzen Vulkanschutt von Berg herunterträgt.

Der Garganta del Diablo ist ein riesiger, tiefer Kessel mit vielen Wasserfällen von den Gletschern.

Verständlich, wir befinden uns auf 1100müM und der Tronador ist fast 3500m hoch. Wir fahren den Weg zurück und finden einen guten Platz etwas abseits der Strasse am Fluss.

Wir müssen vor 9 Uhr aus dem Tal fahren (sonst müssten wir bis 16 Uhr warten). Ohne Kaffe, ohne z‘Morge raus über die Rüppelpiste durch das eigentlich schöne Tal.

Bei Los Rapidos können wir endlich anhalten und uns gemütlich machen. Der Rio Manso verbindet hier die zwei Lagos Mascardi und Moscos über Stromschnellen.

Da muss natürlich die Fischerrute hervorgeholt werden. Im tiefen, blau-grünen Becken zeigen sich keine Reaktionen. Bis plötzlich ein Baumast dazwischen kommt.

Kurz: der schöne Fisch-Angel hängt nun hoch über dem Becken. Oberhalb der Stromschnellen hüpfen die jungen Fische frisch-fröhlich herum. Bald erreichen wir die RN40. Sie führt entlang den Lagos Mascardi und Gutiérrez nach Bariloche, vorbei an den mächtigen Cerro Catedral und Cerro Otto.

Der erste Eindruck von der Stadt: gross, am Eingang eine Art moderner Bidonville mit kleinen, verschachtelten Häusern. Ärmlicher Eindruck. Viel Verkehr. Sehr steile Strassen. Für Kooka suchen wir einen Lavadero für eine gründliche Reinigung, einen Toyota-Mechaniker für eine generelle Prüfung, einen Elektriker für den Austausch der Batterie und schliesslich ein Lubricentro für seine Gelenke. Der Mechaniker hat morgen Zeit für die Untersuchung und der Elektriker für die Hupe. Dann geht‘s an die Suche eines CP. Die Möglichkeiten sind dünn gesät. El Yeti verlangt 725. Bei der Bemerkung, das sei „mui caro“, schickt er uns weg! Im CP Petunias bekommen wir einen Platz – für 850! Die Inflation ist bei den CP sehr hoch!

Nach dem Kaffe fahren wir zum Elektriker. Er findet den Fehler der Hupe rasch und kann ihn beheben: ein Wackelkontakt (ein paar Tage später geht sie wieder nicht mehr) Dann müssen wir warten, auf einem sicheren PP am See. Die Berichte im iOverlander sind beängstigend wegen aufgebrochenen Campern. Wir machen einen kurzen Spaziergang zum Hafen und ins Holly One Club zum Essen.

Der Mechaniker, Cristian, schaut sich Kooka genau von unten an, findet keine Mängel. Die „bujes“ (Buchsen bei den Federn) sind kein Problem.

Elisabeth (Cousine von Juan) und Luis wohnen auf einer kleinen Ranch La Pampita.

Sie haben viele Hühner, Schafe, Pferde, Hunde Border Collies, ein schönes, grosses Wohnhaus, Treibhaus, Stallungen, einen Bach im Garten, ein Schwimmbad. Eine Oase mitten in der grossen Stadt.

Elisabeth ist aufgestellt, gesprächig, erzählt von der Familie, Bariloche, Juan, serviert Bier und einen Käsekuchen mit Tomaten. Luis ist soeben von Buenos Aires mit den Auto zurückgekehrt, in 2 Tagen 1300 + 600km, eine Mordsleistung..
Die Nacht verbringen wir wieder auf dem CP Petunias. Zum z‘Nacht gibts die kleine Lachsforelle auf einem glasierten Butter-Rüebli-Bett. Fein!

Als erstes fahren wir Richtung km 14 auf der RP237, dem Geburtsort von Juan. Alles ist verbaut! Weiter zum Golf-Nobelhotel Llao Llao.

Wir kommen problemlos hinein, dürfen einen guten Kaffe trinken und die Einrichtungen bewundern. Die aufliegenden Hochglanzbroschüren zeigen uns wieder einmal eine andere Welt, wie wir sie zu Singapore-Zeiten kennenlernten. Eine andere Realität!

Die Schleife über die Halbinsel Llao Llao führt durch dichten alten Wald.

Beim Mirador bestaunen wir die massiven Gebirge des Cerro Capilla und Cerro Lopez.

Bariloche liegt in einer wirklich schönen Bergwelt mit Seen. An der Colonia Suiza brausen wir vorbei, in die Stadt und dann den steilen, ruppigen Weg hinauf zum Cerro Otto.

Eine Seilbahn trägt die Touristen zum hoch über der Stadt liegenden Dreh-Restaurant mit Art-Galerie. Das Ganze wurde von einer reichen Erbin gebaut. Wir geniessen die runde Weitsicht bei einem feinen Essen. Die wunderbare Landschaft Bariloches dreht sich im Kreis um uns. Etwas spät fahren wir auf der RN40 weiter Richtung NP Nahuel Huapi / Villa La Angostura. Bei blendender, untergehender Sonne finden wir im CP Los Cipreses eine Bleibe für die Nacht. Der offene CP macht einen verlassenen Eindruck.

Die Nacht ist kalt, 7*C, am Morgen frischt der Wind auf, durchwühlt den See. Wir folgen dem Lago Nahuel Huapi nach Villa Angostura durch eine schöne, wilde Naturlandschft mit hohen Bergen, dichten Wäldern und schönen Ausblicken auf den See.

In Villa Angostura befindet sich die Sommerresidenz von Perón und seiner Frau Evita. Jeder Argentinier kennt diesen Ort. Er macht. noch heute einen gepflegten Eindruck mit den Parkanlagen und den herausgeputzten Häusern. Bayern, das Berner Oberland und Südtirol lassen grüssen.

Der Rio Correntoso zwischen dem gleichnamigen See und dem Lago Nahuel Huapi ist mit 250m der kürzeste Fluss der Welt.

Wir folgen auf dem Camino de las Siete Lagos der RN40 gegen Norden, begegnen auf der schönen Strecke den Sieben Seen in einer wilden Berglandschaft, die von Vulkanen und der Eiszeit geprägt ist.

Die Cascada Vulignanco am Camino de Las Siete Lagos.

Am Strassenrand fallen uns die vielen dürren Bambusstauden auf. Richtig, sie sind in Blüte und sterben deshalb alle paar Jahrzehnte ab.

Aber der Samen reicht sicher für eine noch grössere Plage. Beim Lago Villarino treffen wir auf Flo & Alina, die mit Stefan (Fischen) gemeinsam ein Stück zusammenfahren. Er hat im See eine schöne Forelle gefangen. Das schürt natürlich die Lust am Fischen. Der See und der Bach sollen laut Reiseführer “fischreich“ sein. Ausser einem Winzling und einem grösseren Schnapper nichts. Wir bleiben auf dem CP. Geniessen bei einem Glas Rotwein „Gemüseresten“ an einer asiatischen Sauce.

Regen, Wind, Kälte in der Nacht. Am frühen Morgen ein Fischversuch. Eine schöne Forelle schnappt sich den Angel, kann sich jedoch wieder befreien. Ein Angel bleibt im Wassergras hängen.

Die Seenroute führt uns heute wieder durch eine fabelhafte Landschaft mit tiefen Tälern, hohen Bergen und dichten Wäldern, vorbei an diversen Seen nach San Martin de Los Andes. Die Stadt am Lago Lácar ist teilweise gesperrt wegen einem Dauerlauf. Wir suchen den Fischereiladen von Jorge Cordillo und ersetzen ein paar verlorene Angel (Löffeli: cucharas!). Über die RN40 geht‘s weiter nach Junin de los Andes, über die RP23 ins Tal des Rio Malleo. Hier bleiben wir direkt am Fluss, windgeschützt. Die Windböen sind sehr heftig.

Nordpatagonien Argentinien

Auf dem CP Munizipal in Gobernador Costa treffen wir Matthias aus Winterthur. Er ist mit einer Suzuki Enduro unterwegs von der CA über Chile Chico nach Norden. Interessante Gespräche über Kauf / Verkauf von Fahezeugen in Argentinien und Chile. Er wollte eigentlich eine Enduro in Ushuaia von Amerikanern abkaufen. Da in Argentinien der Kauf ausländischer Fahrzeuge illegal ist, sollten sie den Töff nach Punta Arenas bringen. Die waren aber von ihrer Fahrt von Arizona nach Ushuaia in 2 Monaten fix und fertig und werden nie mehr auf eine Enduro sitzen! Lieber lassen sie die fast neuen Fahrzeuge in Ushuaia verrosten.

Wir verabschieden uns von Matthias und fahren dann über die RP63 (Kies, recht fein) via José de San Martin zur RN25 (Asphalt, verlöchert), nach Paso de Indios ins Chubut Tal.

Die karge Landschaft ist hügelig-bergig.

Wir begegnen vielen Nandus, kaum Verkehr.

Bei Paso de Indios entscheiden wir uns für einen Umweg, 15km weiter auf der RN25 zu einem Nachtplatz am Rio Chubut, gemäss iOverlander sehr schön.

Dieser Weg ist absolut lohnend, führt er doch an den pittoresken, farbigen Felsabbrüchen des Talrandes vorbei auf einen herbstlich gefärbten grossen, windgeschützten Platz direkt am Fluss.

Wir treffen hier auf Sepp und Monika aus Bayern. Sie sind seid 4 Jahren via Halifax, Alaska, Mittelamerika hier gelandet und wollen bis Mai zu Dirk fahren und dann für 3 Monate nach Hause fliegen. Wir haben sie vorher kurz in Puerto Natales getroffen, zusammen mit Chris, Angie und Walter. Beim schönen, warmen Sonnenuntergang tauschen wir Reiseerfahrungen und Tipps aus. Der Fischversuch ist negativ. Wir haben keinen grossen Hunger und verschlingen eine Nudelsuppe.

Bald verabschieden sich Sepp & Monika. Sie haben eine Monsterstrecke von über 400km bis Playa Esconida vor. Wir kehren um zur RP12 ins Chubut-Tal.

Dieser Blinddarmschlenker hierher hat sich wirklich gelohnt. Die farbigen Felsen waren nur eine Einführung in das Tal. Auf der langen Strecke bis zum Piedra Parada tauchen wir in eine wunderschöne Herbst-Landschaft ein.

   

Der Fluss ist zuerst noch braun-dreckig, wird aber nach oben immer sauberer.

Die Estancias verstecken sich hinter hohen, herbstgelben Pappeln, weissen Silberpappeln und grünen Weiden.

Die Farben der Felsen füllen den ganzen Regenbogen, sind mal schroff senkrecht abfallend, vielschichtig, mal runde zarte Hügel durchsetzt mit farbigen Auswaschungen.

Der Piedra Parada ist ein vulkanischer Monolith. Vor 50 Mio Jahren explodierte hier eine Magmakammer. Der Piedra ist ein ausgeworfener Lava-Monolith.

 

 

Wir finden neben der Brücke, direkt am Fluss einen schönen Platz.

Das Fischen ist negativ, ein paar kleine junge Forellen springen.Wir geniessen den schönen, farbigen Sonnenuntergang.

Ein weiterer Fischversuch am frühen Morgen ist erfolgreich, eine schöne Bachforelle bleibt am Angel. Sie versteckte sich, wie erwartet unter der Uferböschung im schnellfliessenden Wasser.

Wir besuchen dfie Cañadon Las Buitras auf der gegenüberliegenden Talseite. Das ist eine über 3km lange Schlucht zwischen hohen, glatten, senkrechten Felswänden.

 

 

Wir brauchen über 3 1/2 Stunden, inkl. Fotos. Ein beliebtes, sehr schönes Klettergebiet mit schwierigen und sehr schwierigen Kletterrouten.

Man beachte die Kletterer unter der 150m hohen Wand

Dazu sehr eindrücklich und fotogen.Ein Selfie muss sein.

Wir wollen auf dem gleichen Platz nochmals übernachten, doch kommt eine Kletterin und reklamiert den Platz für die Zeltler. Nach dem Apéro fahren wir ein Stück weiter und finden den schönen iO-Platz direkt am Fluss.

Die Fische sind da, haben aber kaum Lust zum anbeissen. Dafür geniessen wir die Bachforelle auf einem Rüebli-Lauch-Zwiebeln-Peperoni-Bett.

Ein schöner Morgen mit zunehmendem Wind beginnt mit einem Fischversuch: negativ. Heute gibt‘s nur Kaffee zum z‘Morge (und den ganzen Tag sonst nichts als Wasser) Ein paar Kraftübungen zeugen von einem gesunden Tag. Wir haben eine grosse Etappe vor bis zum Rio Futaleufú. Wir verlassen bald das Chubut-Tal, zweigen Richtung Gualjaina ab. Die Landschaft wird etwas flacher, ein breites Tal mit Farmen. Der kleine Weg nach Süden zur RP62 ist recht ruppig. Ein weiterer Weg ins Tecka-Tal ist als „Privat“ geschlossen. Statt über die RP62 fahren wir also doch über die RN40 via Esquel (das wollten wir eigentlich wegen der Hanta-Virus -Gefahr meiden!) gegen die Chilenische Grenze.

Der Rio Futaleufú mit seinem Fischreichtum ruft.

Nichts, alle Zugänge auf argentinischer Seite sind zu. Privat! Wr bleiben im Eco CP Viñas Nant y Fall. Ein gediegen ausgestatteter kleiner CP mit Weinberg, Restaurant, grossem Ententeich mit „Irokesen-Enten“ und guten Einrichtungen.

Der CP lädt zum Faulenzen ein. Ein guter Internet-Zugang verstärkt diesen Drang.
Wir machen eine elektronisch geführte Tour im Weinberg und anschliessender Videoshow. Jorge hat hier einen eindrücklichen kleinen Bio-Betrieb mit modernsten Einrichtungen aufgebaut.

Sein Hauptwein ist der Pinot Noir, daneben etwas Gewürztraminer, Sauvignon Blanc. Eine ausgeklügelte, automatische Tropfenbewässerung sorgt für die richtige Feuchtigkeit. Bei Frost werden die Trauben beregnet, damit verhindert das Eis ein Erfrieren der Pflanzen.

Wir fahren 30km zur Brücke über den Rio Grande / Rio Futaleufu nahe der Chilenischen Grenze,

Schönes, klares türkis-blaues Wasser, schnellströmend mit Rücklauf, das muss ein guter Platz zum Fischen sein. Im engen Tal herrscht ein sehr kräftiger Wind. Die Fische haben keine Lust! Ein einziger verguckt sich an der Angel, schüttelt sich jedoch sofort wieder los. Also die grobe Rüttelpiste wieder zurück und den „Kummer“ in Tee ertränken. Aber der Fluss hat die Fahrt absolut gelohnt!

Nach 4 Tagen können wir uns losreissen. Wir rasen nach Trevelin zum Shopping-Center La Anonima. Für uns „Frühaufsteher“ wollen die schon um 14Uhr schliessen. Wir können noch knapp durchschlüpfen. Wir hetzen durch die Gestelle, füllen den Einkaufswagen und rasen zur Kasse. Wir haben fast alles, was auf der Einkaufsliste stand. Einladen und raus, die Tore schliessen sich hinter uns. Wir schnaufen kurz durch, geben unser Tagesziel, NP Los Alerces, Lago Futalaufquen, Punta Matos ins maps.me und los geht die Fahrt. Von der kleinen Stadt Trevelin geht‘s bald in die Berge. Beim NP Eingang bekommen wir die nötigen Infos. Eigentlich ist ein grosser Teil des NP verschiedentlich abgebrannt. Viel Jungwald und Brandruinen zeugen davon. Der See ist, wie „gewohnt“ türkisblau, klar, die Strasse im Neubau, samtig.

Kurzer Halt bei den Cascadas Irigoyen.

Bei Punta Matos zweigen wir auf den freien CP ab, ein grosser Platz für Camper und Zelte über dem See. Beim Schiffsteg ein vergeblicher Fischversuch. Unsere Nachbarn aus Niederösterreich, Ignaz & Maria sind mit einem Landcruiser mit fester Kabine unterwegs. Damit waren sie schon in der Mongolei und quer durch Afrika (Namibia / Kenia). Er ist Jäger, sie ist Lehrerin. Am Abend tauschen wir bei einem Glas Pinot Noir am Lagerfeuer Reiseerfahrungen aus. Sie sind seit einem Monat unterwegs, von Montevideo, via Ushuaia, nun nach Norden und wollen Anfangs Juni von Cartagena nach Europa verschiffen. Eine Monstertour. Maria hat Herzprobleme, sie muss sich ausruhen.

Maria & Ignaz fahren am Morgen früh ab. Maria gehts besser. Wir fahren die kurze Strecke bis zum CP Arrayanes. Der Pfad zu Fuss durch den Urwald, entlang dem Rio Arrayanes ist sehr schön.

Braun-grüne Arrayanesbäume erinnern an die verzworgelten Wälder in Tasmanien.

Zwischendurch schöne Ausblicke auf das türkis-grüne Wasser.

++Der Lahuan viejo ist ein alter Alerce Baum.

Daneben liegt ein Riesenexemplar am Boden, bereit für den Bosque Petrificado?

Auf dem CP geniessen wir im Restaurant einen Nespresso „wie zu Hause“. Und ein paar Äpfel , zusammengelesen unter dem Baum. Ein Fischversuch im Fluss ist, wie gewohnt, negativ. Feiner, dünner Lomo-Fladen mit Broggoli-Rüebli-Kartoffel-Gemüse und Salat – ein feiner z‘Nacht!.

Eine kurze Fahrt bringt uns zum PP bei der Laguna Verde.

Wir laufen über die Pasarele zum Mirador und Puerto Mermod der grünen Laguna Verde, dann quer über die Halbinsel (trotz geschlossenem Weg: Cerrado!) zum Mirador Glaciar und Puerto Chucao am Lago Mendenez. Eine überwältigende Landschaft. Die Halbinsel ist recht gut regeneriert, es gibt sogar Apfelbäume.

Eine riesige Föhre (???) weckt unser Interesse.

Aber statt Pilze können wir den enormen, kurzen Baumstamm bewundern.

Der hat ja einen Durchmesser von weit über 3 Meter.

Der türkisgrüne See ist vom Wind aufgewühlt.

In der Ferne leuchten die Gletscher des Cerro Torecillo grün-blau.

Der Schiffsteg ist verlassen. Ende Saison.

Auf dem Rückweg kommen wir bei der 300-jährigen Alerce vorbei, gerade und gross gewachsen.

Von der Pasarele können wir Fischern in einem Boot beim Fliegenfischen zuschauen. Negativ!.

Wir fahren auf ruppigen Strassen weiter Richtung El Maitén.

Der CP Munizipal befindet sich näher in der Stadt als auf der Karte angegeben. Er ist saisonal geschlossen, aber der Eingang ist offen. Unter den grossen Bäumen finden wir einen Platz, sogar mit Strom. Angrenzend führt der Rio Chubut vorbei. Natürlich auch hier ein Fischversuch. Überall springen kleine Forellen aus dem Wasser, eine bleibt am Angel hängen. Die grösseren lassen es sein. Zum z’Nacht ein Kürbis-Reis-Poulet. Mmmhh.

Wir besuchen das Eisenbahnmuseum in El Maitén.

  

Hier war zu patagonischen Schmalspur-Eisenbahnzeit das Reparatur- und Unterhaltszentrum der Region Patagonien.

Die 75-cm Bahn fährt noch heute auf kurzen Strecken für Touristen und feiert jährlich ein Eisenbahn-Nostalgiefest mit Besuchern aus aller Welt. Die Werkstätten sind immer noch in Betrieb, unterhalten von Nostalgikern.
Bei einem Drink (mit Fleischbollen und Pure de Papas) hängen wir uns wieder einmal ins Internet. Heftiger Wind setzt ein. Der Weg führt uns wieder zurück über die RP70 und RN40 nach El Hoyo, Lago Puelo. In der Ferne stehen Regenwolken über El Bolson. Die Landschaft ist erstaunlich: das Chubut-Tal liegt auf 700 müM. Über Berge gelangen wir ins Valle Epuyén auf 300-230 müM, dann über einen Hügel von 370 müM runter zum Lago Puelo auf 195 müM. Die Gebirge sind offenbar uralte Vulkan-Reste. Beim NP Lago Puelo dürfen wir im Rio Azul und im See fischen. Bei Regen leider erfolglos. Im CP heizen wir uns richtig ein, draussen ist es saukalt und nass.

Auch am Morgen haben die Fische „kä Luscht!“. Dafür entschädigt ein schöner Sonnenaufgang mit Nebelschwaden über dem See.

Nach einem Kaffee laufen wir zum Bosque de las Sombras, ein schöner Sumpfwald mit Arrayanes und Choique.

 

1997 wurde dieser Wald 3-4 m überschwemmt (Regen und Schneeschmelze). Anschliessend steigen wir zum Mirador de la Playita auf.

Wir merken den Trainingsmangel! Schöne Aussicht auf die Berge und den Strand am See.

Die Strecke bis El Bolson ist kurz. Uns fallen die steilen Berge in der Landschaft auf: alte Vulkanreste? Wir suchen zuerst den Gäseler. Er hat erst um 3 Uhr offen. Auf dem zentralen Hauptplatz findet der wöchentliche Markt statt mit Handwerk, Selbergemachtem, Schmuck und Tand.

Und Food! Wir bekommen Hunger und finden ein Restaurant mit WiFi, Trutas und einen Drink. Der CP Chacra liegt unter grossen Apfel-, Pflaumen-, Walnuss-, Kastanien-Bäumen im Schatten. Dank Stromanschluss läuft Heizung auch in der frischen, kühlen Nacht.

Wir treffen Chris & Angie zum Kaffee beim Plaza Pagano. Bald kommt die Aufsicht und will uns verscheuchen: wir haben ungültig parkiert und der Steir darf nicht in die Stadt!. Die Polizei taucht auf und beschwichtigt. Nach dem Umparkieren bummeln wir durch die Strassen, Shoppen im Schuhladen und La Anonima. Gegen 3 Uhr fahren wir zu Claudia & Klaus. Sie haben sich (nach 16 Jahren Töffreisen (Buch: Abgefahren) im Valle Ternero niedergelassen, auf einer „kleinen“ Hobby-Bio-Farm („nur“ 100ha!) Klaus hat viele Traum-Ideen, wie er aus diesem Landstück einen Naturpark machen will. Auf dem Platz campen noch Flo & Aline aus Bayern. Sie sind von Kolumbien her nach Ushuaia gereist und wieder auf dem Weg gegen Norden. Zum z‘Nacht veranstalten wir eine gemeinsame Grillparty auf dem Cobb.

Wir fahren mit Chris & Angie nach El Bolson zum Wochenmarkt.

  

Zwei Circular-Panthographen und ein Dreiflügliger Boomerang für unsere Enkel wird als Reserve gekauft. Kaffe mit Kuchen im La Reine. Nach der Rückkehr auf den CP ausgiebige Gespräche mit Klaus. Ein Fischversuch im Bach ist positiv: eine anständige Bachforelle bleibt hängen. Zum z‘Nacht gemeinsame Cobb-Grillparty mit Chris, Angie, Flo, Aline. Austausch von Reiseerfahrungen, bis alle fast erfrieren.

Bei Kaffe lange Diskussionen um die Weiterreise, Erfahrungen und Geschichten von Klaus. Fast emotionaler Abschied, auch von Claudia. In El Bolson verpassen wir knapp die Öffnungszeit von La Anonima, der Supermercado Todo daneben hat aber ebenfalls gute Frisch-Produkte, darunter den raren frischen Lauch.

Patagonia Argentina

Der NP Patagonia ging aus einer heruntergewirtschafteten Farm hervor. Nun wird das Gelände mühsam, langsam wieder renaturiert. Er ist Teil eines grossen binationalen Projektes mit Argentinien. Die chilenischen NP Patagonia und Jeinimeni sollen mit einem neuen NP auf der argentinischen Seite, der Mesa Lago Buenos Aires, ein angrenzendes 3000km2 grosses, fast unzugängliches Hochplateau zu einem länderübergreifenden Schutzpark zusammengefasst werden.

Der Erfolg zeigt sich jetzt schon an der grossen Anzahl zurückgekehrter Guanacos, Huemuls und dem Puma.

Die Landschaft ist steppenartige Pampa, praktisch ohne Wald.

Der Rio Chacabuco schlängelt sein glasklares Wasser durch ein breites Tal.

Auf der gegenüberliegenden Seite grüssen die hohen / vergletscherten Berge des Jeinimeni NP.

Die Nacht ist absolut ruhig, der Tag beginnt mit Sonnenschein bei kühlen Temperaturen. Im Casa Piedra ist der Ranger ist schon früh wach. Beim Waschbecken begegne ich einer Californierin. Sie ist mit ihrem Mann zu Fuss auf Touren. Sie wollen nach Cochrane laufen („2-3 days“).

Wir fahren das Chacabuco Tal weiter Richtung Argentinische Grenze. Ein paar Farmen sind offenbar noch nicht in den NP integriert, es gibt wieder mehr Schafe, dafür weniger Guanacos. Die Grenzkontrollen auf beiden Seiten sind recht flüssig und „human“. Die Kontrolle des Fz ist kurz und bündig.

Nach der Grenze zweigen wir auf die RP41 nach Norden ab. Wir befinden uns wieder in Argentinien-Patagonien: trocken, karg, links die hohen Gebirge des Jeinimeni NP, rechts viele alte Vulkanspuren, farbige Felsen.

Ein halbes Dutzend Kondore fliegt uns entgegen. Nandus laufen uns auf der Strasse davon. Die Qualität der Strecke ist ungewohnt fein, steigt bis auf 1500 müM an. Im Jeinimeni-Tal finden wir neben der Strasse einen guten Übernachtungsplatz. Der Fluss ist zu weit weg für einen Fischversuch.

Dieses Verkehrsflugzeug fliegt doch viel zu tief! Jetzt geht‘s noch steiler nach unten. Es verschwindet hinter dem Berg. Da! Es kommt wieder rauf, aber wie?? Das fliegt ja auf dem Rücken. Es reicht nicht über die Bergkuppe. Es fällt auf die Bergspitzen, bleibt auf den spitzen Felsen hängen. Es brennt nicht. Wir sind soeben Augenzeugen eines Flugzeugabsturzes geworden. Mitten in der Pampa Patagoniens. Wir befinden uns in Argentinien, der Absturzort liegt in Chile, im Jeinimeni NP, auf etwa 1500müM, 10km von uns entfernt. Der nächste Ort, Chile Chico ist 45km entfernt, verbunden über eine schmale Strasse. Ein abgestürztes Flugzeug in dieser verlassenen Gegend aufzustöbern ist äusserst schwierig. Aber wir sind Augenzeugen, können alarmieren, wir kennen die Position des Absturzortes, wir haben ein Satphone! Wir haben keine lokalen Notrufnummern. Nur den TCS-Alarm. Bis das Satphone sich in die Satelliten eingeloggt hat, bis wir Verbindung mit Genf haben, das dauert eine Ewigkeit – mehr als 2 Minuten! Ja, hallo! Hier ist soeben ein Flugzeug abgestürzt. Meine Position 46°47′23.1″S 71°47′25.73″W. Die ungefähre Postion des Absturzortes 46°47′08.95″S 71°59′33.31″W Bitte alarmieren Sie …..Was wollen Sie wissen? meinen Namen? Aber das spielt doch jetzt keine Rolle. Sie haben meine Satphone Nummer auf dem Display. Die Zeit drängt, es gibt Überlebende des Absturzes, alarmieren Sie die Rettungsmannschaft in Chile Chico in Chile, die sind am nächsten. Jetzt tun Sie nicht so kompliziert. Wir sind Augenzeugen und Sie sind für uns die einzige Verbindungsmöglichkeit. Was?….mir brummt der Schädel….ein Auto fährt auf der Strasse vorbei, ich erwache aus einem bösen Traum“.

Aber sonst ist die Nacht sehr ruhig, der Morgen beginnt mit warmem Sonnenschein. Nach dem z‘Mörgele und Packen fahren wir auf der RP41 weiter Richtung Los Antiguos.

Links die Gebirge des Jeinimeni NP neben uns das tiefe Tal des Rio Jeinimemi mit den seltsamen Felsen des Valle Lunar.

Rechts die senkrechten Abbrüche der Mesa del Lago Buenos Aires, die riesige Tafel des zukünftigen Argentinischen NP Patagonia. Bald taucht der Lago Buenos Aires / General Carrera auf, der zweitgrösste See in Südamerika nach dem Titicacasee.

Im Hintergrund die scharfen Spitzen des Cerro Castillo.

Der Rio Jeinimeni und der kleine Nebenfluss Rio Los Antiguos seien berühmt für ihren Forellenreichtum. Das wollen wir doch mal nachprüfen! Zum Rio Jeinimeni haben wir keine Zugang, der ist nur in Chile möglich. Beim andern ist das Wasser recht knapp. Doch, es gibt Forellen! Ein 15cm-Jungfisch verbeisst sich im Angel und 2 grosse, ausgewachsene Forellen schiessen auf den Köder los, stoppen und kehren um: das war ihnen offenbar zu suspekt, Im Vivo el Viento bekommen wir den Lachs vom Grill, etwas trocken und fad aber für argentinische Verhältnisse gut gemacht. Die kennen eigentlich nur Rindfleisch in grossen Mengen. Der CP Los Amigos ist zwar geschlossen, wir können trotzdem bleiben.

Der Morgen beginnt bewölkt, nach Mittag setzt leichter Regen ein. Wir verzehren langsam noch die letzten Reste aus Chile, dann packen wir, tanken und kaufen ein.. Man merkt, wir haben einen grossen Nachholbedarf, der Stauraum quillt über. Die Fahrt entlang dem Lago Buenos Aires bietet eine typische argentinische Patagonien-Landschaft: hügelig, buschig, Farmen mit herbstgelben Pappelreihen. Am See-Ende ein letzter Fischversuch. Negativ, bei diesem sauberen Wasser verhungern die glatt! In Perito Moreno dann die Überraschung: ein vollbestückter La Anonima Supermarkt. Wenn wir das vorher gewusst hätten, wären die Frischwaren jetzt frischer!

Auf der geteerten RN40 geht die Fahrt ruhig und zügig nach Norden.

2 Lagunen bieten sich für das Nachtlager an, sind aber hinter einem Hazienda-Gatter. Die Karte weist auf 2 geologische Anomalien hin: ein grosses Loch und dahinter ein hoher Hügel sehen aus wie Tiefsee-Rutschung vor Jahrmillionen. Die Landschaft ist nun flach wie eine Flunder mit 360*-Flachhorizont. Die Platte ist leicht schief, die Strasse schnurgerade. In Rio Mayo fahren wir über den Flussdamm zu einem schönen Platz (gemäss iOverlander), wo sich Pferde und Hase Gute-Nacht sagen. Nach dem Aufräumen ein Apéro mit sagenhaft gutem Käse. Wir lieben Argentinien‘s Käse.

Kalter, windiger Morgen. Ein Fischversuch im Rio Mayo. Negativ, obwohl kleine Fische hüpfen. „Wo ist der Chlepfwii? Wele Chlepfwii? Eh, dänk zum hütige Tag! Shit, hab den Hochzeitstag vergessen!

Heute ist Reisetag: auf der RN40 bis Gobernador Costa 240km durch eine sehr flache, endlose Patagonische Ebene, in der Ferne vereinzelt Berge.

Bei Facundo Fischversuch im Rio Senguer. Reaktionen und Biss, aber zu schwach. Am Strassenrand 2 gestrandete Argentinier mit einem alten Wohnmobil, den Schalthebel halten sie in der Hand. Wir suchen Hilfe mit dem Satphone – geht nicht. Wie telefoniert man eigentlich damit? Aha, zuerst ins Phonebook eintragen, alles kein Problem. Ein anderer Autofahrer nimmt sie mit nach Sarmiento. Wir bleiben über Nacht auf dem CP Munizipal in Gobernador Costa.

Carretera Austral 4

Wir verabschieden uns vorerst vom  Lago General Carrera über die glatte 265-CH nach Puerto Bertrand.

Etwas ausserhalb, direkt am Fluss finden wir einen sehr schönen Platz im Wald. Die Zufahrt ist zwar etwas steil, Kooka meistert das aber problemlos. Nach einem Apéro ein Fischversuch im knütsch-blauen, reissenden Rio Baker.

Er hat das Prädikat „Nr.1 für Wildwassertouren, weltweit“ eindeutig verdient. Ein einziger Fisch verschnappt sich kurz an der Angel.

Starkes Wasserrauschen in der Nacht stört uns kaum. Ein Fischversuch am Morgen. Den Lachs-Angel werfe ich mit vollen Elan über den Fluss, abgerissen weil der Bügel nicht richtig gesetzt wurde. Den Forellen-Angel nimmt mir ein grosser Bodenhecht.

Kooka schafft den steilen Weg aus dem Wald mit Bravour. Die Fahrt nach Süden auf der CA verläuft entlang dem blauen Rio Baker.

   

Beim Zusammenfluss mit dem Rio Nef stürzt das blaue Wasser eine Felsstufe runter. Nur sehr geübte Wildwasserfahrer dürften sich in diese Wassermassen wagen.

Im Becken vermischt sich das blaue mit dem grauen Wasser des Rio Nef.

Das Erlebnis der Farben und des Donnern sind einmalig. Nun ist das Wasser des Rio Baker türkis-grün-milchig.

Etwas weiter unten nochmals eindrückliche Stromschnellen.

 

Der Fluss durchschneidet in tiefen Schluchten ganze Gebirgszüge.

 

Die Pasarela Manzano ist für Kooka etwas zu eng und zu niedrig. Dr Muni geit nid i Chrishuufe! Wir drehen um und benutzten die Gratis-Fähre über den Fluss Richtung Colonia Norte.

In der Nähe von Los Maños finden wir einen schönen Platz, direkt am Wasser, mit Blick auf den Cerro Cochrane und die Gletscherberge Richtung Caleta Tortel.

Endlich mal Pilze: schöne Feld-Champignons, keine Fische.

Die Nacht sehr ruhig, der Tag beginnt mit einer schönen Nebellandschaft.

Fischversuch. Wir geniessen den schönen Platz mit einem ausgiebigen z‘Morge. Vor Mittag machen wir uns auf den Weg, wir wollen die Fähre noch vor 12.30 erwischen.

Kurze Fotostopps, es klappt dennoch. Als drittes Fz müssen wir unseren Platz abwarten.

Über die CA erreichen wir nach kurzer Zeit Cochrane. Wir geben in der Lavanderia unsere Wäsche ab und essen im Restaurant Ñirrantal mit Internetanschluss „pro forma“ Merluza mit Reis / Pure de Papa und einen gemischten Salat. Dafür bleiben wir auch bis eine Stunde nach Betriebsschluss am Internet hängen. Wir bleiben über Nacht im CP Cecilia am Rio Cochrane. Natürlich darf der Fischversuch nicht fehlen. Nach kurzer Zeit die ersten Reaktionen. Ganz kleine Forellen schnappen nach dem Angel. Dann, ein scharfer Ruck, das Zappeln bleibt. Eine schöne braune oder Lachsforelle von ca. 45cm wird an Land gezogen. Weitere Versuche bringen nur kleine, junge Fische. Sie sind recht aktiv, überall springen sie aus dem Wasser. Drei weitere Fischer versuchen ihr Glück, darunter ein junger Freiburger, Sebastian, Koch, von Schwarzsee. Er ist mit einem Mietauto von Puerto Natales nach Puerto Montt unterwegs, sonst eigentlich zu Fuss.

„Zu Hause“ wird feines Brot gebacken. Wegen dem Merluza haben wir keinen Hunger. Die Forelle kommt in den Kühlschrank, wir begnügen uns mit einem Apéro. Ganz in der Nähe findet ein Anlass statt, mit lauter Schlager- und Tanzmusik.

Früher, erfolgreicher Fischversuch: ca. 30 – 35 cm. 2 Marder beobachten den Fischer. Langes z’Mörgele. Sebastian fährt weiter Richtung Norden. Wir bleiben noch einen Tag, holen die Wäsche ab und wollen Einkaufen. Wir verpassen die Öffnungszeit um ein paar Minuten. Alternativ-Programm: Fischen im Rio Cochrane oberhalb des Dorfes, bei einem kleinen Wasserfall. Negativ. Das Wasser hat hier einen unschönen Algenbewuchs. Überdüngt? Sieht aus wie in der Schweiz in den 60er Jahren. Das Wasser ist klar. Endlich genug gefischt, genehmigen wir uns einen feinen Kaffe ab Maschine. Einkauf im Supermercado + Ferreteria. Da liegen noch ein paar Angel und eine WC-Schaufel drin. Zurück auf dem CP geht‘s ans Einräumen, Fischen und Kochen.

Heute gibt‘s etwas ganz besonderes: die grosse Lachsforelle auf einem Stangensellerie/ Lauch Bett mit Champignons / Rahm / Wein-Sauce.

Nur 15 min gegart wird perfekt, ganz leicht glasig. Soooo frisch, soooo fein, soooo gut!

Windiger, feuchter Morgen. Der Fischversuch ist negativ. Wir nehmen‘s gemütlich. Auf der Strasse entscheiden wir uns: gegen Norden, wir haben noch zu viel Frischware dabei. Pro Süden: das Wetter ist noch nicht so schlimm wie befürchtet. Also los, über die ruppige CA Richtung Ñadis. Die Landschaft: vergletschertes Hochgebirge, tiefe Täler, einige Farmen, viel Wald.

Der Rio del Salto verteilt sich auf 2 Arme, beide stürzen mit Getöse über eine Felsstufe in die Tiefe.

 

Der Breite Rio Ñadis fliesst beim CP in den Rio Baker.

Wir überqueren den Fluss auf einer schmalen, beweglichen Hängebrücke.

Wir werden von Lilly herzlich empfangen.

Unseren Kooka könne wir in den Windschatten des Hauses stellen.

Im Refugio brennt bald ein Feuer im Herd. So richtig heimisch in der warmen Stube.

Wir versuchen uns im Mate Tee trinken. Zum z‘Nacht zelebrieren wir die zweite Forelle mit Champignons aus der Hofstatt und Zucchetti.

Wunderbar fein, saftig. Lilly muss am Abend mit den Kindern nach Cochrane, die Schule beginnt. Sie haben dort ein Haus. Der Ofen kocht uns die Rindshaxen mit Rüebli, Zucchetti als Vorrat. Wir lesen bis Mitternacht bei hellem LED-Licht in einer warmen Stube.

Die Nacht ist kalt, es regnet in Strömen. Ausgiebiges z‘Morge mit 2 feinen Broten, Konfi und „das ganze Programm“ (Käse, Eier, Tomaten, Gurken, Avocados, Salami etc.). Nach langem überlegen entscheiden wir uns für eine weitere Nacht hier zu bleiben. Wir machen einen kleinen Rundgang zum Zusammenfluss des Rio Ñadis mit den Rio Baker.

Auf dem Weg finden wir ein Kochete Champignons.

Das Fischen in den beiden Flüssen ist erfolglos. Rosando kommt kurz vorbei zum Einkassieren. Er geht auch noch nach Cochrane. In 10 Tagen findet auf der Farm das jährliche Gauchofest mit Brandmarkierungen der Rinder statt. Da sind wir leider zu früh dran.

Wir erwachen in absoluter Ruhe, der Himmel ist blau, die Temperatur tief. Wir heizen, zuerst den Herd einfeuern, dann die Dieselheizung im Kooka, dann die Muskeln beim Holzspalten.

Gut aufgewärmt geniessen wir das z‘Mörgele mit Lilly‘s frischem Brot.

Ja, Lilly und Rosando, ihr habt hier wirklich ein schönes Paradies geschaffen.

Wir hoffen mit euch, dass die riesigen Staudammprojekte in Aisen nie verwirklicht werden. Damit wären die vielen, wunderschönen und einzigartigen Flüsse und Landschaften zum Tode verurteilt und Santiago müsste in ein paar Jahren sowieso erneut eine Energiequelle suchen, ein Fass ohne Boden.

NO A LAS REPRESAS

Langsam packen wir unsere Siebensachen, räumen auf und fahren endlich weg, retour zur CA und via Cochrane zum NP Patagonia.

Die Berge zeigen sich heute von der schönen Seite mit viel Eis und Schnee.

 

Carretera Austral 3

Vom NP Queulat fahren wir weiter auf der Carretera Austral nach Süden, zuerst dem Fjord entlang, dann durch ein breites Tal mit schönen Kalt-Regenwäldern.

Die Strasse steigt in engen Serpentinen auf 580müM über den Portezuelo Queulat.

Ein Dutzend Töfffahrer überholen uns beim Aufstieg zum Pass. Viele alte Bäume sind dürr. Abgebrannt?

Der Salto El Condor ist ein besseres, hohes Rinnsal.

Bei der Abzweigung entscheiden wir uns für Puerto Cisnes, ein Fischer- und Feriendorf mit einem Fährhafen.

Im Restaurant El Guairao geniessen wir Lachs und Merluza mit „Milchreis“. Wir fahren dem Rio Cisnes entlang wieder zurück und suchen einen Übernachtungsplatz.

Im iOverlander sind 3 schöne Plätze beschrieben, aber der Abstieg zum Fluss ist sehr steil und mit Steinen verblockt. Wir haben keine Lust auf ein Abenteuer und finden 1km weiter eine alte, flache Kiesgrube und zum Fluss hin einen schönen, geschützten Stellplatz.

Nach einem Apéro wird nochmals die Fischrute ausgerüstet mit Angel. Der Versuch bleibt ein Versuch. Im glasklaren Wasser ist nicht ein Fisch zu sehen oder an der Angel zu spüren. Natürlich sehen die mich aus ihrem Versteck! Auf dem Baum umschwirren ein paar Kolibris ein Bienennest. Eine Honigquelle?

Die Nacht ist feucht-kalt, 8*C. Am Morgen erneuter, erfolgloser Fisch-Versuch. Wir fahren bald los zurück zur Carretera und auf der gut ausgebauten Strasse weiter nach Süden. Hohe Berge, schöne Wälder rechts und links.

Der spitze Pico Alto schaut keck ins enge Tal hinunter.

Villa Amengual ist ein kleines Pionierdorf. Schöner Lagos las Torres.

Am Rio Mañihuales suchen wir den Platz von René & Brigitte, er ist leider schon besetzt. Wir suchen weiter und finden weiter unten einen grossen Kiesplatz am Fluss. Zur Abwechslung mal Brot backen, Gasflasche wechseln (dabei den Gashahn fixieren) und fischen im reissenden Wasser.

Wir fahren weiter Richtung Puerto Aysén durch das Mañihuales-Tal. Nach dem Zusammenfluss mit dem Rio Simpson wird es breiter, hohe Berge auf allen Seiten mit viel Landwirtschaft. Es erinnert an das österreichische Inntal. In Puerto Aysen füllen wir im Unic Supermercado unsere Reserven auf, inkl. ein geröstetes Poulet. Bei Kenkyo Sushi lassen wir uns vom Namen verführen. Solche Sushi gibt es kaum in Asien! Der Reisteig könnte auch für Pizza verwendet werden, Philadelphia-Käse ist eine kreative Erfindung. Die „Singapur“-Platte aus dem Wok mit Poulet, Gemüse schmeckt gut, der Reis ist gewöhnungsbedürftig und offenbar dürfen die Pommes nicht fehlen. Fazit: ohne Erwartungen nach Asien wäre das Ganze gar nicht so schlecht. Im Fischerei-Shop kaufen wir je einen Löffel für Lachs und Forellen. Der Rio Aysén sei ein guter Ort für Lachs. Werden wir gleich ausprobieren. Nichts!

Wir fahren das Tal zurück zum CP Las Torres del Simpson zu Sandra & Nacho.

Sie geben uns zur Einführung einen ausführlichen Maté-Kurs der Gauchos. Zum z‘Nacht vertilgen wir das Poulet, 1.Teil.

Dank vernünftigem Internet-Zugang können wir die Webseite aktualisieren. Nacho führt uns in die Kultur Chiles ein, gibt uns viele interessante Tipps für die Weiterreise und am Abend ein persönliches Gitarren / Gesangskonzert.

Der nächste Tag beginnt kühl-regnerische mit etwas Sonnenschein. Heute steht fischen mit Jean auf dem Programm. Er ist Profi-Sportfischer, organisiert Fischtouren in Patagonien und Irland für Franzosen. Er gibt ein paar gute Tipps. Innerhalb einer halben Stunde fange ich eine kapitale Regenbogenforelle von über 50cm!

Weitere Forellen sind recht bissig, jedoch zu klein. Wir lassen sie wieder los. Zum z‘Nacht macht Heidi ein vorzügliches Fischgericht, Wir müssen die Forelle halbieren, sie geht nicht in die Pfanne. Forelle auf ihrem Gemüsebett mit Zucchetti, Gurken, Kartoffeln. Mmmmh, fein. Am Abend unterhält Nacho uns mit seinem Gitarrenspiel.

Regen, kalt, wir bleiben nochmals eine Nacht. Den Tag verbringen wir mit Web-Vorbereitungen, Interneten, Fischen mit Stefan (D) ohne Erfolg. Sandra bäckt feines Brot. Auf dem CP herrscht reger Betrieb: Christian & Susanne im Ducato. 2 Holländer mit Velo und Zelt von Ushuaia nach Santiago in 4 Monaten. Günther & Langweig sind auf Weltreise, mit Dachzelt. Sie kamen von Südafrika nach Montevideo, ihr Ziel: Alaska bis September, dann Asien. Es schüttet, ist kalt, unangenehm zum Aufstehen. Aber wir können ja heizen, im Gegensatz zu den Holländern im Zelt oder Günther & Langweig in ihrem Dachzelt.

Wir packen, füllen Wasser nach, zahlen und verabschieden uns von Sandra und Nacho. Es war eine schöne Zeit trotz schlechtem Wetter. Stefan Christian & Susanne fahren ebenfalls nach Süden.

Das Tal des Rio Simpson wird immer enger und steiler, mündet in einer engen, tiefen Schlucht.

Über eine lange Baustelle gelangen wir schliesslich nach Coyhaique, eine recht grosse Stadt in den steilen Bergen. Der Cerro Mackay ragt fast 1000m über die Stadt hinaus. Die Landschaft ist viel gebirgiger als erwartet, mit hohen senkrechten Felswänden, flachen Kiesfeldern und tiefen Einschnitten, erinnert ein wenig an Jujuy in Nordargentinien. Beim Unimarc füllen wir unsere Vorräte auf, bei Lipigas die Gasflasche (es ist die einzige Möglichkeit in Südchile!) bei Petrobras die Dieseltanks und im Chelenko unser Mägen mit einem Lomo und einem Salmon. Im Casa del Maté kaufen wir die Bombilla, die Calabaza und Yerba, damit wir das Gelernte von Nacho auch umsetzen und selber Maté-Tee servieren können. Wir finden noch einen Kiosk um die SIM-Karte von Entel aufzufüllen und im Baumarkt ein Übergangsgewinde für den Gardena-Wasser-Anschluss. Die Sonnenwärme dringt langsam durch. Wieder einmal anderes Wetter. Wir fahren auf der Carretera weiter nach Süden, zweigen Richtung Valle Rio Simpson / Valle Frei zum Lago Elizalde ab.

Dichte Regenwolken erwarten uns, doch zuvor erscheint ein schöner Regenbogen.

Der Lago Elizalde ist zwischen hohen Bergen eingeklemmt. Eine kräftige Brise fegt über den See.

Der vorgesehene Übernachtungsplatz liegt tief unten am See. Der Weg hinunter zeugt von den Mühen der Autos, hier wieder emporzukommen: tiefe Löcher, Kieshaufen. Über dem Bootssteg finden wir einen großzügigen, flachen Platz, nicht ganz windgeschützt.

Der Morgen am See ist windig, kühl, nass. Ein kurzer Fischversuch ist negativ. Zur Weiterfahrt müssen wir zuerst den steilen Weg hinauf, Im 4WD – Geländegang kein Problem. Wir erdulden wieder eine ruppige Strasse bis zur Carretera Austral.

Diese führt uns durch hohe Berge, tiefe Täler, durch Schluchten mit rekultivierten und originalen Wäldern ins Tal des Rio Ibañez.

Fotostop beim grossen Wasserfall, dann weiter zur Halbinsel Levicán über einen kurvigen, steilen, gegen Ende ruppigen Weg.

Wir treffen auf unseres alten Bekannten Chris& Angie, Andrea & Marco und André & Baba (Barbara). Bei einem gemeinsamen Apéro und Kaffee tauschen wir viele Erfahrungen und Geschichten aus.

      

Zum Fischen ist der See zu sauber er hat keine Nahrung für Fische. André füllt alle Tanks mit Trinkwasser aus dem See. Wir machen eine Wanderung auf den Hausberg.

Wir geniessen die wunderbare Aussicht auf den dunkelblauen Lago Buenos Aires / General Carrera, auf die gegenüberliegende Küste von Chile Chico, auf die grün-türkisfarbene Bucht von Puerto Ibanez und ein paar vertrocknete Salzseen.

Leider verhindert die Bewölkung, trotz Sonnenschein, den freien Blick auf die vergletscherte Bergwelt.

Sehr kräftiger Wind veführt zum fliegen.

Apéro in runder Sitzordnung mit Austausch von Anekdoten, Reiseerfahrungen.

Gemeinsames Grillen im Cobb: das „fettig-faserig-zähe“ Fleisch entpuppt sich als ausserordentlich zart und saftig-fein.

Würste, Salat, Maiskolben und Angie‘s „Tortilla“ runden das Menu ab. Angie’s Tortilla wird aus Kartoffel mit verquirlten Eiern, gebraten und als Kuchen aufgetischt. Wichtig: die heissen, gekochten Kartoffeln im verquirlten Ei einwirken lassen, erst dann braten.

Heute ist ein besonderer Tag. Wir sollen um 9 Uhr bei Chris/Angie zum Kaffee kommen. Es steigt eine ganz einfache Birthday-Party für Heidi. Eine allgemeine Aufbruchstimmung macht sich bemerkbar. Wir wollen morgen die Tour zur Laguna Castillo unter die Füsse nehmen, die anderen wollen nach Coyhaique fahren. Ein emotionaler Abschied, aber wir sehen uns ja wieder.

Wir wählen den Weg „hinten durch“ nach Villa Cerro Castillo über die X723. Dies ist eine der interessanteren Routen in Chile.

 

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Sie führt durch enge Schluchten, zwischen hohen Lava-Felsen in verträumte Bergtäler mit blauen Lagunen, kleinen Bauerngehöften und Weiden, durch schönen Wald hinunter zur Carretera Austral. Im Hintergrund das Panorama mit dem Cerro Castillo.

und der Cerro Ap Iwan

Bei der Abzweigung zum Monumento Nacional Paredón de Las Manos machen wir eine ausgiebige Pick-nick-Pause und stillen unseren Hunger (wir hatten ja kein Morgenessen!).

Anschliessend besuchen wir noch das Hände-Monument. Unter hohen, überhängenden Felswänden haben Bewohnern vor ca. 3000 Jahren ihre Hände mit Farbpulver auf den Felsen verewigt.

Vielleicht 20 sind gut erhalten. Auf dem CP La Araucaria in VIlla Cerro Castillo finden wir einen guten Platz für die Nacht mit viel Bewegungsfreiheit, warmen Duschen, Hühnern und einen grossen (ein Japanischer Akita ?) sowie kleinen Hund.

Pferde-Touren werden ebenfalls angeboten. Zum z‘Nacht das „zähe-faserig-fettige“ Steak mit Gemüse und Härpfelestock. Mmmmh, ist das zart und fein geworden.

Um halb Sieben weckt uns das iPhone mit Hundegebell. Abstellen, weiterschla….nochmals! Abstellen. Um viertel vor Acht richtiges Erwachen. Hoppla, wir wollen ja zur Laguna Castillo! Bei 14km und 1000 Höhenmetern macht das retour bei unserem Tempo fast 9 Stunden, da kommen wir bald in die Nacht bei der Rückkehr. Wir einschliessen uns für den normalen Aufstieg, der ist etwas kürzer und beginnt hinter dem Dorf. Der, von Nacho empfohlene, schönere Weg ist länger und beginnt 6 km weiter entfernt, über eine ruppige Lokalstrasse. Kurzer Kaffee, Sandwich, Ess- und Trinkreserven vorbereiten, dann los. Beim Eingang passen meine Keen-Sandalen dem Ranger nicht: zu gefährlich in den Bergen! Dabei sind die doch speziell für Bergtouren gemacht! Er lässt sich nicht erweichen, anständige Bergschuhe müssen angezogen werden, oder er lässt mich nicht auf den Berg! Ok. Die Schuhe werden gewechselt, die Keen kommen auf den Rucksack, sollten die andern Probleme machen. Der Pfad beginnt durch den Wald, steigt dann bald steil an, führt über Hochmoore zur Baumgrenze.

 

Eis im Schatten

Kurze Pause, Beeren pflücken/essen. Eine Art Preiselbeeren, sind süss, wenig Aroma. Schuhe wechseln, die Bergschuhe drücken wirklich auf die Füsse.. Wir sind nicht die einzigen auf dem Pfad, aber vielleicht die Ältesten. Aufmunterungen, Komplimente und Wanderstöcke werden uns angeboten. Nach 4 Stunden ermüdendem Aufstieg erreichen wir den Mirador de la Laguna Castillo.

Die Strapazen haben sich gelohnt: tief unter uns liegt der dunkel-türkis-farbige See unter den hohen Felsen mit dem mächtigen Gletscherabbruch.

Zuoberst thronen die scharfen Spitzen des Cerro Castillo und rechts des Cerro Peñas. Wenn wir nicht schon ähnliche Bilder in der Schweiz gesehen hätten, würden wir vor Entzücken laut schreien. Ein unglaublich schönes Panorama.

Wir geniessen die Zeit da oben mit picknicken und einem Powernapp.

Es tauchen noch viele weitere Berggänger auf, müde, entzückt und mit Selfie-Lächeln. Nach eineinhalb Stunden machen wir uns auf den Rückweg, den steilen Pfad runter. Das geht zwar schneller, ist aber ebenso anstrengend.

Nun haben wir das Tal des Rio Ibañez vor uns. Es erinnert an ein Inntal in Österreich vor 600 Jahren mit den breiten Schwemm-Ebenen und den verschneiten, vergletscherten Bergen im Hintergrund.

Auf der gegenüberliegenden Seite sehen wir die Lagunen und Berge der gestrigen Etappe.

Im Wald fällt ein eigenartiger Pilz (?) auf, fleischig, wässerig, rund, schwacher Geruch.

Wir schaffen die Strecke in 2 1/2 Stunden, also recht schnell. Wir kehren auf denselben CP zurück.

Die Hühner und Hunde erwarten uns schon. Sind scharf auf die gesalzenen Erdnüsse. Zum z‘Nacht g‘Hackets mit Gemüse. Mmmmhhh.

Heute ist Retablier-, Coiffeur-, Back-, Erholungstag. Unsere Nachbarn Martin, Lucca (Buenos Aires) & Manuel (Salta) sind auf Fisch-Tour, Richtung Coyhaique, Rio Simpson. Petri heil. Rossen („José“) & Flavia (BRA, Florianapolis) sind mit ihren Fahrrädern unterwegs, teilweise mit Zug, Bus, Flieger. 2 Berggänger aus Santiago kommen schwerbepackt, müde von der 2-Tagestour zur Laguna Castillo zurück. Heidi muss Haare lassen. Nun ist sie wieder 20Jahre jünger! Da kann der alte Knuppensager glatt einpacken.

Wir nehmen’s gemütlich mit dem Aufbrechen. Rossen & Flavia verabschieden sich, ihre Räder stehen bereit. Die Hunde und Hühner kommen nochmals vorbei.

Der Rio Ibañez fliesst beim Dorf durch eine enge Schlucht.

Die Carretera Austral ist bis zur Laguna Verde betoniert. An einer langen Baustelle müssen wir fast eine halbe Stunde warten.

Die Laguna leuchtet in einem magischen Grün. Es mischt sich bei der Confluenza mit dem trüb-grauen Wasser des Rio Ibañez.

Nun wird die CA so richtig authentisch: grobe Kiesstrasse (Ripio), staubig, enger werdend. Die Radfahrer auf der Strecke sind nicht zu beneiden. Sie zirkeln entweder im kleinsten Gang im Kies hin und her oder sie haben selber genug, machen Pause oder stossen sogar das Velo.

Bald zweigt die CA vom Valle Rio Ibañez ab, führt über einen Pass an der Laguna Cofre vorbei ins Tal des Rio Murta.

Vom Tagesziel Puerto Tranquillo sind wir noch 60km entfernt, haben aber genug von der Rüttelpiste.

Am Fluss finden wir (dank iOverlander) einen wunderbaren Platz zum Fischen, Feuern und Übernachten.

Fischen, ein Flop! Der geschenkte Angel von Jean geht verloren. Wir geniessen ein Kabis-Kartoffel-Wurstgemüse mit Zimt-Curry, einmal etwas ganz Besonderes.

Der Platz verlockt zum Verweilen. Früh am Morgen Fischversuch: der Kerl wartet doch am erwarteten Ort und beisst zu, grösser als derjenige vom Rio Simpson, ABER er kann sich frei machen. Schade. Gemütliches z‘Mörgele und langsam auf den Weg, weiter Richtung Süden. Die CA ist hier einfach nur mühsam! Kies-Wellblech vom schlimmeren. Aber uns geht‘s noch gut. Die armen Velofahrer mühen sich Kieshaufen um Kieshaufen ab. Die Gruppe ist, wie wir in Puerto Rio Tranquillo erfahren, aus Litauen auf der CA von Puerto Montt nach Punta Arenas, jeder fährt und leidet für sich. Die Landschaft um die CA ist eigentlich wunderschön, viele Wälder, Flüsse, Berge. Die CA jedoch ist selber nicht nur ruppig sondern auch sehr staubig, der Verkehr zwar schwach aber konstant. Am Rio Engaño kurzer Fischversuch. Flop.

Der Seitenarm des Lago Carrera leuchtet in einem tiefen blau-türkis.

In Puerto Rio Tranquillo finden wir auf dem CP Rio Chirifo einen guten Platz. Ausgedehnter Apéro. Zum z‘Nacht Heidi‘s Härdöpfelsalat mit Spiegelei. Mmmmmh fein. Die Litauer Gruppe tröpfelt langsam ein. Wir haben für Morgen um halb neun eine Tour zu den Marmorhöhlen gebucht.

Heute müssen wir früh aufstehen, die Tour startet bei der Anlegestelle um halb neun.. Kurz einen Kaffe runterwürgen, packen und gehen. Insgesamt 6 Touristen sind im Boot. Die Fahrt über den türkis-blauen See ist schnell aber kalt. Gute Idee, die langen Hosen anzuziehen. Bald tauchen die ersten Marmorfelsen auf, etwas düster. Doch dann folgen die hellen, ausgewaschenen Stellen kontinuierlich.

Der Fotoapparat läuft heiss.

Wie konnte man zur Kodachrome-Zeit eine solche Landschaft auf dem spärlichen Film festhalten?

Das flache Sonnenlicht des Morgens taucht die Grotten in ein magisches, türkis-blaues Licht.

Oder werden heute die Bildspeicher einfach nur mit Schrott gefüllt?

Einige Säulen sind schon recht filigran und werden das Gewicht der Felsen kaum mehr lange halten, ein paar Jahrzehnte oder -hunderte schon noch.

Besonders die schöne Kathedrale ist potentiell gefährdet: der riesige Felsklotz balanciert auf dünnen Beinchen.

Nach anderthalb Stunden ist die wirklich lohnende Tour zu Ende. Bei einem Kaffee entschliessen wir uns zu einem Abstecher ins Valle Exploradores. Eine gigantische Gletscher-Bergwelt öffnet sich.

Leider ist der Zugang nach 26km gesperrt wegen Reparatur- und Bauarbeiten.

Also ins Dorf zurück auf der nervenzehrenden Rüppelstrecke. Wir tanken Diesel und Wasser, prüfen den Reifendruck, füllen unser Fressreservoir und fahren auf der CA nach Süden. Die ist nicht einen Deut besser, sie legt die Nerven blank. Die Velofahrer sind ebenfalls unterwegs.

Entschädigt werden wir von der grandiosen Aussicht auf den Carrera See und die Berge.

Beim Rio Leones müssen wir wegen einer Baustelle auf der Brücke längere Zeit warten.

Genug Zeit, um ein neues Tagesziel zu setzen: wir fahren ins Valle Leones, aber nicht weit. Der hintere Teil ist Privatgelände, wir bleiben am Waldrand neben dem aufgeschütteten Damm. Ausgiebiger Apéro, kurzer Fischversuch im trüben Wasser. Feine Champignon-Miso-Flädli-Suppe.

Wir haben eine ruhige Nacht. Der Morgen ist trüb, leicht regnerisch, jedoch bald mit warmer Sonne. Wir packen und fahren Richtung Puerto Guadal. Das Delta des Rio Leones ist mit hohen, überwachsenen Sanddünen bedeckt. Auf der CA müssen wir warten: ein neuer, feiner Teppich wird ausgelegt. Später kommt dann wieder die übliche Rüppelstrecke.

Die Strasse ist aber wunderbar angelegt, mal hoch in den Bergen, mal tief beim See, fast immer eine schöne Sicht auf das türkis-blaue Wasser.

Die Berge sind leider mit Wolken bedeckt. Im Puerto Guadal stürmen wir zuerst den Supermercado, er ist erstaunlich gut bestückt. Anschliessend lassen wir uns im Restaurant Costanera mit Salmon, Reis / Salat bedienen. Guter Fisch. Dank WiFi wieder mal News vom Tagi.

Dann fahren wir noch 7 km weiter an den, von Nacho empfohlenen Strand. Eine Wucht!

Der Strand ist fein-kiesig, sehr sauberes Wasser und eine wunderbare Weitsicht über den See, in die vergletscherten Berge. Ein Fischversuch bleibt ein Versuch. Das Wasser scheint mir zu sauber, da würden die Fische doch glatt verhungern.

Carretera Austral 2

Der Morgen beginnt feucht-kalt. Der z‘Morge wird drinnen serviert. Heute fahren wir von der Playa Santa Barbara Richtung Süden, auf der R7 oder Carretera Austral. Fast die ganze Strecke asphaltiert. Die Gegend ist verhangen, wir können die grossartigen Berge kaum sehen. Wir sehen die Auswirkungen von Vulkanausbrüchen: heruntergerutschte Hänge, verbrannte, zerfetzte Bäume. In Vulkansand tief eingeschnittene Schluchten.

Wir fahren unter tief hängenden türkisfarbenen Gletschern, durch dichte Primär-Wälder, vorbei an kleineren und grösseren Farmen.  

Vereinzelt liegen kleinere Ortschaften am Weg. Der Rio Yelcho führt viel Wasser vom Lago Yelcho ins Meer bei Chaitén.

Kurz vor Villa Santa Lucia durchqueren wir ein grosses Schuttgebiet.

Vor noch nicht allzu langer Zeit hat sich hier eine grosse Katastrophe ereignet. Von Ventisquero Yelcho Chico stürzte eine riesige Wasser- und Schlammlawine durch das Tal in die Tiefe. Ein Teil von Villa Santa Lucia wurde dabei zerstört.

Bei La Junta zweigen wir rechts ab, entlang dem Rio Palena. Die Terme El Sauce ist wegen Wassermangel geschlossen, deshalb biegen wir zum Fluss ab. Beim Zusammenfluss des Rio Palena und dem Rio Risopatrón finden wir einen grossen, schönen Platz für die Nacht.

Der Wind und die tiefhängenden Wolken trüben die Freude etwas.

Später dringt die warme Sonne durch.

Apéro im Windschaten.

Fischen-Versuche sind erfolglos. Ein einziger, zu kleiner Fisch bleibt kurz am Angel hängen.

Der farbige Sonnenuntergang entschädigt den Eindruck.

Zum z‘Nacht gibt es Wurst- Gemüse-Weizensuppe. Mmmmmh. Nach dem Kaffe entzünden wir doch noch das Lagerfeuer und erwärmen uns. Die Nacht ist sternenklar, mondhell und kalt. Unter unsere Daunendecke ist‘s angenehm warm.

Der Morgen ist magisch: Bodennebel mit blauen Löchern.

Wir bleiben noch einen Tag auf diesem schönen Platz. Fischen, Brot backen, Wäsche waschen mit dem Scrubba-Sack.

Die Wäsche wird sauber, das Brot ausgezeichnet, die Fische bleiben im Wasser. Bis auf einen: beim Morgenessen beobachten wir 3 Fischer auf der anderen Flussseite. Plötzlich Hektik. Die haben einen Bodenhecht gefangen. Aber der bewegt sich ja, schwimmt sogar flussaufwärts. Nach einiger Zeit ziehen sie den Lachs an Land. Fotosession! Jetzt wird klar: das ist ein Riesending von über einem Meter. Auf den Armen lampen Kopf und Schwanz weit über die Achseln hinaus. Der Berufsfischer hat seinen Gästen (Vater und Sohn?) einen Traum erfüllt!. Nur bei uns ist der Fisch noch ein Traum.

In der Nachbarschaft bekommen wir Besuch: ein Ford mit Kabine, US-Schildern und an der Front „Fidibus“ zwischen 2 Schweizerkreuzen. Die beiden Schweizer („mir si am ässe!“) leben seit 8 Jahren in Argentinien und kennen diese Gegend gut. Sie empfehlen uns das sehr schöne Villa O‘Higgins und warnen vor grossen Waldbränden bei Cochrane (>20‘000 ha Urwald sind abgebrannt).

Nach einem ausgiebigen z‘Morge mit frischem Brot fahren wir den ruppigen Weg zurück nach La Junta zur Carretera Austral. Diese führt uns durch eine schöne, wilde Naturlandschaft mit vielen ursprünglichen Urwäldern mit etwas Landwirtschaft.

Die Strasse ist teils in steilen, schwierigen Fels gehauen, dem Lago Risopatron entlang. in Puyuhuapi besuchen wir den Supermercado Don Ciro. Er ist berühmt für sein überbordendes Angebot. Wir kaufen Gaspatronen, Fischblinker (Löffeli), Haushaltpapier, Gurke, Snacks. Er hat einfach alles was Du nie erwarten würdest. In der Cocineria Estrela del Sur essen wir was es gibt: Fisch: Merluza oder Salmon? Beilage: Purré, Aroz? Oder Papas fritas? Sonst? Nichts! Kein Dessert, kein Kola, nur Brösmelikaffee. Dafur das schnellste WiFi von Südchile: 5G, das hält, was es verspricht. Mangels Essensangebot können wir nicht beliebig lang am Netz bleiben. Übrigens, der Fisch war ausgezeichnet!

Dann fahren wir zu den Termas del Ventisquero. Wir geniessen das heisse Wasser lange, zusammen mit vielen anderen Besuchern.

Samuel & Arianne aus Bern sind mit ihren Velos mit Zelt unterwegs, von Buenos Aires, der Küste entlang, Calafate und jetzt die Carretera Austral, eine beachtliche Leistung bei dem starken Wind. Beim CP Las Toninas am Puyuhuapi Fjord übernachten wir.

Wegen dem regnerischen Wetter lohnt sich der Aufstieg zum Mirador Ventisquero nicht. Morgen soll besseres Wetter sein. Wir leisten uns einen faulen Tag mit lesen, fischen (2 Angel verloren) und kochen. Es gibt eine feine asiatische Poulet-Gemüse-Reissuppe mit Kokosmilch).

Die Nacht kühlt auf 6*C ab. Das Wetter beginnt mit Sonnenschein, später etwas trüb. Der NP scheint unter einer Wolkendecke klar zu sein. Vor der Abfahrt finde ich bei Ebbe die beiden verlorenen Angelhaken, verkeilt hinter schweren Steinen. Die Fahrt zum NP Queulat ist kurz.

Auf dem Sitio 7 bleiben wir über Nacht. Doch zuerst laufen wir zum Mirador Ventisquero Colgante. Durch einen wunderschönen, alten Kaltregenwald, stark vermoost und mit grossen Flechten, alten, umgestürzten Bäumen.

 

 

Der nasse Pfad führt über eine Seilbrücke und bald steil auf eine alte Seitenmoräne.

Wir sind nicht allein. Die Radiowanderung ist ganztägig angesagt! Beim Mirador gilt anstehen für die Selfies mit eingefrorenem Lächeln.

Der Ausblick auf den Gletscher und den grossen Wasserfall belohnen die Aufstiegsmühen.

 

Nach 3 Stunden sind wir wieder bei Kooka.

Viele kleine Objekte bedingen eine Makro-Photo-Session am Platz.

 

 

 

In der Nacht hören wir gelegentliches Donnern vom Gletscherabbruch. Erneut eine Macro-Photo-Session am Morgen. Nach einem schnellen z‘Morge machen wir uns auf zum Mirador über dem Zeltplatz. Der Sendero hat dringend eine Renovation nötig: Sumpf, schlüpfrig, ausgelatschte Naturstufen, steil. Wir sind auch die Einzigen, die diesen Weg gehen.

Beim Mirador dann die Erlösung: einen grossartigen Weitblick über die Laguna Témpanos zum Wasserfall und dem blauen Hängegletscher entschädigt für den mühsamen Aufstieg.

Der Abstieg ist etwas leichter als erwartet. Ein müdes Pärchen kommt uns entgegen.

Carretera Austral 1

Am Morgen werden wir in Chaitén unsanft geweckt: heftige Windböen von der falschen Seite zerren an unserem Windschutz, aufstehen und sichern! Und das bei Regen! Wir haben bald genug und suchen Einkaufsmöglichkeiten und ein Café. Die Shops gehören Tante Emma oder Onkel Fritz. Eine alte Scheune ist gefüllt mit vollen Holzregalen, keine schönen Frischwaren. Im Café Buen Sabor geniessen wir einen feinen Kaffee. Im gegenüberliegenden Mercado Redon bekommen wir endlich die gesuchten Artikel. Im Café treffen wir die Beluga Family Gina, Micha, Enya (4j), Miro (2j) aus Zürich. Sie sind seit letztem Sommer via Halifax, USA, Mexiko, Mittelamerika, Kolumbien, Ecuador, Peru bis hierher unterwegs, mit den Kleinkindern. Das wäre für uns eine absolute Herausforderung. Wir fragen uns, wie man soweit mit Kleinkindern reisen kann. Der VW-Bus quillt über von den Spielzeugen.

Statt zu den warmen Termas del Amarillo fahren wir an die windige, kalt-nasse Playa Santa Barbara.  

Eine gute Wahl, denn bald bricht die warme Sonne durch, der Wind zusammen.

Das fördert die Lust zum Brotbacken. Das Brot mit Landi-Mehl wird wunderbar und passt ausgezeichnet zur Erbsen-Linsen-Gerste-Teigwaren-Suppe La Sopa Mixta.

Beim Sonnenuntergang leisten uns (neben den Touristen) Delphine und ein Seehund Gesellschaft.

Im Rhythmus der Wellen schlafen wir tief. Der Morgen beginnt etwas trüb, wird dann bald sonnig.

Wir besteigen den Vulkan Chaitén bis zum Kraterrand. Eine „kurze Tour“ von 2.5km, aber mit 600m Höhenunterschied. Der grösste Teil des Tracks geht über Treppen steil rauf. Zuerst durch einen grünen, jungen Wald mit riesigen Farnen,

dann durch Büsche mit grossen, abgestorbenen Bäumen.

Am 2.Mai 2008 ist der Vulkan unerwartet und sehr heftig ausgebrochen. Die Rauchwolke erreichte 20km Höhe. Nach 4 Tagen erfolgte eine weiter Explosion mit pyroklastischen Hitzewolken, die rasch ins Tal sausten. Dabei wurden die Wälder zerstört.

Einige alte Bäume haben dem Horror fast widerstanden, sind einseitig angebrannt oder knapp umgestürzt.

Bei dieser Katastrophe sind über 800 Menschen und unzählige Tiere, Rinder und Wildtiere, umgekommen. Nach 10 Jahren übernimmt die grüne Natur wieder die zerstörten Flächen.

Der Track war recht mühsam. Wir brauchten 3 Stunden rauf und eine runter. Das nächste mal sollten wir vielleicht doch die Stöcke mitnehmen. Wir fahren noch ein Stück die Carretera Austral in NE-Richtung bis zum Rio Rayas. Hier haben wir einen schönen Blick auf die Gletscher des Vulkans Michinmahuida und den Vulkan Chaitén. Wir übernachten wieder an der Playa Santa Barbara, am gleichen Platz. Diesmal ist das Wetter etwas garstiger. Zum z‘Nacht Gemüsesuppe mit Instant-Nudeln. Mmmmmh.

Starker Regen fällt in der Nacht, der Morgen bleibt trüb. Mit der geplanten Tour zu den Wasserfällen Escondida wird nichts. Wir fahren nach Chaitén zum Einkaufen, Tanken (Wasser, Diesel). Im Supermercado Edon sollen am Mittwoch frische Früchte und Gemüse angeliefert werden. Aber erst nach 5 Uhr. Statt einfach warten zuerst Essen. In der Cocinera Costumbristas Altamar vertilgen wir ein Casuela, eine Eintopf-Suppe mit Fleisch. Die ist gut und wir bekommen mehr als genug. Im Edon müssen wir warten bis nach den Paketen mit WC-Papier, Haushaltrollen, den Würsten und Käse endlich ein paar Früchte und Gemüse ausgepackt werden. Eher eine Enttäuschung. Die Nektarinen sind stark angefault. Das muss jetzt für eine Woche reichen?! Beim Parkplatz werden wir von Sabine & Jürg Niederhauser aus Wallisellen angesprochen. Sie wollen von unseren Erfahrungen mit Kooka profitieren. Sie planen für die Zukunft etwas Ähnliches. Ivan & Valesca aus Conception, Chile flippen fast aus wegen Kooka.

Statt nach Süden fahren wir wieder zurück zu unserem schönen Platz am Playa Santa Barbara.

Am Strand arbeitet Sysiphus. In aller Ruhe sammelt er den Dreck zusammen. In aller Ruhe streicht er den Sand glatt mit seinem Rechen. In aller Ruhe entstopft er jeden Tag die versch… Toilette. In aller Ruhe wischt er die versandete, überschwemmte Dusche auf.

Der Platz ist gratis. Der Platz ist sauber. Der Platz ist einmalig

Chiloé Tantauco NP

Von Quellon fahren wir auf der R5 zurück und zweigen Richtung NP Tantauco ab. Beim Lago Coipué können wir direkt am See übernachten.

Die Reise-Haus-Bäckerin bereitet ein feines Brot zu.

Der frühe Morgen ist bedeckt mit Nebel über dem See, also weiterschlafen. Später scheint die Sonne warm, der Himmel ist wolkenlos und der Platz idyllisch. Wir geniessen das frische Brot. Beim Parkeingang gibt es ein Problem mit dem Camper-Platz: die wenigen, verfügbaren Plätze sind besetz. Aber am nächsten Morgen können wir reinfahren. Wir bleiben auf dem Abstellplatz hinter dem Eingang und begeben uns auf den Sendero Rio Yaldad. Ein urchiger, wilder Urwald erwartet uns.

  

In hundert Millionen Jahren gibt das hier ein Kohleflöz von vielleicht 30cm. Dichtes Unterholz, ein dicker Teppich von umgestürzten Bäumen, überdeckt von Moss- und Farnschichten.

Der weiche Teppich tönt hohl. Beim Visitor Center stehen ein paar grosse, alte Grossväter (800 Jahre, 30m) Abuelo Mañío (Saxegothaea conspicua)

  

Etwas müde erreichen wir wieder unsern Kooka und geniessen einen Apéro. Zum z‘Nacht werden G‘hacketes mit Kartoffelstock „nach Heidi Art“ superfein zubereitet. Vor dem Schlafen gehen wir noch beim Ranger vorbei (Baños) Er ist 7 Tage hier und 7 Tage zu hause. Sein Haus ist angenehm. wohnlich eingerichtet.

Beim Ranger zahlen wir unseren reservierten CP. 2 Junge aus Santiago, Ignacio Droener und Melanie wollen ebenfalls zum CP Chaiguata. Sie haben riesige Rucksäcke dabei. Wir nehmen die Säcke mit, geben sie später an der Rezeption ab. Der Weg ist sehr ruppig, ausgefahren von 2WD-Fz, die sich mit den steilen Steigungen abmühen. Der Wald ist noch gut erhalten, fast Primärer Kaltregenwald.

Wie Unkraut wachsen die riesigen Nalcas und gleichen unseren Rhabarbern, sie sind sogar essbar.

Beim CP sieht es etwas anders aus: eine Feuersbrunst hat 1940/42 den ganzen Wald vernichtet. Seither rappelt er sich langsam wieder auf, sieht heute wieder passabel als Sekundärwald aus. Der ganze CP Chaiguata ist auf Rucksack- und Clamping- Touristen ausgerichtet. Grosse Domes locken mit grosszügigem Clamping-Komfort. Für Casa Rodantes hat es nur 2 max. 3 Plätze. Wir laufen den Sendero de Nirrés, eine 3-stündige Tour durch die Hochmoore und die aufzuforstenden Wälder.

Ein Highlight ist die Pasarela Hued Hued, ein Steg durch ein, mit alten, toten Bäumen zugemülltes Bachbett.

Ganz unten das rote Torf-Wasser, dann die alten Baumstämme, total vermoost, darüber senkrechte Schösslinge junger Bäume. Ein ganz wilder, unverdorbener Eindruck. Die brennende Sonne fördert unseren Durst. Ein ausgiebiger Apéro versucht ihn zu löschen. Zum z‘Nacht geniessen wir Rippli mit Sauerkraut und Kartoffeln, einmal etwas anders als gewohnt.

Der Morgen beginnt trüb, bedeckt, hellt aber bald auf, bis die Sonne wärmt. Nach einem ausgiebigen z‘Morge (mit Geburtstags-Kerzli!)

machen wir uns bereit für den langen Marsch, den Sendero zum Lago und Refugio Chaiguaco. Er soll 8 Stunden dauern. Bei 16km etwas viel gerechnet! Frohgemut geht es los, durch den jungen Wald, über Moorgebiete, rauf auf die Hügel und runter zum Bach, wieder rauf und runter. Beim ersten Mirador treffen wir wieder auf Melanie und Ignazio. Endlich, nach 3 1/2 Stunden landen wir beim Refugio, eine einfach eingerichtete „Berghütte“. Im See könnten wir baden.

Wir lassen es sein, brechen nach einem kurzen Picknick wieder auf. Der Rückweg durch die schöne Naturlandschaft zieht sich in die Länge (oder die Schritte sind dem Alter angepasst!). Alte, gebleichte Baumstämme ragen bizarr, weiss in den Himmel.

 

Der See spiegelt blau, obschon das Wasser torfbraun ist.

Der Fluss ist übersät von toten Bäumen und Ästen.

Nach 7Stunden erreichen wir den Fogon, das Restaurant im CP. Ein Mangosaft mit Eis wird heiss heruntergestürzt. Beim Kooka lassen wir dann das BiPoWa (Bier-Pomelo-Wasser 123) die Kehlen runter rauschen. Ja, wir hatten echt Durst. Und müde Beine. Wir haben die Strecke doch etwas unterschätzt.

Am Morgen warten unsere Lastesel schon mit ihren Säcken. Ignazio und Melanie sind froh, nehmen wir ihre Last für die Überfahrt mit der Fähre ab. Nach dem z‘Mörgele brechen wir auf, zurück auf der ruppigen, steilen Waldstrasse. Heute wagen sich ein paar verrückte PW-Fahrer auf diese Strecke! In Quellón holen wir die Wäsche ab und leisten uns im Tierra del Fuego ein Seafoodmenu. Dann kommt das lange warten auf die Fähre, nach letzten Infos müssen wir um halb neun bereit sein.

Um halb elf fahren wir. Ignazio und Melanie sind auch angekommen. Sie werden ihre Säcke in Chaitén übernehmen.

Um 3 Uhr morgens haben wir keine Lust auf lange Suche nach einem CP. Wir geben Ignazio und Melanie ihr Gepäck ab, sie suchen sich irgendwo ein Lager. Wir parken vor der Fährgesellschaft Naviera Austral, die haben noch eine offene Toilette. Kurz das Bett einrichten und schlafen.

Los Lagos 1

Wir haben in Puerto Montt, bei der COPEC-Tankstelle die Nacht verbracht. Wir geniessen den Kaffee bei Sonnenschein und kühlem Wind. Unsere Dreckwäsche werden wir in der Lavanderia los, können sie jedoch erst nach dem Wochenende abholen.. Der Mercado Munizipal ist wieder einmal so richtig farbig und mit kräftigem Geruch. Bevor wir uns in einen Kaufrausch stürzen, essen wir ein feines Seafood-Menu. Über das Wochenende fahren wir über die Autobahn nach Norden nach Llanquihue auf den Camping Werner am gleichnamigen See. Die deutsche Familie ist vor 150 Jahren hierher ausgewandert, sie sprechen immer noch deutsch, obschon sie noch nie in Europa waren.

Über dem See leuchtet prominent das Wahrzeichen der Gegend, der schöne, symmetrische Vulkan Osorno.

Den Sonnenuntergang geniessen wir vom Logenplatz aus.

Der Platz ist voll und daneben findet das jährliche Bierfest statt: Oktoberfest im Januar. Rosamunde, Schneewalzer, Ambos-Polka & Co. lassen grüssen bis spät in die Nacht.

Am Morgen sehr früh aufstehen für den ultimativen Sonnenaufgang beim Osorno aber irgendwie stimmen unsere Uhren nicht.

Wir geniessen einen faulen Sonntag bei viel Bum-Bum-Musik im bayrischen Rhythmus.

Wir können die Wäsche abholen. Kookaburra bekommt auch ein Schaumbad, so sieht er wieder richtig schön aus. Er bekommt noch ein paar Fettspritzer in seine Gelenke. Hungrig kaufen wir im Unimarc ein. Das ist gar nicht gut. Die Einkaufstaschen überquellen von den Spontankäufen. Im Mercado Municipal decken wir uns zusätzlich mit Früchten ein

Seetang

Seafood

Riesenknoblauch

und verschlingen ein Paile Mare, eine Suppe mit vielen Muscheln

und ein Curanto, ein Eintopf mit Meeresfrüchten, geräuchertem Speck, gebratenem Poulet und Kartoffel, beides Spezialitäten der Region Chiloé.

Vollgefressen erreichen wir unser heutiges Ziel, Petrohue hinter dem Osorno am Lago Todos Los Santos auf einer schönen Fahrt dem Lago Llanquihue entlang.

Hotels, Ferienhäuser, Villen und die schönen Vulkansandstrände laden zum Ferien-machen ein. Der Osorno versteckt sich zuerst hinter Wolken, am Abend ist er wolkenfrei.

Er wirft einen langen Schatten über den See und die Bergkette zum spitzen Vulkan Puntiagudo.

Wir finden einen absoluten „Cosy-Spitzenplatz“ direkt am See mit vollem Blick auf den Osorno. Ein Traum! Und der Wind hat auch noch aufgehört.

Die Nacht ist absolut ruhig, die Milchstrasse leuchtet. Nur am Morgen meint jemand, er müsste seine hochwertige Musikbox laut laufen lassen, in diesem Paradies der Stille. Der Himmel ist bedeckt, der Osorno in den Wolken.

Wir fahren zu den Saltos de Petrohue. Hier wurde der Fluss von Lava gestaut, mehrere Fälle überwinden diese Barriere.

Er punktet mit seinem glasklaren, türkisfarbenen Wasser und den bizarren Felsformationen.

Auf der V69 umrunden wir den Volcan Calbuco. Zuerst ist die Strasse noch geteert doch dann folgt übles Ripio.

Im Fjord gibt es viele Aquakulturen, u.a. Tintenfische, wahrscheinlich die ganze Sammlung der Mariscos (Meeresfrüchte).

Die Landschaft ist prächtig, verwunschene Wälder mit patagonischen Laubbäumen, Eucalyptus und Bambus.

Leider verhüllen Wolken den Vulkan. Nach der Brücke über den Rio Puelo zweigen wir rechts auf einen schönen Platz, windgeschützt, Blick auf den Fluss und Feuerstelle.

Zum z‘Nacht gibt‘s den grossen Merluzzo vom Mercado Munizipal auf einem Sojasprossen-Broccoli-Champignon-Bett.

Weisch wie fein!! Kaffee am Lagerfeuer.

Um 2 Uhr Stimmen und Lärm: Junge sind spät angekommen, suchen laut Holz für ein Feuer. In den Unterhosen, voll bewaffnet mit Klappspaten und Pfefferspray verteidigen wir unseren Platz.

Sonne, leicht bewölkter Himmel, das Schreien eines Tourette-Syndroms (oder einfach Lebensfreude) in der Nachbarschaft, wir wachen relativ früh auf, geniessen den Morgen und fahren auf der V69 weiter, zuerst auf röhrendem Asphalt, dann dem berüchtigten südchilenischen Ripio! Rechts der Fjord mit vielen Aquakulturen, links die hohen bewaldeten Berge mit den Gletschern auf den wolkenverhangenen Gipfeln.

Die Ziegen auf der Strasse lassen sich kaum stören vom Verkehr.

Frühlings-Orchideen am Strassenrand.

Kleine Dörfer der Wassergärtner, Cabañas und Ferienhäuser für die Touristen. In Caleta Puelche wartet die Fähre auf uns und bringt uns auf die andere Seite des Fjords nach La Arena. In Chaicas verführt uns Mapsme auf eine Grab’sche Abkürzung durch einen engen, zum Schluss sehr steilen Feldweg zum NP.

Wir besprechen die Tour von Morgen mit dem Ranger, laufen durch einen kurzen Urwaldtrack und bleiben auf dem CP in der Nähe, direkt am Fluss.

Bei schönstem Sonnenschein geniessen wir den Apéro und zum z‘Nacht feine Wraps mit Ghacketem, Salat, Guacamole, Käse und als Beilage in Butter gebratene Maiskolben. So wird man zum verwöhnten Mitesser.

Der neue Tag verspricht viel Sonne. Wir bereiten unsere Brötchen für den Imbiss zu. Wir wollen zur Laguna Triángulo, 10km mit 500m Höhendifferenz, total 28 Lkm, ca 7Std. Schaffen wir das?

Der Anfang ist noch flach, zieht sich aber in die Lange bis zum Wasserfall und der tausendjährigen Alerce Andino.

  

 

Der Weg führt durch einen wilden, dichten und undurchdringlichen Kaltregenwald. Hohe Farne, Bambus und dichtes Moos säumen den Weg.

Nach dem Wasserfall steigt der Weg steil an und sinkt wieder auf die Höhe der Laguna Chaiquenes. Er ist durchsetzt mit Wurzeln und Schlammpfützen. Von der Laguna geht‘s dann sehr steil hinauf, mit kleinen Kletterpartien.

Bei der Bachüberquerung ist der Weg geschlossen. Ein Parkwächter zeigt uns den Weiterweg über eine Naturbrücke: ein alter Baum liegt quer über dem Bach.

  

Hier erscheint der Urwald noch recht ursprünglich: viele grosse, alte Bäume, durchmischt mit kleineren und Gebüsch, nicht mehr sehr dicht.

Nur ist ein Vorwärtskommen hier ausgeschlossen, weil die Bodenschicht tief mit Moosen und abgestorbenen Bäumen durchsetzt ist. Die Bäume brechen meist über dem Boden ab, sie sind bis in die Wurzeln hohl.

Nach 3 1/2 Stunden erreichen wir die traumhafte Laguna Triángulo. Sie bietet mehr als erwartet, sie liegt in einem tiefen Kraterkessel, das Wasser ist kristallklar.

2 Junge Touristen wagen das Bad im kühlen Wasser. Riesige, zwar schöne, Brämen reizen unsere Geduld.

Unterwegs begegnen wir einer riesigen Hummel. Sind wir hier im Jurassic Park? Wir vertilgen unsere mitgebrachten Brötchen und brechen bald wieder auf zum Abstieg. Der ist nicht etwa viel leichter, im Gegenteil, die hohen Stufen müssen nun „runtergerutscht“ werden. Bald macht sich der Muskelkrampf bemerkbar.

Endlich sind wir wieder bei der Laguna Chaiquenes, der Weg wird wieder etwas „normaler“.

Nach dem Wasserfall ist der Weg touristengerecht flach ausgebaut. Aber der zieht sich noch „unendliche“ 4 1/2 km bis zum Parkeingang.

 

Wir sind fix & fertig, müde abgeschlagen aber doch stolz: wir haben die ganze Strecke in 7 1/2 Std gemacht. Der Urwald war den Besuch absolut wert, der Wasserfall ist sehenswert, die Laguna Chaiquenes ist ein schöner Bergsee und die Laguna Triängulo hat für die Strapazen entschädigt.

Nur für die tausendjährige Alerce Andino allein lohnt isch der Tripp hierher nicht. Sie ist eingeengt in einen Beobachtungssteg, voll mit Selfie-Touris.

Wir wollen nicht mehr weiter und bleiben im selben CP. Eine rasche Nudelsuppe genügt uns gegen den fehlenden Hunger.

Sonnenschein und das Rauschen des Flusses wecken uns. Porridge mit Früchten und Joghurt, ein feines z‘Morge, dann geht‘s los zum anderen Eingang des NP nach Correntoso / Pangal.

Nein, da müssen wir nicht rüber.

Zuerst zügig Asphalt, dann die Bergstrecke Ripio. Warum verkauft eigentlich ein Geschäft „Ripio“? Aha, Wellblech! Oder doch „Kies“? Der Küste entlang viele Aquakulturen und Ferienhäuser, Cabañas, „se vende“. Über dem NP liegen dicke Wolken, doch hinter den Bergen eitel Sonnenschein. Die Parkverwaltung eröffnet uns, dass die alten Alerces hinten im Park nicht zugänglich sind: sehr schlechter Weg. Trotzdem möchten sie den normalen doppelten Einheimischen Tarif.

Das passt uns nicht, wir kehren um und legen uns beim schönen Ausguck, den wir Mirador Calbuco nennen, zur Ruhe, natürlich mit feinem Apéro, lesen und Compi-Arbeit.

Auf der Gegenseite des Tales grüsst der schneebedeckte Volcano Calbuco Wir lassen Puerto Montt warten. Bei heisser Sonne geniessen wir den freien Tag.

Wir erwachen bei schönstem Sonnenschein, das Tal liegt unter einem Nebelmeer, darüber der stolze Volcano Calbuco im blauen Himmel.

Die Bienen der Apiculteure sind fleissig am Nektar sammeln. Auf dem Weg nach Puerto Montt begegnen wir vielen „Entwicklungszonen“ für neue Wochenendhäuser mitten im Wald. Da läuft die Post ab!

Eine auffällige Kirche ist deutschen Auswanderern letzte Ruhestätte.

In Puerto Montt versuchen wir die Gasflasche aufzufüllen. Geht nicht. Wir besuchen nochmals den Mercado Munizipal, kaufen Früchte und schlagen unsere Mägen voll mit Curante und Fisch aus dem Dampf. Über die R5 erreichen wir die Fähre, die uns in einer halben Stunde nach Chiloe bringt.

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